Die Trommeln der Spielleute Skadefryd aus Bad Säckingen schallten den Besuchern schon von Weitem entgegen. Sie sorgten auf dem Marktplatz von Campus Galli für gute Stimmung. Die Spielleute sangen von fröhlichen Festen, von ehelichen Zwistigkeiten oder vom Tod, der im Mittelalter allgegenwärtig war. Gunnar, der Trobador, unterhielt die Zuhörer zwischen den Liedern mit einigen amüsanten Geschichten.

Trobador Günter Butz (vorn links) unterhielt die Zuhörer mit amüsanten Geschichten.
Trobador Günter Butz (vorn links) unterhielt die Zuhörer mit amüsanten Geschichten. | Bild: Isabell Michelberger

Tischlein deck dich für Schafe und Ziegen

Zur Fütterung der Schafe und Ziegen durften jeweils fünf mutige Kinder mit dem Tierpfleger Lars Schmutz in das Gehege. Zuvor bekam jedes Kind einen langen Ast mit frischen Blättern in die Hand. Schmutz zeigte ihnen genau, wie sie den Ast halten müssen, damit sich die Tiere bedienen können. Früher habe es zur Aufgabe der Kinder gehört, die Tiere im Wald zu hüten. Im Campus Galli gibt es 14 Schafe und Ziegen.

Tierpfleger Lars Schmutz (Dritter von rechts) zeigte den Kindern, wie sie die Schafe und Ziegen füttern können.
Tierpfleger Lars Schmutz (Dritter von rechts) zeigte den Kindern, wie sie die Schafe und Ziegen füttern können. | Bild: Isabell Michelberger

Schlange stehen für Spanferkel

Vom Spanferkel bekamen Katja und Steffen Vielweib aus Pfullendorf gerade noch etwas ab, viele andere Besucher gingen leer aus. Arnold Schönwälder vom Küchenteam im Campus Galli servierte es gekonnt, während Simone Leuckardt, die für den Freundeskreis mithalf, die Wecken vorbereitete. Zwei Spanferkel hatten die beiden für die hungrigen Besucher im Smoker.

Arnold Schönwälder und Simone Leuckardt (von links) servierten Steffen und Katja Vielweib aus Pfullendorf Spanferkel im Wecken.
Arnold Schönwälder und Simone Leuckardt (von links) servierten Steffen und Katja Vielweib aus Pfullendorf Spanferkel im Wecken. | Bild: Isabell Michelberger

Straßenräuber und wilde Tiere

Der Barde der Gruppe Schnarrensack begrüßte die zahlreichen Zuhörer, die sich rundherum angesammelt hatten: „Herzlich willkommen, ihr Bürger von Meßkirch und die, die angereist sind.“ Er erzählte von seiner abenteuerlichen Anreise, auf der sie Straßenräuber und wilde Tiere angegriffen hätten. „Als wir losliefen, waren wie zu zehnt“, behauptete er. Die Gruppe zeigte sogar Kunststücke mit Feuer.

„Als wir losliefen, waren wie zu zehnt“, behauptete der Barde der Gruppe Schnarrensack.
„Als wir losliefen, waren wie zu zehnt“, behauptete der Barde der Gruppe Schnarrensack. | Bild: Isabell Michelberger

Scheune erwächst auch aus krummen Pfosten

Dass auch krumme Hölzer als kleine Pfosten für die Scheune genommen werden, erläuterte Michael Straub seinen Zuhörern, unter anderem dem Zimmermann Martin Kreuzberger. Wenn man den Stämmen den natürlichen Wuchs lasse, seien sie stabiler. Die Beile, mit denen sie die Hölzer behauen, taugen auch zum Fällen eines Baumes, erklärte er einem anderen Besucher.

Michael Straub (rechts) im Fachgespräch mit dem Zimmermann Martin Kreuzberger (links) aus Fluorn-Winzeln.
Michael Straub (rechts) im Fachgespräch mit dem Zimmermann Martin Kreuzberger (links) aus Fluorn-Winzeln. | Bild: Isabell Michelberger

Besuch aus dem Mittelalter

Auch die Gesangsgruppe Ohrenschmalz aus Kißlegg gehörte zu den Besuchern. Sie singen Mittelalterlieder, wie einige Stücke aus der Carmina Burana, und treten selbst bei Mittelalterfesten auf. Doch im Campus Galli wollten sie Besucher sein, um sich in Ruhe umzuschauen und sich zu informieren. Allen gefiel es super gut, wie sie bestätigen. Sie schleppten sogar ihr langes Brett für die Trinkhörner mit sich herum.

Die Gesangsgruppe Ohrenschmalz schleppte sogar ihr langes Brett für die Trinkhörner mit sich herum.
Die Gesangsgruppe Ohrenschmalz schleppte sogar ihr langes Brett für die Trinkhörner mit sich herum. | Bild: Isabell Michelberger

Probe fürs heimische Spinnrad

Für Alpakawolle interessierten sich Karlheinz und Daniela Haarer aus Herrenberg auf dem bunten Markt gleich im Eingangsbereich des Geländes. Kunstfertig drehte Daniela Haarer aus der Rohwolle einen dünnen Faden, um die Spinnqualität zu testen. Elena und Rosina Pfeifer von den Linzgau Alpakas gaben den beiden Besuchern einige Proben mit, um einen Spinnradtest zu machen.

Karlheinz und Daniela Haarer (von links) ließen sich von Elena und Rosina Pfeifer (von rechts) eine Probe Alpakawolle für das Spinnrad geben.
Karlheinz und Daniela Haarer (von links) ließen sich von Elena und Rosina Pfeifer (von rechts) eine Probe Alpakawolle für das Spinnrad geben. | Bild: Isabell Michelberger

Werkzeugschonend zum Ziel

Zu den regelmäßigen Freiwilligen gehört Thomas Lettenmayer aus der Gegend von Ulm. Im Wald bei der Holzkirche gräbt er Löcher für Holzpfosten und erklärte den wissbegierigen Besuchern, dass zwischen der Holzkirche und dem Nebengebäude des Abtshauses eine Umfriedung entstehen soll. Er berichtete auch davon, dass er ausprobiere, wie man mit möglichst geringer Mühe und vor allem werkzeugschonend zum Ziel komme.

Thomas Lettenmayer (rechts) probiert aus, wie man mit möglichst geringer Mühe und vor allem werkzeugschonend zum Ziel kommt.
Thomas Lettenmayer (rechts) probiert aus, wie man mit möglichst geringer Mühe und vor allem werkzeugschonend zum Ziel kommt. | Bild: Isabell Michelberger