Auf einer Fläche neben der Heizzentrale will das Stadtwerk am See eine Solarthermieanlage zugunsten des Nahwärmenetzes am Schättlisberg errichten. Ein Vorhaben, das in Zusammenhang mit der Bebauung der Baugenossenschaft Überlingen (BGÜ) steht, die in unmittelbarer Nähe ein klimaneutrales Stadtquartier baut. Genutzt werden sollen die städtischen beziehungsweise spitälischen Flächen innerhalb der aktuellen Auffahrt zur B 31-alt.

Schreiben vom 7. April: Stadtwerk beantragt Erweiterung des Bebauungsplans und schnelle Bearbeitung

Zur Erstellung einer Solarthermieanlage beantragte das Stadtwerk nun Anfang April die Erweiterung des Bebauungsplans. „Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit im Projekt möchten wir die Stadt Überlingen bitten, den Antrag schnellstmöglichst zu bearbeiten“, heißt es in dem Antrag, der am 7. April bei der Stadt eingegangen ist. Noch mehr Nachdruck verlieh Stadtplaner Thomas Kölschbach dem Anliegen in seiner Sitzungsvorlage und betonte: „Ohne die Schaffung des Bau- und Planungsrechtes für die Errichtung einer Freiflächensolaranlage kann das geplante Projekt ‚Stadtquartier 2050‘ nicht umgesetzt werden.“

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BÜB+ fordert Zurückstellung des Beschlusses und Behandlung im Bauausschuss

Schon am 13. Mai sollte der Gemeinderat den Aufstellungsbeschluss fassen. Einige Fragen dazu hatte sicher nicht nur die Fraktion BÜB+, die eine Zurückstellung des Beschlusses und eine vorherige Behandlung im Bauausschuss forderte. Eine spitze Bemerkung in Richtung Klimaschutz, die eine unnötige Verzögerung des Vorhabens in den Raum stellte, wollte sich Oberbürgermeister Jan Zeitler daraufhin nicht verkneifen. In der gestrigen Sitzung des Bauausschusses wurde das Thema nun im Detail aufgerollt.

Anlage soll angesichts der Dimensionen Modellcharakter haben

Erst Anfang März hat das Stadtwerk eine Zusage über die Bezuschussung des Nahwärmekonzepts für das Stadtquartier 2050 erhalten, wie Udo Woble, der Leiter des Bereichs Energiesysteme, bestätigt. Woble weist auch darauf hin, dass die solarthermische Anlage mit einer vorgesehenen Fläche von 3000 bis 4000 Quadratmetern in den Dimensionen bundesweit Modellcharakter habe. „In dieser Größe gibt es keine zehn Anlagen“, sagt er.

Joachim Betten vom Verein Bürgersinn meldet Bedenken an und fordert Prüfung anderer Lösungen

Ungeachtet dessen meldete Joachim Betten vom Verein Bürgersinn seine Bedenken gegen das Vorhaben an. „Innerhalb des Stadtrings von Überlingen sollten die noch zu gestaltenden Freiflächen städtebaulich optimal und hochwertig genutzt werden“, schrieb Betten im Vorfeld der Beratung an die Mitglieder des Ausschusses. „Solar- sowie PV-Anlagen werden normalerweise im städtischen Bereich auf Dächern erstellt; außerhalb auch auf Grünflächen in aufgeständerter Form zur wirtschaftlich besseren Nutzung.“

Der Bürgersinn bitte den Gemeinderat, die Anfrage des Stadtwerks am See auf eine zukunftsträchtige Lösung hin zu prüfen. „Nach unserer Ansicht hat die Anlage so, wie sie jetzt geplant ist, an dieser Stelle keine Berechtigung.“

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