Die Klosterstadt Campus Galli kann ab Freitag, 29. Mai, zu eingeschränkten Öffnungszeiten wieder erkundet werden. Möglich ist dies, weil die Stadt Meßkirch ihren „Schutzschirm“ über Campus Galli aufspannt. Wie Bürgermeister Arne Zwick gestern dem SÜDKURIER auf Nachfrage erläuterte, habe sich der Gemeinderat in nicht-öffentlicher Sitzung mit überwältigender Mehrheit hinter das Projekt gestellt und in Zeiten der Corona-Pandemie finanziellen Rückhalt zugesichert.

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Detaillierte Summen konnten nicht festgelegt werden, so Bürgermeister Zwick, da derzeit noch vollkommen unklar ist, wie sich die Saison 2020 finanziell entwickeln wird.

Corona-Pandemie trifft Klosterstadt besonders hart

Es wäre eigentlich ein schöner, von guten Nachrichten aus der vergangenen Saison und optimistischen Zukunftsaussichten geprägter Vortrag gewesen, den Hannes Napierala, Geschäftsführer Campus Galli, am Dienstagabend im öffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung hielt. Doch die Corona-Pandemie wirft auch auf die Mittelalterbaustelle ihre dunklen Schatten. „Wir dachten, das Jahr 2020 wird ein großer Wurf. Doch dann kam Corona„, sagte Napierala bei seinem Ausblick auf die kommende Saison.

Das Sommerfest entwickelt sich immer mehr zum Besuchermagneten. 3700 Besucher tummelten sich dabei im Jahr 2019 auf dem Campus Galli. Dabei gab es auch zahlreiche Aktionen für Kinder, wie hier die Fütterung der Schafe und Ziegen. Ab dem 29. Mai können Familien die Klosterbaustelle wieder selbst erkunden.
Das Sommerfest entwickelt sich immer mehr zum Besuchermagneten. 3700 Besucher tummelten sich dabei im Jahr 2019 auf dem Campus Galli. Dabei gab es auch zahlreiche Aktionen für Kinder, wie hier die Fütterung der Schafe und Ziegen. Ab dem 29. Mai können Familien die Klosterbaustelle wieder selbst erkunden. | Bild: Isabell Michelberger

Anfang April sollte Campus Galli eigentlich die Tore für die Besucher wieder öffnen. Doch der Virus verhinderte die Saisoneröffnung. Dabei hatten die Verantwortlichen viele neue Highlights vorbereitet. So war der Eingangsbereich komplett umgestaltet worden. Dafür war ein neues Gebäude, das bei der Bundesgartenschau in Heilbronn im Einsatz war, auf der Klosterbaustelle aufgestellt worden. Museumsshop, eine Ausstellung und eine Sitzecke soll es beherbergen. „Es sieht fantastisch aus“, freute sich Hannes Napierala. Ob bessere Beschilderung, frischer Schotter für die Wege, neue Fotos für die Werbung und den Internet-Auftritt oder informativer Baustellenführer – die Verantwortlichen hatten sich große Mühe gegeben bei den Vorbereitungen.

Auswärtsauftritte fallen reihenweise ins Wasser

„Wir wollten im Jahr 2020 vor allem mit vielen Auswärtsterminen auf Campus Galli aufmerksam machen“, schilderte Hannes Napierala den Gemeinderäten – bei Auftritten am Landungssteg in Überlingen oder auf dem Handwerkermarkt in Beuron zum Beispiel. Doch die Corona-Krise machte auch diesen Plänen einen Strich durch die Rechnung. Mit der Verschiebung der Landesgartenschau in Überlingen starben außerdem die geplanten Vorführungen der Handwerker des Campus auf den LGS-Gelände.

Hannes Napierala, Geschäftsführer des Campus Galli
Hannes Napierala, Geschäftsführer des Campus Galli | Bild: Manfred Dieterle-Jöchle

„Das ist mit Sicherheit die schwierigste Phase, in der wir seit der Eröffnung des Campus Galli stecken. Durch das Corona-Virus haben wir keine Besucher und keine Einnahmen. Die laufenden Kosten summieren sich“, stellte Hannes Napierala bedauernd fest. Er werde alles dafür tun, dass der Campus Galli trotz aller Schwierigkeiten erhalten bleibe. „Den Meßkirchern ist oft gar nicht bewusst, was sie für ein fantastisches Projekt haben“, meinte er. Man werde alles dafür tun, um das Defizit so gering wie möglich zu halten.

Seit April sind die Mitarbeiter in Kurzarbeit

Auf Nachfrage von Gemeinderat Christian Fecht (CDU), wie die Geschäftsführung auf die Corona-Maßnahmen reagiert habe, erläuterte Napierala, dass man für die Mitarbeiter ab April Kurzarbeit angemeldet habe. Diese sei relativ schnell genehmigt worden. Zudem seien anstehende Anschaffungen, wie etwa eine benötigte neue Kasse, zunächst zurückgestellt worden. Auch geplante Werbeanzeigen und -spots habe man gestrichen. „Wir haben frühzeitig versucht, alle Kosten zurückzufahren“, sagte der Geschäftsführer.

Campus Galli als Hauptmagnet für Meßkirch

Mehrere Gemeinderäte sprachen sich dafür aus, alles zu tun, um Campus Galli zu erhalten. „Die Beliebtheit der Klosterstadt steigt immer weiter“, meinte etwa Jürgen Alber (CDU). Er erinnerte daran, wie dramatisch die Situation derzeit für die Gastronomie und Hotellerie sei.

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„Campus Galli ist hier der Haupt-Magnet, die Grundlage von vielen dieser Wirtschaftsbetriebe“, betonte er. Für ihn komme nicht infrage, Campus Galli hängen zu lassen. „Wir müssen als Stadt zu Campus Galli stehen und Mut und Optimismus mitbringen“, so sein klares Bekenntnis.

Viele warten sehnsüchtig auf die Eröffnung

Dieser Meinung schloss sich Fraktionskollegin Insa Bix an. Die Klosterstadt sei ein „wunderbares Projekt, das sich in den letzten Jahren vorwärts bewegt hat“. Viele Menschen würden sehnsüchtig auf die Wiedereröffnung warten, so Bix. „Was gibt es jetzt Besseres, als mit der Familie diese Baustelle zu besichtigen?“, meinte die Gemeinderätin. Sie selbst empfinde Campus Galli als „Wirtschaftsförderung für die gesamte Stadt“.

Zukunft der gesamten Infrastruktur Meßkirchs betroffen

Thomas Nudig (FWV), der bekannte, dass er sich in Sachen „Campus Galli„ vom Saulus zum Paulus gewandelt habe, betonte, dass man hier nicht nur über die Zukunft der Klosterstadt diskutiere, sondern damit auch über die Zukunft der Gewerbetreibenden, der Gastronomie, sogar der gesamten Infrastruktur Meßkirchs.

Geöffnet wird die Klosterstadt Campus Galli ab Ende Mai immer freitags bis sonntags; in den Ferien ist täglich geöffnet.

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