Wieder einmal naht das Ende einer langen Geschäftstradition im Herzen Überlingens. Ingrid Mönkemeyer schließt ihr „Kinderland“ in der Christophstraße Ende Oktober – und das nach 31 Jahren. Viele Kunden kämen vorbei, um ihr zu danken für die langen Jahre guter Beratung und Freundlichkeit. Diesen Dank für eine lange und gute Zeit im „Kinderland“ wolle sie auch an ihre Kunden unbedingt zurückgeben, sagt Ingrid Mönkemeyer. Sie verdrücke dann schon einmal eine wehmütige Träne, gibt die Geschäftsinhaberin zu. „Ganz gehe ich Überlingen ja aber nicht verloren", sagt sie. Ihr Secondhand-Geschäft für Erwachsene und Jugendliche bleibe bestehen, wo sie von ihrer Tochter Kirsten Stüble unterstützt werde.

Bestehen gegen den Onlinehandel

Der vitalen Geschäftsfrau, die sich auch immer noch mit Eifer im Wirtschaftsverein Überlingen (WVÜ) engagiert, merkt man ihre über 70 Lebensjahre nicht an. Gefragt nach dem Grund für die Schließung ihres Geschäftes, wird die Kauffrau nachdenklich. Letztendlich seien es mehrere Gründe, die zusammenkämen. „Natürlich bin ich keine 40 mehr, aber die Szenerie im Kindermodehandel hat sich auch schon sehr verändert. Ich spreche da von bundesweiten Trends, immer mehr Geschäfte schließen." Das Vorhalten eines großen Warenbestandes, qualifiziertes Personal, Ladenmieten und vieles mehr könne heutzutage gegen den Onlinehandel oft nicht mehr bestehen. "Es ist einfach sehr schwer geworden. Ich konzentriere mich jetzt also auf meinen Second-Hand-Handel, das ist nachhaltig und sehr gefragt“, resümiert Ingrid Mönkemeyer.

Nun sei einfach ein guter Zeitpunkt zum Aufhören und auch für ihre Mitarbeiter sei weitgehend gesorgt, sagt Mönkemeyer. Für Überlingen wünsche sie sich ein Fortbestehen der individuellen Geschäfte, die das Stadtbild immer noch prägten. Die Kunden hätten es in der Hand, ob dies so bleibe.