Kressbronn Rechtslage am Kressbronner Ufer ist jetzt geklärt

Die rund 750 Meter lange Renaturierung des Kressbronner Bodenseeufers soll im Bereich des Seegartens geringer ausfallen als im westlichen Teil. Das war Grund für die Klage einer Anwohnerin mit einem Grundstück östlich des Landungsstegs beim Verwaltungsgericht in Sigmaringen. Ihr Ziel war, einen neuen Planfeststellungsbeschluss oder zumindest eine Änderung zu erreichen. Unter anderem wollte die Klägerin ihre private Slipanlage behalten. Nun wurde die Klage abgelehnt.

In der Urteilsbegründung des Verwaltungsgerichts ist zu lesen, dass die bestehenden Ufermauern vor den öffentlichen Grundstücken abgebrochen und das landwärts gelegene Gelände in einer Tiefe von fünf bis 15 Metern abgetragen werden soll. Vor den privaten Grundstücken sollen die Mauern überwiegend erhalten bleiben. Stege, Slipanlagen, Bootsanlegestellen und sonstige Verbauungen sollen abgebrochen werden. In dem Abschnitt vom Seepark bis zum Landungssteg werde auf der Aufschüttung ein maximal zwei Meter breiter Weg angelegt. Ziel sei, das Gewässer so weit wie möglich in einen naturnahen Zustand zu versetzen. Mit Rücksicht auf die privaten Grundstücke sei darauf verzichtet worden, sämtliche Ufermauern im Ausführungsbereich zu beseitigen und das Gelände landseitig der Ufermauern abzutragen.

Antragsgegner ist das Land Baden-Württemberg, vertreten durch das Regierungspräsidium Tübingen. Auf dem Grundstück der Antragstellerin seien keine Maßnahmen vorgesehen, die nicht Gegenstand des rechtskräftigen Planfeststellungsbeschlusses seien. Somit seien die Belange der Antragstellerin ausreichend berücksichtigt. Es sei bereits bei Antragstellung für die Uferrenaturierung klar gewesen, dass im besiedelten Bereich eine 100-prozentige Renaturierung nicht möglich sein werde. Auch kleinere Beiträge seien erforderlich und trügen zur ökologischen Verbesserung des Bodenseeufers bei. Bereits im Oktober 2016 habe das Institut für Seenforschung den ökologischen Wert der Renaturierungsmaßnahme ausdrücklich bestätigt. Die Antragstellerin hat die Kosten des Verfahrens zu tragen.

Kressbronns Bürgermeister Daniel Enzensperger äußerte sich froh darüber, dass die Rechtslage nun eindeutig geklärt sei. "Jetzt dürfte den Baumaßnahmen nichts mehr im Wege stehen." Hans Steitz vom Vorstand des Kressbronner Ortsverband Bündnis 90/Die Grünen sagt, dass alles, was ökologisch Sinn mache seine Zustimmung habe. Bedenken hat er wegen des alten Baumbestands im östlichen Teil. "Uns stört, dass die erste Kastanienreihe im Seegarten gefällt wird." Im östlichen Teil des Ufers erschließe sich ihm auch nicht der Sinn einer Uferaufschüttung, wenn kein Uferweg angelegt werde. Auch zur Uferrenaturierung im westlichen Teil hat Steitz eine klare Meinung: "Man sollte so ehrlich sein, zu sagen, dass man es wegen des Uferwegs macht und nicht wegen der Ökologie."

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