Friedrichshafen 24-Stunden Streik legt ZF-Produktion lahm

Arbeiter von ZF und MWS legen im Arbeitskampf ihre Arbeit für 24 Stunden nieder – Viele Streikenden treffen sich im IG-Metall-Zelt und holen ihre Streikkarten ab

Fahnen werden geschwenkt, das Geräusch von schrillen Trillerpfeifen ist unüberhörbar. Viele Menschen drängeln sich am Mittwochvormittag auf dem Messeparkplatz beim Forschungs- und Entwicklungszentrum (FEZ), dort hat die IG Metall ihre Streikzentrale aufgebaut. Sie sind dort, um zu streiken. 24 Stunden lang. Aber auch, um ihre Streikkarten abzuholen, die sie benötigen, um ihr Streikgeld zu bekommen. Michael Moll sitzt schon seit dem Morgen an der Bierbank und verteilt die Karten. "Dazu bekommt jeder noch unseren IG-Metall-Wecker geschenkt", erklärt der ZF-ler. Bis auf den Parkplatz stehen die Streikenden, geduldig, bester Laune.





Seit der Frühschicht geht bei MWS und ZF nichts mehr und die Arbeiter haben gute Gründe für den 24-Stunden-Ausstand. „Wir tun das hier für die Kinder, damit wir in Teilzeit gehen können“, sagt einer. Sein Name ist Pablo Schmidt, er arbeitet bei ZF. An der Hand hält Schmidt seine kleine Tochter. "Ich bin trotz des Abbruchs der Verhandlungen positiv gestimmt. Wir können etwas erreichen", sagt der Vater und beißt von einer Brezel ab. Ulrich Abele, der normalerweise im Werk 2 arbeitet, hat eine klare Meinung: "Eine Lohnerhöhung ist längst überfällig – alles wird teurer und unsere Löhne dümpeln dahin."

Mit Beginn der Frühschicht am Mittwoch begann der Streik und wurde zum vollen Erfolg. „Die Produktion bei ZF steht komplett still“, bestätigt Helene Sommer, Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Friedrichshafen-Oberschwaben mit heiserer Stimme – gerade heute könnte sie ihre Stimme brauchen. Stattdessen bestreiten Enzo Savarino und Achim Dietrich die Reden – und werden umjubelt. "Wir kämpfen um unser Geld, wir kämpfen aber auch um unsere Zeit und um unsere Zukunft", ruft Savarino.

Auch MTU-Mitarbeiter sind gekommen, auch wenn beim Motorenhersteller nicht gestreikt wird. „Ich bin hier, um die Kollegen zu unterstützen“, sagt MTU-Mitarbeiter Mathias Fetscher. Die Arbeitgeber hätten seiner Meinung nach ihre Chance auf eine rechtzeitige Einigung vertan. „Deswegen muss Druck gemacht werden und deswegen stehe ich hier“, so Fetscher.

 

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