Die Entscheidung, dass auf dem Streckenabschnitt zwischen Meersburg und Immenstaad gebaut werden soll, ist getroffen. Die Trasse ist nach Angaben des Regierungspräsidiums Tübingen aber noch nicht auf den Meter genau festgelegt – hier könne die Region noch mitreden, indem sie die Gutachten kritisch begleitet, Kriterien für eine gute Trasse erarbeitet oder sich im Konsens auf eine Trasse im Bereich des Prüfraums einigt. Zahlreiche Vorschläge (siehe Grafik) wurden inzwischen beim Regierungspräsidium eingereicht.

Projektleiter Matthias Kühnel erklärt zum weiteren Zeitplan: „Ziel ist es, dass wir bis im Herbst/Winter bei diesem Sammelsurium an Ideen die Spreu vom Weizen getrennt haben.“ Die vielen eingereichten Vorschläge müssten nun auf Kriterien vom Naturschutz bis zu rechtlichen Gesichtspunkten untersucht werden. Das heiße nicht, dass einer der Vorschläge die neue Trasse darstellen wird. „Es kann auch sein, dass aus mehreren verschiedenen Varianten ein neuer Streckenabschnitt der B 31-neu wird“, sagt der Projektleiter. Man versuche, eine möglichst gute Trasse zu finden, die einen hohen Nutzen und ein geringes Konfliktpotenzial aufweist. „Wir haben bislang keine Wunschvariante“, so Kühnel.

Ganz unterschiedlich sind hingegen die Interesse von Verkehrsinitiativen, Naturschützern und Bürgern aus der Region. Wir stellen einige Initiativen und ihre Ideen vor.

Zahlreiche Trassenvorschläge sind beim Regierungspräsidium eingegangen.
Zahlreiche Trassenvorschläge sind beim Regierungspräsidium eingegangen. | Bild: Alexander Bernhardt

Immenstaad: "Unser Trassen-Vorschlag beinhaltet einige Kompromisse"

Planungsvariante: Die Bürgerinitiative Immenstaad B 31-neu, kurz: BIB31neu, favorisiert die Planungsvariante B 31 7.5 W2 plus. "Diese bietet Vorteile für die ganze Region, entlastet viele Ortsdurchfahrten an der B 31, B 33 sowie B 30 und macht durch ihre Bündelungsfunktion den Bau neuer Ortsumgehungen auf der B 33 von Ittendorf bis Ravensburg unnötig", erklärt Dieter Kirchhoff, Vorsitzender der Verkehrsinitiative. Zudem werde unter anderem der Landverbrauch für Nebenstraßen und Ortsumfahrungen reduziert und Ortsstraßen würden vom Transitverkehr entlastet.

Neubau statt Ausbau: Der Bundesverkehrswegeplan 2030 und die dazu prognostizierten Verkehrszahlen machen aus Sicht der Immenstaader Initiative eine vierspurige Straße unumgänglich. So bleibe nur eine seeferne Trasse als sinnvolle Lösung, machen Kirchhoff und sein Stellvertreter Heinolf Kielkopf deutlich. Klar sei dabei: "Bei jedem Neubau einer Straße wird es Betroffene geben." Auch ein Ausbau einer Straße sei ein Neubau, da die existierende Straße leistungsfähig erweitert werden muss und übliche Ortsverbindungsstraßen erhalten bleiben müssen. Die Initiative hat einen Vorschlag für einen Trassenverlauf und eine 15-seitige Begründung dafür beim Regierungspräsidium eingereicht.

Bündnisse: Die Initiative BIB31neu gehört zum Bündnis B 31-neu Bündnis pro 7.5 plus mit den Initiativen aus Hagnau und Stetten samt dem Winzerverein Hagnau. "Dieses Bündnis wurde initiiert, um die gleich gelagerten Interessen und Positionen gemeinsam zu vertreten und für die zentral betroffenen Gemeinden öffentlich Einigkeit zu demonstrieren", erklären Kirchhoff und Kielkopf. Im Bündnis befürchte man, dass ein leistungsfähiger Ausbau der B 31 auf der seenahen Variante 0.1 ein zerstörerischer Eingriff in die unmittelbare Seelandschaft mit See- und Alpenpanorama und den Weinbergen im zentralen Bodensee-Weinbaugebiet von Meersburg bis Immenstaad mit sich bringen würde. Mit Blick auf Immenstaad sei es der Verkehrsinitiative wichtig, dass der Ort durch die B-31-Trasse nicht durchschnitten wird. Daher habe man vorgeschlagen, die Linienführung in der Nähe zur Feriensiedlung etwas nach Norden zu verlegen. Nicht zuletzt wolle man mit der vorgeschlagenen Variante aber auch den Interessen der Gemeinden und Initiativen entgegenkommen, die bis dato gegen eine Variante 7.5 aktiv sind. "Unser Trassen-Vorschlag beinhaltet einige Kompromisse mit unseren Bündnispartnern, aber auch mit den Meersburgern durch die Modifizierungen von Knoten und Roggele-Spange."

Kriterien für eine gute Trasse sind aus Sicht der Immenstaader Initiative unter anderem eine möglichst geringe Anzahl betroffener Anwohner, ein geringer Landschaftsverbrauch und eine nachhaltige Aufnahmekapazität.

Für ein Foto gut, doch zum Reden viel zu laut: Die Koordinationsgruppe des B 31-neu Bündnis pro 7.5 plus steht an der B 31 in der Ortsmitte von Hagnau, mit Bernd Saible, Sandra Merk (Hagnau), Heiko Mantzsch (Stetten), Dieter Kirchhoff und Heinolf Kielkopf (Immenstaad, von links).
Für ein Foto gut, doch zum Reden viel zu laut: Die Koordinationsgruppe des B 31-neu Bündnis pro 7.5 plus steht an der B 31 in der Ortsmitte von Hagnau, mit Bernd Saible, Sandra Merk (Hagnau), Heiko Mantzsch (Stetten), Dieter Kirchhoff und Heinolf Kielkopf (Immenstaad, von links). | Bild: Uwe Petersen

Hagnau: "Es geht hier nicht um ein Hagnauer Problem"

Bündnisarbeit: Die Verkehrsinitiative Hagnauer Bürger hat verschiedene Arbeitsgruppen, die sich Verkehrsfragen in und außerhalb Hagnaus widmen. Außerdem stecken die Mitglieder viel Energie in das gemeinsame Bündnis mit der Bürgerinitiative Immenstaad B 31-neu und einem Teil der Bürger in Stetten: das B 31-neu Bündnis pro 7.5 plus. Grundlage ist die Vorzugsvariante 7.5, allerdings mit Veränderungswünschen, daher 7.5 plus. Vorgeschlagen wird beispielsweise, vorhandene Straßen als Zufahrten zur B 31-neu zu verwenden und den geplanten Knoten nördlich des Stettener Wohngebiets entfallen zu lassen. Eine eigene Zufahrt von Hagnau auf die B 31-neu wird nicht als sinnvoll erachtet. Die Ittendorfer Straße im Ort sei für den anfallenden Verkehr zu eng. Hagnau müsste die Auffahrt Stetten Richtung Markdorf beziehungsweise Überlingen sowie den Fischbacher Knotenpunkt Richtung Friedrichshafen/Ravensburg/Lindau nutzen.

Internationale Verkehrsachse: Die Hagnauer Bürger steigen sowohl in der Verkehrsinitiave als auch im Bündnis mit den Immenstaadern und Stettenern tief in die Verkehrsplanung ein. Landschaftsbild, Betroffenheit der Anwohner wie etwa durch Bauzeiten, Erhalt von Kulturdenkmälern und Bodensee-Weinanbaugebieten sowie Landverbrauch sind zentrale Themen der Verkehrsinitiative. Gewünscht wird ein seeferner Ausbau der B 31-neu, wobei es nicht nur um eine leistungsfähige Trasse, "sondern auch um die Frage der Ausbauqualität als Schnellstraße mit Bündelungsfunktion von B 33 und B 31 beziehungsweise B 30 Friedrichshafen-Ravensburg geht", sagt Vorsitzender Bernd Saible, der betont, dass die B 31 ein Teilstück der Europastraße Paris-München ist. "Es geht hier nicht – wie von einigen behauptet wird – um ein Hagnauer Problem, das durch eine Ortsumfahrung gelöst werden könnte", sagt Saible. Der Vorsitzende spricht von einer wirtschaftlich bedeutsamen internationalen Verkehrsachse, die durch die Bodensee-Region führt.

Im Dialogforum: Die Hagnauer Verkehrsinitiative beteiligt sich am Forum B 31 im Dialog. "Das Dialogforum erleben wir momentan aber (noch) eher als Ort, an dem die Differenzen in subtiler Art und Weise zutage treten. Es ist mehr Information als Kommunikation", findet Bernd Saible. Die Mitglieder könnten etwa Informationen bezüglich der Arbeit und Ergebnisse der Fachbüros empfangen. "Eine gemeinsam von allen akzeptierte Variante ist momentan nicht in Sicht", sagt der Vorsitzende. Auch die Hagnauer sind in ihren Abwägungen gefestigt und würden sich nur durch sehr neue und andere Aspekte und Gründe überzeugen lassen. "Allerdings glauben wir, dass wir bis auf den Umweltschutzbereich bezüglich Flora und Fauna kaum mit Überraschungen rechnen müssen", so der Vorsitzende.

Stetten hat durch den Knotenpunkt B 31/B 33 eine besondere Lage. Zwei Initiativen haben sich gebildet, die teils unterschiedliche Ansätze in Sachen B 31 zwischen Meersburg und Immenstaad verfolgen.
Stetten hat durch den Knotenpunkt B 31/B 33 eine besondere Lage. Zwei Initiativen haben sich gebildet, die teils unterschiedliche Ansätze in Sachen B 31 zwischen Meersburg und Immenstaad verfolgen. | Bild: Fabiane Wieland

Stetten: ein Ort, zwei Verkehrsinitiativen, viele Vorschläge zur Trasse

Unterstützerliste: Die Initiative TeamB31-Stetten besteht seit einem halben Jahr. „Hintergrund war, dass der in Stetten bestehende Verein Interessengemeinschaft Verkehrsplanung B31/33 Stetten dem direkten Schulterschluss mit den Gemeinden Hagnau und Immenstaad und damit der unmittelbaren Zusammenarbeit im B 31-neu Bündnis pro 7.5. plus distanziert gegenübersteht“, sagt Gründer Heiko Mantzsch. Mitstreiter sind Gerhard Reichert und Werner Keßler. Die Initiative ist kein organisierter Verein und kein Verband mit festen Mitgliederzahlen. Es existiert eine Liste mit Unterstützern aus Stetten und der Umgebung. Mit dem B 31-neu Bündnis pro 7.5. plus besteht eine Kooperation. Die Ziele auf der Gemarkung Stetten gleichen sich. Deshalb hält das TeamB31-Stetten das Bündnis für außerordentlich wichtig, was Planungsaktivitäten und Öffentlichkeitswahrnehmung betrifft.

Mehr Interesse: „Wir würden uns sehr freuen, wenn auch die jüngere Generation sich mehr für dieses wichtige Thema sensibilisieren würde, das Bündnis unterstützen und sich auch engagieren würde“, sagt Mantzsch. In Zusammenarbeit mit den Partnern gab es Informationsveranstaltungen und „ich musste feststellen, dass vornehmlich die mittlere und ältere Generation der Einwohner Interesse für dieses weitreichende Projekt zeigen“. Die Ausbauvariante 0.1 hätte negative Folgen für die gesamte Region, so Mantzsch. Sie führt zum Beispiel durch Landschaftsschutzgebiete. Von den Konzernen hätten sich die Aktiven ebenso mehr Interesse erwartet. Die Unternehmen, die die wirtschaftliche Kraft der Region maßgeblich bestimmten, hielten sich in der Positionierung zum Thema sehr zurück.

Knotenrückbau: Das Team setzt sich für eine zweibahnige und vierstreifige nördliche Umfahrung auf der Linie 7.5 der Gemeinde Stetten ein und unterstützt die vom Verein Interessengemeinschaft Verkehrsplanung B31/33 Stetten vorgeschlagene Modifikation nördlich des Roggele und der neuen Stettener Anbindung an die 7.5 sowie die von der Bürgerinitiative Immenstaad B 31-neu vorgeschlagene Modifikation in Immenstaad. „Darüber hinaus setzen wir uns für unsere Gemeinde Stetten für den Rückbau des Knotens B31/B33 mit allen Rampen ein“, sagt Mantzsch. Diese Maßnahme ist als Flächenausgleichsmöglichkeit für den Neubau der Variante 7.5 vorgeschlagen. „Ein zukünftig kleiner, flächenschonender Kreisverkehr wird als Anbindung für Gäste der Region, den ÖPNV und die Anwohnerschaft zwischen Meersburg-Stetten-Hagnau vollkommen ausreichen“, so Mantzsch. Für die Variante 7.5 findet die Gruppe viele Argumente, garantiert aber: „Planungsalternativen, die unsere drei Seegemeinden Stetten, Hagnau, Immenstaad nördlich umfahren, stehen wir ergebnisoffen gegenüber.“

Trassen-Vorschlag: Die Interessengemeinschaft Verkehrsplanung B 31/B 33 Stetten hat einen Trassen-Vorschlag namens B 31-neu Konsens Plus erarbeitet. Die Trassenführung soll für alle Bürger in Stetten, Meersburg, Hagnau, Immenstaad und Ittendorf den bestmöglichen Kompromiss darstellen und nicht zu einseitigen und unzumutbaren Belastungen für Mensch und Umwelt führen. So lautet der Anspruch des Vereins, dessen Vorsitz Christian Grömmer im Jahr 2006 übernahm. „Wir können den puren 7.5er nicht akzeptieren. Der hat einen riesen Knoten auf dem Roggele“, sagt Grömmer. Diesen Vollknoten würde der Verein durch einen Vollknoten Stetten-Ost ersetzen, mit Anbindung von Stetten und Meersburg an die neue Trasse in Richtung Friedrichshafen und Ravensburg. Westlich von Stetten soll der Abschnitt der B 31-neu auf der Linie der Planungsvariante 7.5 verlaufen, östlich als Mitteltrasse zwischen den Planungsvarianten 7.5 und 9.3. Ausgelegt ist die Verkehrsführung im Vorschlag B 31-neu Konsens Plus als dreispurige Trasse mit Wechselspur. „Die entsprechend ausgebaute und seit etlichen Jahren benutzte Tasse im Bereich Überlingen zeigt auch zu Messezeiten wie auch bei immer mehr ansteigendem Transitverkehr sehr positiv ihr Fassungsvermögen, ohne, dass es zu Staus kommt“, führt die Interessengemeinschaft aus. Ihre Verkehrsplanung hat dabei zwei Grundzüge: den Transit- inklusive Schwerlastverkehr an den Ortschaften vorbei über die Trasse 7.5 zu führen und die Ortschaften durch vorhandene Straßen anzubinden. „Es ist nicht nur die Trasse, sondern auch die Anbindung, die die Leute interessiert“, sagt Grömmer. Man müsse so planen, als ob man dort wohnen würde, die bestehenden Straßen nutzen und nicht renaturieren, auch um das Aussterben von Ortsdurchfahrten zu verhindern.

Kein Bündnis: Trotz der Überlegungen für fünf Gemeinden gehört die Interessengemeinschaft weder dem B 31-neu Bündnis pro 7.5. plus noch der Arbeitsgemeinschaft Ausbau B 31-neu an. „Wir wollen mit allen reden“, begründet Grömmer diese Entscheidung. Am Forum B 31 im Dialog nimmt die Interessengemeinschaft teil. Die Gespräche im Dialogforum empfindet Grömmer allerdings als sehr abstrakt.

Tunnel: Das Planungsspiel B 31-neu hat nicht nur Ideen für einen Tunnel bei Hagnau hervorgebracht, gegen den sich die dortige Verkehrsinitiative ausspricht. Auch die Interessengemeinschaft befasst sich mit Tunnel-Projekten. Ein Tunnel könnte laut B 31-neu Konsens Plus bei Meersburg entlang der Trasse 7.5 in Richtung Osten bis etwa 150 Meter vor der Kreisstraße 7747 führen und mit Muttererde überdeckt werden, damit dort weiterhin Obst- und Weinbau betrieben werden können. Zudem fordern die Stettener eine direkte Anbindung des Fährverkehrs an die B 31-neu.

Ittendorf leidet durch den Verkehr auf der B 33, der Prognosen zufolge noch zunehmen wird, wie auch immer die B 31-neu verlaufen wird.
Ittendorf leidet durch den Verkehr auf der B 33, der Prognosen zufolge noch zunehmen wird, wie auch immer die B 31-neu verlaufen wird. | Bild: Jörg Büsche

Ittendorf: durch Ausbau massiven Eingriff in Landschaft vermeiden

Ausbau statt Neubau: Die Interessengemeinschaft Verkehrsneuplanung Ittendorf (IVI) wurde 1996 als eingetragener Verein gegründet und setzt sich aus der Bevölkerung zusammen. Den Planungsfall 7.5 W2 lehnt die Gruppe ab, wie Vorsitzender Fritz Käser erklärt. Die IVI unterstützt das Prinzip "Ausbau vor Neubau" mit dreispurigem Ausbau der bestehenden B 31, dem Bau eines Tunnels für Hagnau und der Einhausung der B 31 bei Immenstaad, mit Lärmschutzmaßnahmen an weiteren Stellen. Die Ittendorfer sehen darin eine Minimierung des Flächenbedarfs: Es müssten keine zusätzlichen Strecken neu gebaut werden. Die Landschaft werde nicht weiter zerschnitten, was eine Reduzierung von Trennungseffekten zur Folge habe. Bei einem Ausbau blieben Naherholungsgebiete – auch für den Tourismus – erhalten. Weiter zählt Käser die Minimierung von Lärm- und Schadstoffbelastungen, die Berücksichtigung von Umwelt-, Natur- und Artenschutz, Auswirkungen des Straßenneubaus auf land- und forstwirtschaftliche Nutzungen, Neubeeinträchtigungen natürlicher Wasservorkommen sowie die Verteilung der Lasten auf alle Beteiligten an der Trasse auf.

Arbeitsgemeinschaft: Die IVI gehört der Arbeitsgemeinschaft Ausbau B 31-neu zur Unterstützung der Ausbauvariante an, die sich – neben der Interessengemeinschaft – auch aus dem BUND-Kreisverband Bodenseekreis, BLHV-Ortsverein Markdorf, Meersburger Initiativ-Kreis B 31-neu, Nabu-Bezirksverband Donau-Bodensee und Verkehrsclub Deutschland (VCD) Bodenseekreis zusammensetzt. "Dieser Zusammenschluss von Naturschutzverbänden, Vertretern der Landwirtschaft und Bürgerinitiativen offenbart die breite Zustimmung zum Ausbaugedanken aus verschiedenen Sichtweisen. Die IVI hofft daher, dass sich mit der Umsetzung der Ausbauvariante ein massiver Eingriff in die Bodenseelandschaft vermeiden lässt", erklärt Fritz Käser.

Trennung von Reute: Der IVI-Vorsitzende sagt, dass Ittendorf unter dem Verkehr der B 33 leide, "der nach den vorhandenen Prognosen der Gutachter in Zukunft auch nicht abnehmen wird, wie auch immer eine zukünftige B 31-neu verlaufen wird". Dass Ittendorf unter anderem durch weiteren Verkehr auf einer Trasse 7.5 W2 zusätzlich betroffen sein und von dem Teilort Reute abgeschnitten werde, sei nicht hinnehmbar, sagt Käser. Die Planungsvariante 7.5 verläuft direkt zwischen Ittendorf und Reute.

Meinungsaustausch: Die IVI hat jeweils einen Vertreter in die Facharbeitskreise Verkehr sowie Umwelt-, Natur- und Artenschutz und in das Dialogforum entsandt und wirkt in diesen Foren, die vom Regierungspräsidium Tübingen initiiert wurden, aktiv mit. Derzeit sehe die IVI nur geringe Chancen, „einen Konsens mit den Initiativen anderer Kommunen zu finden“, sagt Fritz Käser über das Dialogforum.

Die Meersburger haben Sorge um ihren Weinanbau. Schon für die Umgehungsstraße hätten die Winzer große Opfer gebracht.
Die Meersburger haben Sorge um ihren Weinanbau. Schon für die Umgehungsstraße hätten die Winzer große Opfer gebracht. | Bild: Fabiane Wieland

Meersburg: "Lösungen, die nicht einseitig zulasten einer Gemeinde gehen

Anbindung an Umgehungsstraße: Der Meersburger Initiativ-Kreis B 31-neu (MIK) setzt sich für eine umwelt- und landschaftsschonende Anbindung der neuen B 31 an die Meersburger Umgehungsstraße östlich des Saba-Knotens ein. "Der MIK favorisiert eine dreispurige Ausbauvariante. Diese minimiert den Landschaftsverbrauch und schont damit die sensible Bodenseelandschaft in diesem Bereich", sagt Hans-Heinrich Gerth, stellvertretender Sprecher und Beiratsmitglied im MIK. Eine Trassenführung wie beim Planungsfall 7.5 W2 lehnt der MIK ab, "da dieser ausschließlich zulasten Meersburgs geht, ohne eine Lösung der dringenden Meersburger Verkehrsprobleme (Fähranbindung, Lärmschutz) aufzuzeigen. Die Meersburger Winzer haben für den Bau der Umgehungsstraße in den 80er Jahren bereits einen erheblichen Flächenverlust hingenommen, sodass weitere Opfer ihrerseits nicht gerechtfertigt sind".

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Gesprächspartner: Der MIK ist Gründungsmitglied der Arbeitsgemeinschaft (AG) Ausbau B 31-neu, zu der auch die Interessengemeinschaft Verkehrsneuplanung Ittendorf gehört. Die Mitglieder setzen sich für den Ausbau der B 31 zwischen Meersburg und Immenstaad möglichst auf der bestehenden Trasse ein und lehnen eine separate Trassenführung ab. "Der MIK tauscht sich regelmäßig im engen Einvernehmen mit dem Bürgermeister und dem Gemeinderat der Stadt Meersburg aus. Zusammen mit den Mitgliedern der AG Ausbau führt er von Fall zu Fall Gespräche mit den Abgeordneten der politischen Parteien im Land und im Bund", sagt Hans-Heinrich Gerth. Wie bei den weiteren Initiativen werden Informationsveranstaltungen für die Bürger angeboten und eine Internetseite wird gepflegt. Der MIK vertritt seine Vorstellungen im Dialogforum sowie in den Arbeitskreisen Verkehr und Umwelt, die das Regierungspräsidium Tübingen anbietet. Dabei wollen die Meersburger für alle Lösungen offen sein, "die nicht einseitig zulasten einer Gemeinde gehen", so Gerth.

Kriterien für eine gute Trasse: "Die Schonung der sensiblen Bodenseelandschaft sollte höchste Priorität haben, das heißt, keine neuen Trassen und überall dort, wo es möglich und sinnvoll ist, den Verkehr unter die Erde verlegen": So sieht für den Meersburger Initiativ-Kreis B 31-neu eine gute Trasse aus. Das schließt für die Meersburger einen Tunnel in Hagnau und Deckel in Immenstaad mit ein. Neben der Minimierung des Flächenverbrauchs fordert der MIK, zukünftige Verkehrsentwicklungen wie Carsharing, E-Mobilität und Verbesserung des ÖPNV, zum Beispiel den Ausbau der Bodenseegürtelbahn, mit einzubeziehen. Außerdem leistungsfähige Verkehrsachsen im Hinterland dort, "wo neue Wohn- und Gewerbegebiete in den letzten Jahren entstanden sind und täglich neu entstehen", sagt Hans-Heinrich Gerth im Namen des MIK.

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