Die Stadthalle am Jakobsweg erfüllt zwei Funktionen. Sie dient für Veranstaltungen und für den Sport. Und sportlich ging es auch zu bis zur Verwirklichung. Am 7. September 1978 begann in einer nichtöffentlichen Sitzung des Gemeinderates der Marathonlauf für die Verwirklichung des auf Kosten von 12 Millionen Mark bezifferten Projektes. Wollte man eine Mehrzweckhalle oder zwei getrennte Gebäude? Und wo sollte gebaut werden? In zwei weiteren Sitzungen wurden Standorte beim „Adler“ oder beim Haus der Begegnung in der Kasernenstraße diskutiert. Beide Standorte zerschlugen sich.

Man fasste den Jakobsweg ins Auge. Im Jahr 1979 gibt es acht Sitzungen zum Thema Halle. Im Februar beträgt die Bausumme noch 4 Millionen Mark. Am 10. Mai sind es bereits 8 Millionen. Mit den Gegenstimmen der SPD und von den Freien Wählern wird am 1. Juli beschlossen, eine Sport- und Festhalle mit Foyer für 11,4 Millionen Mark zu bauen. Die SPD konnte sich mit ihrem Vorschlag für eine billigere Mehrzweckhalle nicht durchsetzen. Ein angestrebter Volksentscheid erreicht nicht das nötige Quorum.

2020: Die Stadthalle in Pfullendorf ist sehr gut für Veranstaltungen aller Art aus dem Kulturbereich, Hochzeiten und Sportevents gebucht. Ein Highlight ist jedes Jahr das Neujahrskonzert mit der Jungen Philharmonie aus Lemberg. In Corona-Zeiten tagt hier auch der Gemeinderat.
2020: Die Stadthalle in Pfullendorf ist sehr gut für Veranstaltungen aller Art aus dem Kulturbereich, Hochzeiten und Sportevents gebucht. Ein Highlight ist jedes Jahr das Neujahrskonzert mit der Jungen Philharmonie aus Lemberg. In Corona-Zeiten tagt hier auch der Gemeinderat. | Bild: Fahlbusch, Karlheinz

Ständig wurden Änderungen diskutiert. Es ging vor allem auch ums Geld. Einerseits wollte man eine vernünftige Lösung, andererseits sollte Geld eingespart werden. Einig war man sich nur in der Tatsache, dass man für die Schulen eine Sporthalle brauchte und auch einen Veranstaltungssaal, da die „Adler-Säle“ aus baupolizeilichen Gründen nicht mehr zur Verfügung standen.

Gebaut wurde eine dreiteilbare Turnhalle mit 300 bis 500 Zuschauerplätzen, eine Festhalle mit 800 Plätzen bei Bestuhlung und Bühne samt Nebenräume und ein Foyer, in dem 400 Personen Platz finden sollten. Dazu die nötigen Außenanlagen und ein großer Parkplatz.

1984: Für die Stadt Pfullendorf war der Bau der Stadthalle ein sowohl vom Baukörper als auch von der Bausumme her sehr großes Vorhaben, das sich mittlerweile bewährt hat.
1984: Für die Stadt Pfullendorf war der Bau der Stadthalle ein sowohl vom Baukörper als auch von der Bausumme her sehr großes Vorhaben, das sich mittlerweile bewährt hat. | Bild: Stadtbauamt

Gebaut wurde die neue Halle ab 1983 je zur Hälfte von zwei einheimischen Firmen: Stocker baute die Veranstaltungshalle, Walk den Sportbereich. „Das hat prima funktioniert“, erinnert sich der 84-jährige Berthold Müller aus Sahlenbach. Von jeder beteiligten Baufirma seien ständig zehn bis zwölf Mann auf der Baustelle gewesen. Der Maurermeister war damals Polier bei der Firma Stocker.

2020: Maurermeister Bertold Müller war Polier bei der Firma Stocker und erinnert sich noch gut an den Bau der Stadthalle. Und das Richtfest. „Da kam der Bürgermeister ganz alleine“, erinnert sich der 84-Jährige.
2020: Maurermeister Bertold Müller war Polier bei der Firma Stocker und erinnert sich noch gut an den Bau der Stadthalle. Und das Richtfest. „Da kam der Bürgermeister ganz alleine“, erinnert sich der 84-Jährige. | Bild: Fahlbusch, Karlheinz

Besonders eindrücklich ist ihm das Richtfest 1984 im Gedächtnis geblieben. Der damalige Bürgermeister Hans Ruck hatte nur die Bauarbeiter eingeladen. „Keinen einzigen Menschen mit Krawatte und niemand aus dem Stadtrat“, schmunzelt Müller. Eingeweiht wurde die Halle schließlich 1985.

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