„Komplett habe ich den Überblick nicht mehr“, gesteht Simon Blust. Rund zwei Wochen, nachdem der Lehrer der Elektronikschule Tettnang gemeinsam mit seinem Kollegen Markus Bundy den 3D-Druck von Halterungen für Gesichtsschilde angestoßen hat, sind nicht nur etliche dieser Visiere im Einsatz, es kommen auch nahezu täglich neue Helfer hinzu.

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Um die 25 3D-Drucker dürften es Blust zufolge sein, die inzwischen laufen. Viele in Privathaushalten, aber auch Firmen-Geräte. Dass der Überblick spätestens angesichts ebenfalls wachsender Abnehmerzahlen schwierig wird, liegt nahe. Die Hauptsache: „Wir bekommen es gut koordiniert“, sagt Blust. Und nicht zuletzt: „Es macht Spaß. Man hat das Gefühl, helfen zu können.“

Und so surren und surren die Drucker, zum Beispiel dieses Gerät der Elektronikschule im Keller von Simon Blust

Video: Blust, Julia

Schilde gehen ans Klinikum, an Ärzte und andere Stellen

Allein 100 Visier-Halterungen gingen ans Häfler Klinikum, mehr als 500 wurden bislang über die Kreisärzteschaft weitergegeben. Weitere Exemplare werden Blust zufolge zum Beispiel Zahnarztpraxen und Pflegeeinrichtungen zur Verfügung gestellt – im Bodenseekreis, aber auch in benachbarten Landkreisen. Die Marke von insgesamt 1000 fertigen Halterungen für Gesichtsschilde ist in Sicht.

Was 3D-Drucker nicht mit ausspucken, sind Gesichtsschild und Fixierung. Vervollständigt werden die Visiere unter anderem von Germar Büngener, der auch die Weitergabe an verschiedene Arztpraxen koordiniert. Hochwertige Folien ließen sich dem Vorsitzenden der Kreisärzteschaft Bodenseekreis zufolge schnell auftreiben. Als schwieriger habe sich der Erwerb von elastischem Kopfhalteband erwiesen. Eine Arztehefrau, die davon hörte, habe es aber bis zur ersten Schildauslieferung vergangene Woche geschafft, für die ersten 100 Visiere Bänder zur Verfügung gestellt. „Für die folgenden Exemplare wird wahrscheinlich mit elastischer medizinischer Binde die Fantasie eines jeden einzelnen Arztes gefordert werden“, so Büngener vor einigen Tagen.

Germar Büngener bei der Übergabe aus gebotenem Abstand.
Germar Büngener bei der Übergabe aus gebotenem Abstand. | Bild: Rainer Behrle

Zu den Betrieben, auf deren 3D-Druckern die Halterungen unter anderem entstehen, gehört die Häfler Firma Compusoft. Hier wurde Geschäftsführer Sven Stephan zufolge nach Bekanntwerden der Initiative spontan entschlossen zu helfen. „Mit unserem Drucker Geeetech A30 können wir simultan zwei Spuckschutzhalter drucken“, berichten die Verantwortlichen auf ihrer Webseite. Der Kontakt zur Elektronikschule, dem die Druckdatei und wertvolle Tipps folgten, sei schnell hergestellt gewesen. „Seitdem druckt unser Drucker unentwegt.“

Unter anderem diese Helfer haben ihre(n) 3D-Drucker in Gang gesetzt

Mitinitiator Markus Bundy in seiner „Druckerei“.
Mitinitiator Markus Bundy in seiner „Druckerei“. | Bild: privat
Mitinitiator Simon Blust neben einem 3D-Drucker.
Mitinitiator Simon Blust neben einem 3D-Drucker. | Bild: privat
Ulrich Maasmeier vom Atelier 522 in Markdorf.
Ulrich Maasmeier vom Atelier 522 in Markdorf. | Bild: privat
David Blumer und Manuel Matz vom Verein Toolbox Bodensee, Markdorf.
David Blumer und Manuel Matz vom Verein Toolbox Bodensee, Markdorf. | Bild: privat
Auch bei Silja und Norbert Beck aus Markdorf, Beck Design, läuft der 3D-Drucker.
Auch bei Silja und Norbert Beck aus Markdorf, Beck Design, läuft der 3D-Drucker. | Bild: privat
Der 3D-Drucker von Michael Utz aus Friedrichshafen läuft.
Der 3D-Drucker von Michael Utz aus Friedrichshafen läuft. | Bild: privat

Die Zeit, die die Helfer in den Druck der Halterungen stecken, wird ehrenamtlich erbracht. Die Materialkosten sollen über Spenden an den Förderverein der Elektronikschule Tettnang abgedeckt werden. Spendenkonto: Förderverein Elektronikschule Tettnang e. V., IBAN: DE34 6905 0001 0020 8125 17.

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