Als "kleinen, aber ganz bedeutenden Festakt" hat Stadtbaumeister Jörg-Steffen Peter den gestrigen Spatenstich zum Neubau des Familienzentrums Sonnenschein in Pfullendorf bezeichnet. Für die Stadt baut dort das Unternehmen Eurokindergarten aus Biberach-Warthausen das neue Familienzentrum. Zum Spatenstich hatten sich Bürgermeister Thomas Kugler, die Projektverantwortlichen, rund 50 Kinder des Stadtkindergartens mit ihren Erziehern, Eltern, Entscheidungsträger und Gemeinderäte eingefunden.

Bürgermeister Thomas Kugler unterstrich, das Familienzentrum sei ein Meilenstein der Stadt in der frühkindlichen Erziehung. In den vergangenen zehn Jahren habe die Stadt viel Geld, Zeit und Idealismus in diese Erziehung investiert. Der Gemeinderat stehe voll dahinter. Zwischen den Baugebieten Rosslauf I und II und dem neuen Baugebiet Obere Bussen, wo die nächsten zehn, fünfzehn Jahre 130 bis 150 Wohnhäuser entstehen werden, sei der ideale Standort. "Hier pulsiert das Leben mit jungen Familien und Kindern", betonte Kugler. Ein Jahr Bauzeit ist für das Projekt eingeplant, eingeweiht werden soll es im Frühjahr oder Sommer 2019.

In diesem Zuge wurde für das Familienzentrum eine neue Konzeption aufgestellt. Stefanie Seminara, Leiterin des Stadtkindergartens, unterstrich, es sei ein besonderes Ereignis, hier als Kindergartenteam beim Spatenstich dabei sein zu dürfen. "Wir haben lange darauf hingefiebert, es ist wirklich eine große Freude", betonte die Kindergartenleiterin. Die jetzige Einrichtung sei viel zu klein geworden, die ganz Kleinen hatten bislang keinen Platz. "Mit dem heutigen Tag, dem Spatenstich, geht uns wirklich ein Stück weit die Sonne im Herzen auf", strahlte sie mit den Kindern um die Wette.

Wie in dieser Animationsgrafik soll das Familienzentrum Sonnenschein in Pfullendorf aussehen. Mit dem gestrigen Spatenstich begannen die Arbeiten offiziell.
Wie in dieser Animationsgrafik soll das Familienzentrum Sonnenschein in Pfullendorf aussehen. Mit dem gestrigen Spatenstich begannen die Arbeiten offiziell. | Bild: Stadtbauamt

Die Sonne ist Symbol für den Namen des Familienzentrums. Stefanie Seminara sagte: "Die Kinder sind nämlich für uns wie kleine Sonnen, die uns einfach auf wunderbare Weise Wärme und Glück in unser Leben bringen." Die sechsjährige Hannah freute sich: "Hier wird unser neuer Kindergarten gebaut." Die fünfjährige Elina sagte: "Wir sind etwas aufgeregt und freuen uns auf den neuen Kindergarten." Mit dem Lied "Wer will fleißige Bauarbeiter seh'n" sorgten sie für einen Motivationsschub der Mitarbeiter auf der Baustelle. Stefanie Samira versprach den Kindern, dass sie öfter die Baustelle "ihres" Familienzentrums besuchen dürfen.

Stadtbaumeister Jörg-Steffen Peter sagte, der Neubau beinhalte alle Wünsche und alle Anforderungen für die Zukunft. Kindgerecht erklärte er, warum der alte Stadtkindergarten abgerissen werden muss. Der Neubau solle künftig einen grünen Fingerabdruck hinterlassen, so viel Energie erzeugen, wie er selbst braucht, damit das Gebäude der Stadt zukünftig nicht mehr auf der Tasche liege. Er freue sich, dass viele Pfullendorfer Firmen und Unternehmen aus der Region mit Arbeiten am Neubau beauftragt wurden. Architektin Martina Knorr von Eurokindergarten freute sich über die Projektbeteiligung und darüber, die lange Planungsphase jetzt Schritt für Schritt sichtbar machen zu können.

Das Familienzentrum

Der Generalunternehmer Eurokindergarten aus Biberach-Warthausen baut zum Festpreis von 3 Millionen Euro das neue Familienzentrum Sonnenschein für die Stadt.

  • Das Gebäude: Das zweigeschossige Gebäude in Holzrahmenbauweise mit integrierter Wärmedämmung umfasst eine Nutzfläche von 900 Quadratmetern. Ein Eisspeicher mit Wärmepumpe sorgt für Wärme und eine Fotovoltaikanlage mit Batteriespeicher auf dem Dach für Strom. Das Familienzentrum soll eines der umweltfreundlichsten öffentlichen Gebäude der Stadt Pfullendorf werden, energieautark und kohlendioxidfrei. Im Obergeschoss des Gebäudes sind ein Bewegungsraum, ein Indoorspielbereich und eine Lehrküche für gemeinsames Kochen und Backen vorgesehen. Die Möbel werden aus heimischen nachwachsenden Rohstoffen sein.
  • Das Gelände: Das Grundstück ist rund 2700 Quadratmeter groß. Der Außenbereich ist in Spielbereiche für Klein- und Kindergartenkinder eingeteilt, die je nach Bedarf übergreifend genutzt werden. Das Augenmerk liegt auf verschiedenen Sinneserfahrungen und Rückzugsmöglichkeiten.
  • Das Konzept: Vier Gruppen finden in dem Gebäude Platz, eine Krippengruppe für unter Dreijährige, eine altersgemischte Gruppe und zwei Regelgruppen für Kinder ab drei Jahren. Für sie gelten teils unterschiedliche Öffnungszeiten.