Frau Adam, wann erhielten Sie den Bescheid, dass Sie die Nachfolgerin von Wolfgang Schüssler als Rektorin an der Teuringer-Tal-Schule werden?

Die Zusage des Regierungspräsidiums Tübingen kam erst in den Ferien. So hatte ich leider keine Gelegenheit mehr, mich persönlich von den Menschen an der Grundschule Leimbach zu verabschieden. Auch eine unmittelbare Begegnung mit dem Kollegium und den Kindern an meinem neuen Wirkungsort steht noch aus. Es ist noch viel zu tun, bis die rund 200 Kinder aus der Sommererholung in ihre Klassen zurückkehren. Dabei werden nicht nur ich als Schulleiterin und die Erstklässler neu sein. 2018 geht auch eine Inklusionsklasse an den Start, was die Schule in den Genuss zusätzlicher Vielfalt an Aufgaben, Eindrücken und Möglichkeiten bringen wird.

Die Oberteuringer Grundschule ist nicht ganz neu für Sie. Vor einigen Jahren haben Sie sie nach zehnjähriger Tätigkeit als Lehrerin verlassen. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht und welche Erwartungen haben Sie an die Verwaltung?

Ja, ich bin wieder hier! Man könnte sagen, der Kreis schließt sich. Im meinen Wanderjahren habe ich einen reichen Erfahrungsschatz als Rektorin an zwei Grundschulen im ländlichen Raum gesammelt, beide unter städtischer Trägerschaft. Die Zusammenarbeit mit den Schulträgern verlief sowohl in Friedrichshafen als auch in Markdorf stets sehr gut. In Oberteuringen ist die Teuringer-Tal-Schule die einzige Schule der Gemeinde und der direkte Weg zur Verwaltung ist nicht nur räumlich sehr nah. Ich habe einen guten Draht zum Oberteuringer Bürgermeister Ralf Meßmer. Das Thema Schule ist ihm sehr wichtig und er ist selbst Vater einer Erstklässlerin.

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Das Motto der Schule unter Wolfgang Schüssler lautete: "Miteinander – Füreinander." Welche Nuancen möchten Sie betonen?

Damit bin ich auf gleicher Linie. Ich möchte es für mich noch erweitern um "voneinander". Wenn man dafür offen ist, kann jeder auf allen Ebenen von anderen lernen.

Es war zu lesen, dass ein Grund für Ihren Weggang aus Leimbach der wider Erwarten große Zeitraum bis zum Beginn des Neu- bzw. Umbaus der Schule gewesen sei. In Oberteuringen treffen Sie nun auf eine ähnlich provisorische Situation, wenn ich das etwas provozierend formulieren darf. Wie sehen Sie das?

Nein, in Oberteuringen ist die Situation gar nicht provisorisch! Wir leben mit den Klassen in bestehenden Gebäuden. Es ist einfach sehr eng und der Baubedarf ist akut. Es geht darum, das bereits vorliegende Baukonzept nochmals zu prüfen. Es gilt herauszufinden, ob der bisherige Standort um- und neugebaut wird oder ob ein anderer Standort besser geeignet wäre, wodurch der laufende Schulbetrieb während der Bauzeit nicht beeinträchtigt würde.

Die Teuringer-Tal-Schule ist seit einem Jahr anerkannte Ganztagesgrundschule nach Wahl. Welche Erfahrungen haben Sie?

Ich habe viele inhaltliche Erfahrungen, aber noch keine mit dieser konkreten Form der Organisation. Ich freue mich über die gute Unterstützung durch Schulrat Ulrich Damm vom Schulamt Markdorf. Dass der Bedarf an Ganztagesbetreuung rasant gestiegen ist und weiter wächst, habe ich in Ettenkirch und Leimbach miterlebt. Es ist also notwendig, die Konzeption nachhaltig und in guter Qualität umzusetzen.

Sind noch Lehrerinnen aus Ihrer damaligen Oberteuringer Zeit an der Schule?

Ja, da mischt sich Vertrautes mit Neuem, genau wie bei den Räumen hier.

Sind Sie mit Ihren Kollegen und Kolleginnen bereits in Kontakt?

Ich habe ihnen einen Brief geschrieben und von allen Willkommensworte in meiner Ferienpost erhalten, worüber ich mich riesig gefreut habe. Mein größtes Anliegen zum Neustart ist es, Offenheit, Kommunikation und Transparenz zu pflegen. Meine Türen sind offen!

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Wenn Sie drei Wünsche frei hätten für die Entwicklung von Schule überhaupt, Grundschule im Besonderen und ganz speziell für Oberteuringen

Das ist eine gute Frage! Für Schule an sich wünsche ich mir, dass der Stellenwert der Grundschule als "Grundlage" stärker wertgeschätzt wird. Wir haben hier Heterogenität pur! Für uns ist es selbstverständlich, dass wir mit allen Kindern gleichermaßen fördernd und fordernd umgehen und ihnen ihren Stärken und Schwächen entsprechend begegnen. Wenn wir weiterhin an unseren Schulen gute Lehrer haben wollen, brauchen wir eine Gesellschaft, die dem Lehrerberuf wertschätzend gegenüber tritt und dafür auch Raum und Mittel bereitstellt. Das ist der allererste große Schritt.

Für Oberteuringen stehen drei große Themen an. Erstens der Neubau, zweitens die Weiterentwicklung nach dem ersten Jahr als Ganztagesschule und drittens das bevorstehende erste Jahr "Gestaltung von Inklusion" an unserer Schule. Wenn wir diese drei Themen in den kommenden Jahren gut meistern, bin ich zufrieden. Darüber hinaus habe ich drei fundamentale Wünsche: Erstens, dass Schule ein Ort der freudigen Begegnung ist. Zweitens, dass Schule ein Ort des guten Lernens für das Leben ist, und drittens, dass sich hier Menschen treffen, die einander in ihren Stärken wahrnehmen und unterstützen, aber auch helfen, ihre Schwächen nicht aus den Augen zu verlieren. Wenn Kinder, Kollegen und Mitarbeiter sagen: "Da gehe ich morgen gerne wieder hin!", dann macht mich das glücklich.

Fragen: Gudrun Schäfer-Burmeister