Echte Schätze hat Peter Daniel im Archiv des Heimatvereins Immenstaad in der großen Sammlung historischer Fotos aus der Gemeinde gehoben. Er hat sie digitalisiert und geordnet und einige besonders aussagekräftige zu einem Bildervortrag zusammengestellt. Am 11. April zeigt er diese im Bürgersaal. „Ich möchte die Immenstaader mitnehmen auf einen Spaziergang durch unser Dorf und durch die Zeit", sagt er. "Wäre es eine Wanderung, würde ich festes Schuhwerk empfehlen."

Peter Daniel hat im Archiv viel Sehenswertes gefunden.
Peter Daniel hat im Archiv viel Sehenswertes gefunden. | Bild: Gisela Keller

70 bis 80 Prozent der 2600 Bilder gesichtet und archiviert

Seit Oktober 2017 ist der Archivar des Heimatvereins damit beschäftigt, die Sammlung alter Fotografien, die dem Verein von mehreren Immenstaadern geschenkt oder vererbt wurden, zu sichten, zu ordnen und zu digitalisieren. Inzwischen habe er 70 bis 80 Prozent davon geschafft – das seien etwa 2600 Bilder. 220 besonders aussagekräftige hat er für den Bildervortrag thematisch und zeitlich geordnet. Der Vortrag werde etwa zweimal 45 Minuten dauern. Dazwischen gebe es eine Pause.

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Entwicklungen, die manchmal das Leben schöner machten – manchmal aber auch nicht

Kurzweilig wird es auf jeden Fall werden und für die Pause und danach wird es nicht an Gesprächsthemen fehlen, ist sich Peter Daniel sicher: Die Bilder wecken Erinnerungen und zeigen Entwicklungen, die manchmal das Leben im Dorf besser oder schöner machten – manchmal aber auch nicht. "Aus heutiger Sicht war die Zukunft früher besser", hat Daniel seinen Vortrag betitelt. "Das ist absichtlich ein bisschen verschwurbelt", sagt er. Der Satz stamme ursprünglich von einer Kabarettgruppe aus Bayern.

Früher war alles besser? Ob das auch diese 1925 fotografierten Schulkinder sagen würden, fragt sich Peter Daniel.
Früher war alles besser? Ob das auch diese 1925 fotografierten Schulkinder sagen würden, fragt sich Peter Daniel. | Bild: Archiv Heimatverein Immenstaad

"Wir gehen einmal rund durchs Dorf"

"Wir gehen einmal rund durchs Dorf", fasst Daniel zusammen. "Dabei schauen wir uns die Entwicklung in unterschiedlichen Bereichen an." Viele dieser Bereiche sind heute kaum wiederzuerkennen: das westliche Ufer etwa, das auf alten Fotos eher einer Müllhalde als einem Strand glich, oder die enge Hauptstraße in den 1920er Jahren – noch fast ohne Verkehr.

Badevergnügen im Immenstaader Strandbad im Jahr 1935.
Badevergnügen im Immenstaader Strandbad im Jahr 1935. | Bild: Archiv Heimatverein Immenstaad

Auch die Bilder von der Entwicklung der Bachstraße, durch die früher offen der Kobenbach floss und wo in Bauerngärten vor den Häusern Blumen und Gemüse wuchsen, oder der Wandel vom Kieslager zum Landesteg seien sehr eindrucksvoll. Genauso wie die vielen Bilder aus anderen Ecken des Dorfes.

Vortrag im Rahmen des Jubiläums 925 Jahre

Der Vortrag findet im Rahmen des Jubiläums "925 Jahre Immenstaad" statt, passend zum Jubiläumsmotto "Mit Blick zurück nach vorn". Auch vor dem Hintergrund des gerade laufenden Projektes "Mitte gestalten" der Gemeinde, bei dem ein städtebaulicher Rahmenplan für Haupt- und Bachstraße entwickelt werden soll, kann ein Blick zurück hilfreich sein.

1980 wurde das Kirchenschiff von St. Jodokus abgerissen. Dabei gingen unter anderem der denkmalgeschützte Dachstuhl und eine wunderschön bemalte Holzdecke aus dem Mittelalter für immer verloren. Bild: Archiv des Heimatvereins
1980 wurde das Kirchenschiff von St. Jodokus abgerissen. Dabei gingen unter anderem der denkmalgeschützte Dachstuhl und eine wunderschön bemalte Holzdecke aus dem Mittelalter für immer verloren. | Bild: Archiv Heimatverein Immenstaad