Im Jahr 1961 kaufte die Stadt Meßkirch symbolisch für eine Mark das Meßkircher Schloss. Doch es sollte noch über zwei Jahrzehnte dauern, bis die Entscheidung zur Renovierung fiel. Das Großprojekt kostete die Stadt nicht nur Millionen Mark, sondern sie und den Gemeinderat viele Nerven sowie zahlreiche kontroverse Debatten. Zweifel, ob sich eine solche Ausgabe für die Stadt lohnen würde, begleiteten den gesamten Prozess.

Das große Glück für Meßkirch bestand darin, dass gegen Ende der 1970er Jahre ein denkmalpflegerisches Schwerpunktprogramm der Landesregierung anlief, zu deren dringlichsten Objekten das Zimmern-Schloss zählte. Ein weiterer glücklicher Umstand kam hinzu: Das Schloss wurde 1984 als „Baudenkmal von besonderer nationaler kultureller Bedeutung“ anerkannt und erhielt dadurch weitere finanzielle Hilfe vom Bund. Damit konnte im Jahr 1986 mit der Instandsetzung der Dächer und Portale gestartet werden.

2020: Mittlerweile ist das Meßkircher Schloss mit kulturellem Leben gefüllt. Jedes Jahr im September wird dort die lange Museumsnacht gefeiert, die meist ein Feuerwerk beendet. Von Jahr zu Jahr nehmen die Besucher und Führungen zu.
2020: Mittlerweile ist das Meßkircher Schloss mit kulturellem Leben gefüllt. Jedes Jahr im September wird dort die lange Museumsnacht gefeiert, die meist ein Feuerwerk beendet. Von Jahr zu Jahr nehmen die Besucher und Führungen zu. | Bild: Günther Brender

Anfang der 1990er Jahre begann die Sanierung des „Schlössles“, in dem später das Notariat untergebracht war, und der Remise, die in Eigenleistung zum Oldtimer-Museum ausgebaut wurde. Mithilfe des Denkmalnutzungsprogramms und zusätzlicher Mittel der Europäischen Union und des Landes konnte die Renovierung mit der Sanierung der Außenfassade fortgesetzt werden. Fachleute untersuchten die historische Substanz und begannen mit den bis dahin ersten bauphysikalischen Untersuchungen. Die Gemeinderäte schlossen sich der Meinung des damaligen Stadtbaumeister Gerhard Eitzenberger an, dass gerettet werden sollte, was noch zu retten war. Es gründete sich eine Baukommission aus lokalen und überörtlichen Behörden, die den gesamten Sanierungsprozess betreute.

Im Jahr 1993 konnten endlich die Gerüste zur Sanierung der Außenfassade aufgestellt werden. In welchem maroden Zustand sich das Gebäude befand, lässt sich auch am Dach der Remise, dem heutigen Oldtimer-Museum gut erkennen.
Im Jahr 1993 konnten endlich die Gerüste zur Sanierung der Außenfassade aufgestellt werden. In welchem maroden Zustand sich das Gebäude befand, lässt sich auch am Dach der Remise, dem heutigen Oldtimer-Museum gut erkennen. | Bild: SK Archiv

Bereits zehn Jahre nach der Dachsanierung stand fest, dass sich die Sanierungskosten für das Zimmern-Schloss fast verdoppeln würden – und zwar auf 16 Millionen Mark. Dem Gemeinderat gegenüber versicherte Bürgermeister Robert Rauser, dass er sich um weitere Zuschussmittel für die Sanierung bemühen werde. Doch in den kritischen Blick kamen nicht nur die Kosten für die Renovierung, sondern auch die Ausgaben für die Unterhaltung des Schlosses danach.

1923: Eine Postkarte aus dem Jahr 1923 zeigt das Schloss, das damals noch Fensterläden besaß, aus Richtung der Grabenstraße, die in die Conrad-Gröber-Straße mündet.
1923: Eine Postkarte aus dem Jahr 1923 zeigt das Schloss, das damals noch Fensterläden besaß, aus Richtung der Grabenstraße, die in die Conrad-Gröber-Straße mündet. | Bild: SK Archiv

Heute ist das Zimmern-Schloss ein wichtiger Glanzpunkt der Stadt, der Touristen anzieht. Zum einen interessiert die Architektur und der Festsaal als Veranstaltungsort, zum anderen die Ausstellungen und Konzerte.