Der Frühling ist da, die ersten Pflanzen blühen und die Temperaturen werden milder – beste Voraussetzungen, um die Schuhe zu schnüren und in die neue Wandersaison zu starten. Dass dafür keine langen Autofahrten erforderlich sind, zeigen Tipps des Schwäbischen Albvereins vor Ort sowie ein Blick auf Wanderrouten, wie sie etwa die Tourist-Information Besuchern aus der Ferne vorschlägt. Der SÜDKURIER stellt einige Touren in und rund um Friedrichshafen vor, die nicht nur sportliche Herausforderungen, sondern auch beeindruckende Aussichten auf unsere Region bieten.

Jubiläumsweg Bodenseekreis

Auf dieser Strecke ist Ausdauer gefragt – auf dem 114 Kilometer langen Jubiläumsweg Bodenseekreis sind in Summe rund 2500 Höhenmeter zu überwinden. Er verläuft in sechs Etappen durch das Hinterland des östlichen Bodenseeufers: Der erste Abschnitt führt von Kressbronn nach Neukirch, dann geht es weiter nach Meckenbeuren und von dort aus nach Markdorf. Etappe vier führt nach Heiligenberg und im Anschluss weiter in Richtung Owingen. Die letzte Tour endet in Überlingen. Ob schöne Ausblicke auf See und Alpen, geologische und kunsthistorische Sehenswürdigkeiten oder abwechslungsreiche Landschaften – die anspruchsvolle Route hat aufgrund ihrer Länge und Streckenführung eine Menge zu bieten. Neben zahlreichen Kirchen, Seen, Flüssen und Weihern sehen Wanderer unter anderem das Schloss Heiligenberg, die Lourdesgrotte und den Gehrenbergturm. Auf allen sechs Abschnitten laden Gasthäuser am Wegesrand zum Verweilen ein und in den Etappenorten gibt es Unterkünfte in verschiedenen Preisklassen. Der Start der Route liegt am Bahnhof Kressbronn und ist daher mit der Bodenseegürtelbahn im Stundentakt erreichbar. Parkplätze sind am Bahnhof ebenfalls vorhanden. Die jeweils etwa 20 Kilometer langen Etappen können auch einzeln gewandert werden.

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AitrachHaslacherstausee

Auf diesem etwa 15 Kilometer langen Rundwanderweg, den die Ortsgruppe Friedrichshafen des Schwäbischen Albvereins empfiehlt, sind rund 100 Höhenmeter zu überwinden. Vom Bahnhof Aitrach geht es durch das Dorf Marstetten zur Iller. Flussabwärts führt der Weg nach Mooshausen und weiter über den Weiler Pfänders zum zwischen Waldflächen eingebetteten Haslacher Stausee. Zurück geht es durch den Marstetter Wald nach Aitrach. Dort lädt unter anderem der Landgasthof Löwen zum Verweilen und Stärken ein.

Von Ravensburg nach Friedrichshafen

Auf dieser Strecke geht es von Oberschwaben bis an den Bodensee. Die der Webseite der Häfler Tourist-Information zufolge rund 23 Kilometer lange Route startet in Ravensburg und führt über den Haldenberg nach Friedrichshafen. Dabei müssen Wanderer 167 Höhenmeter überwinden. Die erste Hälfte der Tour verläuft durch den Wald. Danach geht es auf landwirtschaftlichen Wegen durch Obstplantagen, weshalb an heißen Tagen unbedingt ein Sonnenschutz zur Ausrüstung gehören sollte. Verschiedene Aussichtspunkte bieten beeindruckende Aussichten auf Ravensburg und den Bodensee. Ein weiterer Höhepunkt ist die idyllisch gelegene Haldenbergkapelle. Die Route führt an zwei Grillplätzen vorbei, die für ein Picknick genutzt werden können. Die Route beginnt am Bahnhof Ravensburg und endet am Häfler Stadtbahnhof. Beide Punkte sind also gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.

Die Schlosskirche ist schon aus der Ferne erkennbar und ein Wahrzeichen der Stadt Friedrichshafen.
Die Schlosskirche ist schon aus der Ferne erkennbar und ein Wahrzeichen der Stadt Friedrichshafen. | Bild: Andreas Ambrosius

Von Ludwigshafen nach Überlingen

Etwa vier Stunden Zeit sollten Wanderer für diese 14 Kilometer lange Strecke einplanen, empfiehlt der Schwäbische Albverein. Von Ludwigshafen wird auf dem Blütenweg nach Überlingen gewandert und weiter an den Kurfürsten vorbei zur Fidelishöhle. Über Gletschermühle und Goldbach geht es zurück nach Überlingen. Dort angekommen bietet das Café Anna eine Einkehrmöglichkeit. Der Schwäbische Albverein empfiehlt, auf dieser Route Wanderstöcke mitzunehmen.

Gehrenberg Guck-ins-Land

Die Route gehört zu den zertifizierten Premiumwanderwegen und hat es ganz schön in sich: Auf einer Länge von 14,6 Kilometern geht es 468 Meter in die Höhe. Der Rundweg kann an mehreren Punkten gestartet werden. Als Ausgangspunkt zu empfehlen ist allerdings der Parkplatz Vogelsang im Markdorfer Ortsteil Möggenweiler, da hier der Anstieg am Anfang der Wanderung liegt und die Tour dann gemütlich rund um den Gehrenberg führt. Unterwegs gibt es viel zu sehen: einen historischen Wasserspeicher, den Gehrenbergturm, die "Rutsche" entlang des Fuchsbühls und eine große Liegeschaukel sind einige der Höhepunkte. Da es entlang der Route keine Einkehrmöglichkeit gibt, gehört eine Marschverpflegung in den Wanderrucksack.

Einer der Höhepunkte auf der Guck-ins-Land-Strecke: der Gehrenbergturm.
Einer der Höhepunkte auf der Guck-ins-Land-Strecke: der Gehrenbergturm. | Bild: Andreas Ambrosius

Um Tettnang

Ein Rundwanderweg von etwa zehn Kilometern Länge führt mit rund 130 Höhenmetern um Tettnang. Vom Bärenplatz wird über Dieglieshofen zur Kapelle in Brünnensweiler gewandert, wo eine herrliche Sicht auf das Alpenpanorama möglich ist. Über Herrgotsweiler und Siggenweiler geht es dann zurück nach Tettnang. Eine Stärkung gibt es dort unter anderem in der "Traube".

Ortsrundweg Kluftern

Auf dieser Tour lässt sich das Wandern mit Kunst und Geschichte verbinden. Die Strecke ist laut Tourist-Information Friedrichshafen 12,5 Kilometer lang und führt in Form einer großen Acht durch die Häfler Teilorte Efrizweiler, Kluftern und Lipbach. Entlang des Rundwegs können Wanderer 17 Kunstwerke von lokalen, regionalen und internationalen Künstlern bestaunen. Technikbegeisterte können außerdem über QR-Codes an den Kunststationen noch mehr Informationen zum jeweiligen Werk abrufen. Für eine Stärkung zwischendurch stehen verschiedene Gasthöfe und Cafés zur Auswahl. Mit den Stadtbuslinien 11 und 12 ist das Rathaus Kluftern als Ausgangspunkt gut zu erreichen.

Der Ortsrundweg Kluftern hat nicht nur Natur, sondern auch jede Menge Kunst zu bieten. Hier zu sehen ist das 2005 errichtete Kunstwerk "Tor – Mensch" der in Kluftern wohneneden Künstlerin Erika Zehle.
Der Ortsrundweg Kluftern hat nicht nur Natur, sondern auch jede Menge Kunst zu bieten. Hier zu sehen ist das 2005 errichtete Kunstwerk "Tor – Mensch" der in Kluftern wohneneden Künstlerin Erika Zehle. | Bild: Georg Wex

Obst- und Weinwanderweg

Sport und Genuss liegen manchmal gar nicht so weit auseinander – zumindest auf der 12,8 Kilometer langen Tour, die den Hagnauer Obst- und Weinwanderweg mit dem Immenstaader Apfel- und Weinspazierweg verbindet. Inmitten von Obstplantagen und Weinbergen führt der Rundweg von Hagnau in Richtung Frenkenbach und über Kippenhausen wieder zurück. Für eine kleine Herausforderung sorgen etwa 155 Höhenmeter, die auf dem Weg zu überwinden sind. Einen schönen Ausblick auf den See und die Schweizer Alpen bietet die Aussichtsplattform Wilhelmshöhe. Danach geht es vorbei am Haldenhof und an der romanischen Kirche St. Oswald in Richtung Schloss Kirchberg und anschließend weiter zum Schloss Hersberg. Eine Stärkung mit Kaffee und Kuchen können sich Wanderer unter anderem im Café „Zum Puppenhaus“ in Kippenhausen gönnen, bevor es zurück zum Ausgangspunkt, dem Hagnauer Rathaus, geht. Dieser ist mit der See-Linie 7395 erreichbar. Wer lieber mit dem Auto anreisen möchte, kann auf dem Parkplatz West direkt an der B 31 parken.

Diesen mächtigen Staffelgiebelbau kennt wohl jeder, der irgendwann einmal auf der B 31 am Bodensee entlang fuhr: Schloss Hersberg in Kippenhausen.
Diesen mächtigen Staffelgiebelbau kennt wohl jeder, der irgendwann einmal auf der B 31 am Bodensee entlang fuhr: Schloss Hersberg in Kippenhausen. | Bild: Susann Ganzert

Ailinger Panoramaweg

Etwa zweieinhalb Stunden müssen Wanderer nach Angaben der Häfler Tourist-Information für den rund zehn Kilometer langen Rundweg durch die Friedrichshafener Ortschaft einplanen. Ausgehend vom Ailinger Rathaus führt die Route an der Rotach entlang über Unterlottenweiler zum Horach, dem höchsten Punkt Friedrichshafens. Danach geht es weiter zum Höhlerösch, einer naturgeschützten Streuwiese. Die umfassendste und schönste Aussicht bietet im Anschluss die Kuppe des Haldenbergs mit der Haldenbergkapelle, an der die Tour ebenfalls vorbei führt, bevor es zurück zum Ausgangspunkt geht. Für Geschichtsinteressierte gibt es auf dem Weg auch noch etwas zu lernen: Elf Tafeln des Bodenseepfades erzählen den Wanderern etwas über die Geschichte der Landnutzung und über die verborgenen Besonderheiten am Wegesrand. Das zentral gelegene Rathaus in Ailingen ist mit den Buslinien 13, 14 und 15 des Stadtverkehrs Friedrichshafen erreichbar. Außerdem gibt es einige kostenfreie Parkplätze am Rathaus und weitere Parkmöglichkeiten am Wellenfreibad.

Eines der idyllischsten Fleckchen im Bodenseekreis: die Haldenbergkapelle.
Eines der idyllischsten Fleckchen im Bodenseekreis: die Haldenbergkapelle. | Bild: Axel Pries

Rundwanderung durch Heiligenberg

Etwa 140 Höhenmeter haben Wanderer laut Schwäbischem Albverein auf diesem 14 Kilometer langen Rundweg zu überwinden. In Heiligenberg führt der Weg in Richtung Schloss und von dort aus weiter zum Schweizerhaus. Bei klarem Wetter kann man von dort bis in die Schweizer Berge schauen. Weiter geht es auf dem Kreuzgang in Richtung „Klaus Egg“ und durch den Friedwald nach Betenbrunn, wo das Gasthaus "Zur Post" für eine Verschnaufpause genutzt werden kann. Zurück führt die Route über die Amalienhöhe und die Freundschaftshöhle nach Heiligenberg.