Illmensee wird im kommenden Jahr zum Pilgerort. Zumindest wenn es nach den Planungen von Bürgermeister Michael Reichle und Schwester Benedicta-Maria Kramer vom Kloster Hegne geht.

In Gedenken an Schwester Ulrika Nisch

Die ersten Planungen begannen bereits 2017. Damals spielte Schwester (Sr.) Benedicta-Maria Kramer, die auch Mitglied des zweiköpfigen Vorstandteams der Stiftung Kloster Hegne ist, sowie ihre Mitschwestern mit dem Gedanken, einen neuen Pilgerweg ins Leben zu rufen. „Ulrikaweg“ soll der Name sein. In Gedenken an die 1987 selig gesprochene Schwester Ulrika Nisch soll diese Strecke auch deren Botschaft in die heutige Zeit tragen und erfahrbar machen. „Es soll aber auch ein sehr offener, auch touristisch genutzter Pilgerweg werden“, betonte die Schwester. „Gerade auch jüngere Pilger würden wir gerne auf dem Pfad begrüßen“, führte sie weiter aus.

Pilgerroute ist insgesamt 122 Kilometer lang

Die neue Pilgerroute erstreckt sich über eine Gesamtdistanz von 122 Kilometern und ist in sechs Etappen gegliedert. Der Start ist an der Ulrikakirche in Unterstadion bei Munderkingen. Über Mittelbiberach, Steinhausen und das Kloster Sießen führt dann die Route nach Illmensee. Von hier aus können die Pilger und Wanderer dann die 5. Etappe nach Salem fortsetzen. Weiter nach Überlingen, und mit dem Schiff über den Überlinger See, steuert der Pfad dann den Schlusspunkt beim Kloster Hegne an. „Selbstverständlich können die Pilger die Strecke auch in umgekehrter Reihenfolge begehen“, erläuterte die Organisatorin.

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Einweihung vom 2. bis zum 8. Mai 2021 geplant

Bei der Einweihung vom 2. bis 8. Mai im nächsten Jahr wird bei jedem Etappenort eine Stele gesegnet. Dazu ist an jedem Start auch ein Bischof vor Ort, der diese feierliche Aufgabe übernimmt. „Und noch ist nicht sicher, dass der eine oder andere Würdenträger die nachfolgende Pilgerstrecke auf sich nehmen wird“, meinte Sr. Benedicta-Maria. Zuvor gibt es vor dem jeweiligen Start immer einen „Morgenimpuls“ oder dann am Schlusspunkt eine Pilgermesse.

Bürgermeister wandert mit Schwestern die 5. Etappe

Sr. Benedicta-Maria hat die meisten Etappen schon selbst erwandert und bezeichnet die Strecken als wirklich abwechslungsreich. Ende Juni hat sich auch Michael Reichle die Wanderschuhe geschnürt und mit drei Begleiterinnen vom Kloster Hegne „seine“ fünfte Etappe mitgewandert.

Sr. Benedicta-Maria ist eine treibende Kraft.
Sr. Benedicta-Maria ist eine treibende Kraft. | Bild: Reschke, Robert

Fast acht Stunden war das Quartett bei großer Hitze unterwegs und besuchte Kirchen und Kapellen, die am Wegesrand lagen. „Der Tobel hinunter in Richtung Salem war recht anspruchsvoll zu begehen, aber dafür war die Amalienhöhe mit Blick über den Bodensee die passende Belohnung“, urteilte Sr. Benedicta-Maria.

Schilder und Richtungspfeile müssen noch aufgestellt werden

Neben der Installation der Stele, die über den weiteren Verlauf der Pilgerstrecke informiert, müssen entlang der Pilgeroute Hinweisschilder und Richtungspfeile installiert werden. Zum anderen muss sich die Gemeinde auch der Unterbringungs- und Verpflegungsfrage für den Bischof sowie die Pilger bei der Einweihung stellen. Das Pfarrheim sowie die Drei-Seen-Halle sieht der Bürgermeister derzeit als Möglichkeiten an. Zudem wird er die Gasthäuser im Ort zu diesem Punkt noch ansprechen. Etwas traurig ist Michael Reichle allerdings darüber, dass sich Illmensee als Schlusspunkt einer Pilgertour nicht besonders gut eignet. Denn nicht alle Pilger wandern alle sechs Etappen komplett durch. „Die Verkehrsanbindung ist bei uns halt leider nicht optimal“, meinte er.

Auch wirtschaftlich nicht völlig uninteressant

Trotzdem sieht der Bürgermeister das Ansinnen der Stiftung Kloster Hegne ausschließlich im positiven Licht. „Ich war von Anfang an von diesem Vorhaben begeistert.“ „Eine kleine Auszeit zu nehmen und zu sich selbst zu finden, ohne dass man weit reisen muss, ist gerade in der heutigen Zeit genau das Richtige“, meinte er weiter. „Natürlich ist es auch eine gute Öffentlichkeitsarbeit für Illmensee, aber wirtschaftliche Interessen stehen für uns nicht im Vordergrund“, so sein Resümee.

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