Wer zu Ikea geht, rechnet mit einem Riesen-Angebot auf riesiger Fläche. 54 Möbelhäuser betreibt der schwedische Konzern allein in Deutschland, alle weitab vom Schuss, aber gut angebunden – meist an Autobahnen oder in Gewerbegebieten. Jeder Standort hat eine durchschnittliche Verkaufsfläche von 35 000 Quadratmetern. Und dann ein Laden mitten im Ravensburger Gänsbühl-Center? Da soll Ikea drin sein?

Blick in den Pop-up-Store in Ravensburg.
Blick in den Pop-up-Store in Ravensburg. | Bild: Ikea/Felix Kaestle

„Keine Angst, sie werden sich nicht verlaufen“, empfängt Jürgen Wießmann, Market-Manager für Ikea Ulm und Ravensburg, gut gelaunt die Medienvertreter, die sich vier Tage vor der Eröffnung im kleinsten Laden der Möbelkette umschauen können. 75 Quadratmeter bietet der sogenannte Pop-up-Store.

An zwei Plätzen können Kunden digital im Sortiment stöbern.
An zwei Plätzen können Kunden digital im Sortiment stöbern. | Bild: Ikea/Felix Kaestle

Ein Blick genügt, um zu sehen, was drin ist. Links eine Küche der Metod-Serie, geradeaus das berühmte Pax-Schranksystem und rechts eine Wohnzimmerwand von Besta, auch mit Musterfronten – und alles hübsch dekoriert. Mehr nicht.

Jürgen Wießmann ist Market-Manager für Ikea Ulm und Ravensburg
Jürgen Wießmann ist Market-Manager für Ikea Ulm und Ravensburg | Bild: Ikea/Felix Kaestle
„Hier gibt‘s keine Möbel zum Mitnehmen. Nur zum Anschauen.“
Jürgen Wießmann, Market-Manager Ikea Ulm und Ravensburg

Den größten Unterschied zu den typischen Einrichtungshäusern erklärt Jürgen Wießmann so: „Hier gibt‘s keine Möbel zum Mitnehmen. Nur zum Anschauen.“ Was für den typischen Kunden enttäuschend klingen mag, hat für Ikea aber System und soll letztlich sogar für mehr Kundschaft sorgen. „Wir wollen nah am Kunden sein, mitten in der Stadt und in bester Lage“, sagt der Manager. Will heißen: Auch wer nicht eine Stunde mit dem Auto ins nächste Möbelhaus fahren will, soll im typischen, gelb-geprägten Ambiente einkaufen gehen können.

Mitten im Laden gibt es drei Computer-Plätze, an denen die Kunden ihre Möbel am Computer zusammenstellen oder den Einkauf planen können ...
Mitten im Laden gibt es drei Computer-Plätze, an denen die Kunden ihre Möbel am Computer zusammenstellen oder den Einkauf planen können – auf Wunsch mit Beratung. | Bild: Katy Cuko

Der Laden bietet dabei nur die Online-Plattform, allerdings mit persönlicher Ansprache. Sechs Berater betreuen die Kunden, die sich am besten online anmelden (http://ikea.de/planungsservice), auch wenn der spontane Besuch genauso möglich ist. An drei Computerplätzen an zwei digitalen Bildschirmen lässt sich der Ikea-Einkauf tätigen – Planung auf Wunsch mithilfe der Berater – und vor Ort auch letztlich bezahlen.

Blick in den Pop-up-Store: Wohnmöbel der Besta-Serie und Musterfronten sind ausgestellt.
Blick in den Pop-up-Store: Wohnmöbel der Besta-Serie und Musterfronten sind ausgestellt. | Bild: Katy Cuko

Nur Mitnehmen geht eben nicht. Die Bestellung kann man in Ulm abholen oder sich nach Hause liefern lassen. Nur schade, dass Ikea die Abholstation in Ravensburg zum Jahresende 2021 eingestellt hat. „Wir prüfen zurzeit, auch wieder eine Abholmöglichkeit in Ravensburg einzurichten, um die Abholung noch komfortabler zu gestalten“, sagt Pressesprecherin Louisa Klink auf Nachfrage.

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Ob das neue Konzept klappt? Online planen und bestellen kann der Kunden auch von zuhause. Wieviel Beratung er dabei braucht, will der Konzern mit diesem Modell testen. Der Pop-up-Store ist allerdings Teil eines weltweiten Projekts, mit dem Ikea auch andere, neue Geschäftsmodelle ausprobiert. Der Laden in Ravensburg, den es mit diesem Konzept auch in Wolfsburg gibt, bleibt 18 Monate im Gänsbühl-Center. Dann wird Bilanz gezogen.

Beratung ganz individuell und räumlich getrennt im hinteren Teil des Ladens: Andreas Pohl (rechts) und Louisa Klink stellen die ...
Beratung ganz individuell und räumlich getrennt im hinteren Teil des Ladens: Andreas Pohl (rechts) und Louisa Klink stellen die Situation nach. | Bild: Katy Cuko