Gegen das Projekt "Karree vier" der Firma Real Massivbau im Hägeleweg in Jettenhausen hatte es Protest von der Interessengemeinschaft (IG) Jettenhausen mit rund 600 Stimmen gegeben. Eine Klage, wie 2017 angedroht, gibt es nicht, berichtete Stephan Fenchel, Geschäftsführer der Real Massivbau. Es habe Gespräche mit der IG gegeben.

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Gelände ist seit 40 Jahren Bauland

Im Januar 2015 habe die Real Massivbau das Grundstück nach langen Gesprächen erworben, sagte Fenchel. Das Gelände sei seit 40 Jahren Bauland. "Es stand hier noch nie ein Gebäude", sagte Fenchel. Es gab für das Gelände einen Bebauungsplan von 1973. Dieser sei "in sich unstimmig" gewesen und "nicht mehr zeitgemäß", meinte Fenchel. Auf diesen beriefen sich die Gegner des Projekts, denn er hätte eine solche Bebauung nicht zugelassen. Doch es wurde ein neuer vorhabenbezogener Bebauungsplan entwickelt und vom Gemeinderat verabschiedet. Im Dezember 2017 gab es die Baugenehmigung.

Das ist das Areal in Jettenhausen, auf dem die Wohnungen entstehen sollen.
Das ist das Areal in Jettenhausen, auf dem die Wohnungen entstehen sollen. | Bild: Achim Menge

"Es sind vier Jahre vergangen und auf dem Grundstück ist eigentlich nichts passiert", resümierte der Geschäftsführer. Das Gelände wurde nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg durchsucht. Gefunden wurde nichts. Betrachte man es fußballerisch, sei man weit in der zweiten Halbzeit, so Fenchel. Der Verkauf der Wohnungen in Häusern Hägeleweg 7 bis 13/1 hatte im Frühjahr begonnen. Die Preise liegen bei knapp 4000 bis 6000 Euro pro Quadratmeter. "Wir konnten bereits eine beachtliche Zahl der Wohnungen vergeben", berichtete Fenchel. Angeboten werden sie über die Sparkasse Bodensee. Finanziell ist bei dem Projekt auch die Raiffeisenbank Hörbranz und die GF HGG GmbH mit Helmut Scheffknecht (Markdorf) an Bord.

Entwurf eines der neuen Gebäude im Hägeleweg in Jettenhausen.
Entwurf eines der neuen Gebäude im Hägeleweg in Jettenhausen. | Bild: Architekten Plösser

Generalunternehmer für das "Karree vier" ist die i+R Wohnbau aus Lindau, hinter der die i+R-Gruppe aus dem dem voralbergischen Lauterach steht. Das Unternehmen hat Erfahrung mit solchen Projekten, zuletzt in der Region in den Schlagzeilen, als es den Zuschlag für die Zentrumsentwicklung auf dem Schulerareal in Weingarten erhielt. "Dieses Grundstück hätten wir auch gerne gehabt", meinte Alexander Stuchly, Geschäftsführer der i+R Wohnbau. Dennoch: "Wir werden hier unser Bestes geben. Dafür verbürge ich mich." Ein Prinzip des Unternehmens sei, dass das Handwerk möglichst nur 15 bis 30 Minuten Anfahrtszeit habe. "Wir wollen, dass die Wertschöpfung in der Region bleibt", erklärte Stuchly. Das sei ein Credo des Unternehmens. Für den Rohbau ist Wohlwender aus Fleischwangen zuständig.

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Architekt Manuel Plösser meinte: "Es hat Spaß gemacht, miteinander den Weg hierher zu gehen." Als er damals im Büro den entsprechenden Anruf erhalten habe, sei er zunächst sprachlos gewesen, dass dem Architekturbüro so ein großer Auftrag angetragen wurde. Die Zusammenarbeit der Beteiligten sei sehr angenehm. Das Projekt werde dazu beitragen, die Wohnungsnot in Friedrichshafen lindern.