Ikea hat seit Kurzem drei Abholstationen in der Bodenseeregion – eine davon in Friedrichshafen. In den sozialen Netzwerken wird die Neuigkeit fleißig geteilt und kommentiert. Während sich die eine über das neue Angebot freuen, das ihnen Zeit und Fahrtkosten für den Weg nach Ulm erspart, wünschen sich andere statt einer Abholstation „endlich eine Filiale“ in der Region.

Wie soll man hier seine Ware einladen?

Besonders intensiv wird allerdings über den Standort diskutiert. Für die Abholstationen greift Ikea auf bereits bestehende Filialen eines Logistik-Dienstleisters zurück. In Friedrichshafen befindet sich die sogenannte Storebox in der Friedrichstraße – also in der Innenstadt. „Da kann man nicht mal parken! Wie bekommt man dort große Pakete eingeladen“, fragt sich ein User bei Facebook.

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Ähnliche Kommentare folgen: „Super Idee, jedoch ist der Standort absolut schwachsinnig.“ Schränke, Betten oder Sofas könne man doch nicht zum Parkhaus schleppen. Anderen sehen ein Verkehrschaos schon vorprogrammiert. „Bin heute durchgefahren, nettes Verkehrschaos...“, kommentiert jemand. Eine Abholstation ohne Parkplätze? Da wähnt jemand gar „Schildbürger am Werk“. Ein anderer User hält den Standort für einen Aprilscherz. „Mir tun die LKW-Fahrer leid, die überall vertrieben werden.“

Was sagt Ikea zu den Parkmöglichkeiten?

In Lindau und Ravensburg hätten Kunden die Möglichkeit, direkt an der Straße vor der Abholstation zu parken, um die Ware einzuladen. „In Friedrichshafen gibt es einen Kundenparkplatz im Innenhof und fußläufige Haltemöglichkeiten entlang der angrenzenden Straßen“, so eine Sprecherin des schwedischen Möbelriesen.

Die Parkmöglichkeit im Innenhof.
Die Parkmöglichkeit im Innenhof. | Bild: Wieland, Fabiane

Im Innenhof ist tatsächlich ein Kundenparkplatz ausgewiesen. Ein Schild, das Kunden auf den Stellplatz hinweist, gibt es am Gebäude oder an der Straße allerdings nicht.

Die Abholstationen werden zunächst bis August 2023 getestet. Anschließend will Ikea beurteilen, wie die neuen Stationen angenommen und die Abholmöglichkeiten sogar noch erweitert werden können.

Öffentliche Parkplätze gibt es beispielsweise in der Möttelistraße. Zu Fuß erreicht man die Abholstation von hier aus in etwa zwei Minuten.
Öffentliche Parkplätze gibt es beispielsweise in der Möttelistraße. Zu Fuß erreicht man die Abholstation von hier aus in etwa zwei Minuten. | Bild: Wieland, Fabiane

Was sagt die Stadtverwaltung?

Eine Abholstation an dieser Stelle anzubieten war eine unternehmerische Entscheidung von Ikea, teilt die Stadtverwaltung mit. Derzeit befinde sich an der Stelle bereits ein Center mit anmietbaren Lagerboxen und entsprechendem Kundenverkehr.

Stadtsprecherin Andrea Kreuzer
Stadtsprecherin Andrea Kreuzer | Bild: Lena Reiner

„Was die Parksituation betrifft, gab es bisher keine Probleme – ein Kundenparkplatz im Hof ist ja vorhanden. Der Gemeindevollzugsdienst wird im Rahmen seiner regelmäßigen Kontrollgänge in der Innenstadt aber auch diesen Bereich überprüfen“, sagt Stadtsprecherin Andrea Kreuzer.

Servicegebühr von 20 Euro – zu teuer?

An allen drei Stationen in der Region wird die Ware in zugewiesenen Boxen hinterlegt. Dort können die Bestellungen mithilfe eines Codes rund um die Uhr abgeholt werden. Unabhängig vom Warenwert liegt die Servicegebühr bei 20 Euro. Zu viel, finden zahlreiche User in den sozialen Medien. „Der Kunde ist nicht König“, so ein Kommentar. Wenn man sich bei anderen Unternehmen etwas etwas online bestelle und in Filialen liefern lassen, würden doch auch keine Kosten anfallen.

„Wer glaubt, so die Liefergebühren sparen zu können, wird enttäuscht. Zahlen muss man trotzdem. Von daher erschließt sich mir der Sinn absolut nicht“, kommentiert ein anderer. Es gibt aber auch Zustimmung: ein User hält eine Gebühr für sinnvoll, damit die Leute „nicht auf die Idee kommen, nur einen Kochlöffel zu bestellen“ und sich diesen ins Abhollager liefern zu lassen. Oder: „Einen Schrank für 10 oder 20 Euro nach FN oder RV liefern zu lassen, statt nach Ulm zu fahren und sich durch den Ikea zu quälen [...], finde ich absolut günstig.“