Die Pfullendorfer Stadthalle war zwar nicht bis zum letzten Platz gefüllt – vielleicht ließ sich der eine oder andere vom Coronavirus beeindrucken – aber viel Lachen soll ja bekanntlich gut für die Gesundheit sein. Und davon gab es bei der „Schwoba-Komede“ mehr als genug. Sechs schwäbische Mundartkünstler haben sich zur „Schwoba-Komede“ zusammen gefunden, um nun am Samstag Abend die schwäbische Mundart auch auf die Pfullendorfer Stadthallenbühne zu bringen.

Gute Stimmung schon vor dem offiziellen Start

„Hochverehrtes Publikum“, so beginnt mit hallender Stimme, an ein Zirkusrund erinnernd, aus dem Hintergrund die Ansage der sechs Künstler. Und schon stellten sich die beiden Sänger der „Kehrwoch Mafia“ auf die Bühne und sangen mit breitestem Schwäbisch: „Wir fanget jetzt mol a.“ Bevor der erste Solist seinen Auftritt hatte, stellte ein Teil der späteren Akteure das Publikum mit kurzen Sequenzen auf das Kommende ein. Da waren auch die zwei Künstler von „Herzdropfa“ dabei, in ihren Rollen als Bauer und Bäuerin. Der Bauer machte sich mal wieder lustig über ihre geringe Körpergröße. Sie antwortete flugs: „Du muscht dir eus merka, in de kleune Fläschla isches Gift.“ Die Lacher des Publikums waren schon mal die passende Einstimmung.

Das Publikum schloss Wulf Wager mit „Na ihr Stegstrecker? „ gleich ins Herz.
Das Publikum schloss Wulf Wager mit „Na ihr Stegstrecker? „ gleich ins Herz. | Bild: Robert Reschke

Badener und Schwaben schließen Freundschaft

Wulf Wagner, im knallroten Anzug, und selbst ein großer Narr, begrüßte das Publikum mit „Na ihr Stegstrecker„, und hatte damit die einheimischen Gäste gleich auf seiner Seite. Er zeigte sich erfreut, dass trotz Coronavirus so viele gekommen seien. „Aber ihr müsset au gar keu Angst haba, denn der Virus hat au seinen Stolz – an euch goht er it.“ Dann erläuterte er dem Publikum zunächst, dass „Schwoba“ und „Allemanna“ die Gleichen sind und auch Badener und Schwaben sich doch gut vertragen. Zum Beweis lies er die Gäste sich links und rechts mit ihren Sitznachbarn umarmen. Da wurden ein paar schwäbische Sätze einstudiert und zum Ende auch noch ein gemeinsames Lied gesungen. Die Gäste haben begeistert mitgejohlt und mitgeklatscht.

Friedel Kehrer erzählt aus der Landeshauptstadt Stuttgart

Dann übernahm Friedel Kehrer, bekannt als das Bronnweiler Weib, die Bühne. Gleich zu Anfang ließ sie ihren Unmut über die Stuttgarter „Heckascheisser“ raus. Und auch das „geschissene Bahnhefle“ durfte da nicht fehlen. Zu ihrem Auftritt zählten auch drei schwäbische Lieder mit dem Chor. Der Chor, das waren alle anderen Protagonisten der „Schwoba-Komede.“ Aber die konnten nicht nur singen, sondern auch die Gestik begeisterte die Zuhörer.

Friedel Kehrer als Bronnweiler Weib ließ an den Stuttgarter „Heckascheisser“ kein gutes Haar.
Friedel Kehrer als Bronnweiler Weib ließ an den Stuttgarter „Heckascheisser“ kein gutes Haar. | Bild: Robert Reschke

Gscheidles und die Kehrwoche

Die „Gscheidles“ mit Alois und Elsbeth haben ein Spiel des VFB Stuttgart ins Visier genommen. Dazu wurden mit Armin Schätzle aus Stockach und Wolfgang Fischer aus Böblingen zwei Zuschauer auf die Bühne geholt, welche kurzerhand mit Fan-Schal und Fähnchen ausstaffiert und integriert wurden. Nach der Pause nahm dann der humorvolle Zug mit den beiden Sängern und Komödianten der „Kehrwoch-Mafia“ wieder Fahrt auf. Und aus dem bekannten Titel „Über den Wolken“ wurde kurzerhand ein: „Unter dem Feinstaub“.

Die Gscheidles mit Armin Schätzle (links) und Wolfgang Fischer (rechts).
Die Gscheidles mit Armin Schätzle (links) und Wolfgang Fischer (rechts). | Bild: Robert Reschke

Hillu Gescheidle schwärmt im nächsten Programmpunkt von ihrem roten Bulldog und lästert gleich im nächsten Satz über ihren Mann. Gekleidet als Bäuerin, brachte sie schon alleine mit ihrer Mimik und Gestik das Publikum zum Lachen. Dazu ihr Mann, der aus einem schlauen Buch erfährt, wie er sich als Mann zu Hause durchsetzen kann. Da war er allerdings bei seiner Frau, die sich im Hintergrund das Aufbegehren ihres „Mattis“ anschaute, an die Falsche geraten.

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„Schwobe-Komede“ erntet viel Applaus

Marius Zipperle setzte den Schlusspunkt eines absolut humorvollen dreistündigen Programms. Bei seinen Rollen als Oma oder Opa brachte seine Gesichtskomik gepaart mit seinen abwechselnden Stimmlagen das Publikum zum begeisterten Beifall. Da war es egal, ob die Oma beim Sex am Elektrozaun ganz wild wurde, oder der Punker das Produkt eines Sexabenteuers mit einem bunten Papagei war. Themengebend, mit dem Abschlusslied „Für immer Schwob“, zogen die Akteure mit stehendem, minutenlangem Applaus von der Bühne.

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