Sowohl in Frickingen als auch in Altheim und Leustetten werden zu Ehren des höchsten katholischen Kirchenfestes Brunnen und Plätze geschmückt. Die Landfrauen Salemertal kümmern sich um Frickingens Brunnenanlage beim Kreisel in Richtung Überlingen. In den beiden Teilorten sind es Privatleute, die sich der vorösterlichen Tradition widmen. Herausgekommen sind richtige Kunstwerke. Die Details lohnen einen zweiten Blick und bergen eine Menge Symbolik.

Die Landfrauen Salemertal schätzen das gesellige Kranzen in der Frickinger Scheuer.
Die Landfrauen Salemertal schätzen das gesellige Kranzen in der Frickinger Scheuer. | Bild: Martina Wolters

In der Scheuer der Frickingerin Helga Müller herrschte vor der Karwoche Hochkonjunktur. Überall saßen oder standen winterlich gekleidete Frauen, um einen 20 Meter langen Kranz als Brunnengirlande zu binden. In diesem Jahr mussten sie Thuja und Eibe hinzunehmen. Schuld daran ist die asiatische Zünslerraupe, die auch hierzulande das Buchsvorkommen drastisch reduziert hat.

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Auch der alte Dorfbrunnen gegenüber des Gerbermuseums wird mit Thuja bekränzt. Doch das erscheint nebensächlich angesichts der per Traktor transportierten, prächtigen Kranzkrone. Die haben Einwohner über und über mit dunkelblauen, hellblauen und weißen Eiern geschmückt. „Die Eier werden unterm Jahr ausgeblasen beim Spätzle machen oder Kuchen backen“, erklärt Organisatorin Theres Matt. Zum Blau-Weiß gesellt sich die Farbe Gelb, die helfende Hände in Eierform an Büsche und Bäume in Brunnennähe hängen. Ein kunterbuntes Riesenei wird links des Brunnenschmucks aufgestellt und vereint rote, gelbe, blaue und grüne Eier.

Der Altheimer Löwenbrunnen ist eines der drei Frickinger Brunnenkunstwerke.
Der Altheimer Löwenbrunnen ist eines der drei Frickinger Brunnenkunstwerke. | Bild: Martina Wolters

Jeder Farbe kommt eine eigene Bedeutung zu. Laut dem Lippertsreuter Heimatforscher Hermann Keller steht das Rot für Leben, das Grün für Frühling und die Farbe Blau symbolisiert den Himmel. Die gelbe Eierfarbe ist Ausdruck für Weisheit. Außer der Farbensymbolik gibt es noch mehr zu entdecken. Paul Matt hat zum Beispiel ein Longinuskreuz aus Holz gefertigt. Es soll an den Kreuzestod Jesu erinnern. Der Altheimer Löwenbrunnen lässt ebenso viel Raum zum Staunen. Altheimer um Familie Schroff haben hunderte handbemalte Eier aufgesteckt. Auf der Brunnenvorderseite bilden sie die Jahreszahl. In der Mitte künden sie als Riesen-Osterhase vom Osterfest.