Durch eine große und aktive Vereinslandschaft ist das Gemeindeleben im Jahresverlauf von zahlreichen Festen und Veranstaltungen geprägt. Jedenfalls war es die vergangenen Jahre so, bis Corona dem fröhlichen Treiben ein jähes Ende setzte.

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Nachdem der Inzidenzstatus im Bodenseekreis mittlerweile auf unter 50 gesunken ist, stellen sich viele die Frage, ob und in welchem Rahmen Veranstaltungen bald wieder stattfinden können. Fronleichnam steht unmittelbar bevor. Pfarrer Jürgen Schmidt sagt dazu: „Da Abstände wohl nicht eingehalten werden können, wird es in Deggenhausertal keine Fronleichnamsprozession geben.“ Gute Tradition ist es, dass am Sonntag nach Fronleichnam eine Prozession in Lellwangen stattfindet. Auch diese wird es in diesem Jahr nicht geben. Im Anschluss an das kirchliche Fest stand regelmäßig das Dorffest in der „Alten Molke“, dem Dorfgemeinschaftshaus, auf dem Programm. Der Sprecher der Bürgergemeinschaft Lellwangen, Egon Schumacher, dämpft die Erwartungen: „So wie es derzeit aussieht, wird das Dorffest nicht stattfinden können.“ Wegen der vielen Regelungen sei es nicht möglich, das Fest kurzfristig zu organisieren. Die Abstands- und Maskenregeln, das Verbot größerer Veranstaltungen und nicht zuletzt der Umstand, dass der Musikverein nicht proben konnte, machten ein Fest unmöglich.

So ist die aktuelle Situation beim Sportverein

Schon vor Längerem hat die Feuerwehrkameradschaft Wittenhofen das gewöhnlich im Juli stattfindende zweitägige Floriansfest beim Feuerwehrgerätehaus abgesagt. Für den Musikverein Deggenhausen-Lellwangen erklärt der Vorsitzende Otto Kopp, dass die nächsten sechs bis acht Wochen wohl keine Konzerte möglich sein werden. „Wir hatten jetzt rund 15 Monate keine Möglichkeit, mit der Gesamtkapelle zu proben, da ist die Kapelle nicht spielbar“, meint er. Wenn bald wieder in Kleingruppen geübt werden dürfte, seien Auftritte in kleinerem Rahmen denkbar. Bezüglich der Platzkonzerte, die gewöhnlich im Sommer auf dem Dorfplatz in Deggenhausen angeboten werden, „haben wir die Hoffnung noch nicht aufgegeben“.

Die Fronleichnamsprozession und das Dorffest der Bürgergemeinschaft Lellwangen sind in diesem Jahr bereits abgesagt. Archivbild: Wolf-Dieter Guip
Die Fronleichnamsprozession und das Dorffest der Bürgergemeinschaft Lellwangen sind in diesem Jahr bereits abgesagt. Archivbild: Wolf-Dieter Guip | Bild: Wolf-Dieter Guip

Viola Baumann, stellvertretende Vorsitzende des Musikvereins Roggen­beuren, informiert: „Eigentlich war im Juni ein Platzkonzert in Wittenhofen geplant, das ist allerdings wohl zu kurzfristig, weil zuerst wieder Proben stattfinden müssen“, erklärt sie. Und sie ergänzt, dass der Verein die Entwicklungen auf sich zukommen lasse und je nach Lage in der Corona-Pandemie entscheide, was möglich ist und was nicht. Es mache keinen Sinn, langfristig zu planen, weil man nicht wisse, wie sich die Zahlen entwickelten. „Es wird aus heutiger Sicht kaum möglich sein, unser Sommerfest bei der Alfons-Schmidmeister-Halle so auszurichten wie die Jahre zuvor“, schließt Viola Baumann.

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Die Vorsitzende des Musikvereins Homberg-Limpach, Dagmar Felix, berichtet zur aktuellen Situation: „Für gewöhnlich richtet der Musikverein Homberg-Limpach die Sommerserenade auf dem Höchsten, das Dorffest in Limpach und die Halloweenparty in Wittenhofen aus. Definitiv gestrichen ist bisher leider die Halloweenparty, da wir nicht damit rechnen, dass eine Veranstaltung in dieser Größenordnung zulässig ist. Wir hoffen weiterhin, dass wir dieses Jahr eine Sommerserenade auf dem Höchstem veranstalten können und dass wir in irgendeiner Form ein kleines Dorffest abhalten können.“

Auch 2021 abgesagt: das beliebte Floriansfest der Feuerwehrkameradschaft Wittenhofen beim Feuerwehrgerätehaus.
Auch 2021 abgesagt: das beliebte Floriansfest der Feuerwehrkameradschaft Wittenhofen beim Feuerwehrgerätehaus. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Alles hänge davon ab, wie die Corona-Verordnungen lauten und ob die Regeln umsetzbar sind beziehungsweise ob unter den jeweiligen Umständen überhaupt unbeschwerte Feierstimmung aufkommen kann. Jeder sehne sich nach einem Fest mit geselligem Zusammensein.

Siegfried Kopp vom Förderverein Deggenhausertal bedauert sehr, dass es den Gewerbetag im Tal nicht geben kann, weil dafür eine lange Vorbereitungszeit erforderlich sei. „Der Förderverein hätte auch schon sein 25. Jubiläum feiern können. Vielleicht können wir da später noch was planen“, meint er.