Friedrichshafen (dim) Im Streit um die Zeppelin-Stiftung ist das Tischtuch zwischen dem Gemeinderat der Stadt Friedrichshafen und Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin endgültig zerrissen. Gespräche mit dem Urenkel des Luftschiffpioniers über die gemeinnützige Stiftung, die der Stadt gehört, lehnte der Gemeinderat einstimmig ab. Und auch hinter irgendwie geartete Vergleiche setzte der Rat während seiner Sitzung am Montag ein klares Nein. Oberbürgermeister Andreas Brand bezeichnete das einstimmige Votum des Rates als eine klare Position, die Zeppelin-Stiftung zu verteidigen. Auch die kommenden 100 Jahre sollten die Gelder der Stiftung den Menschen der Stadt zu Gute kommen, sagte Brand. Rechtsanwalt Andreas Dietzel, der die Stadt im Stiftungsstreit vertritt, hatte eingangs deutlich gemacht, dass Gespräche mit Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin aufgrund der rechtlichen Situation nicht sinnvoll seien. Nach seiner Rechtsauffassung, die das Regierungspräsidium (RP) Tübingen teilt, habe der Zeppelin-Urenkel gar kein Recht, gegen die Stiftung zu klagen. Gegen die Entscheidung des RP, das die aktuelle Form der Stiftung bestätigte, hat von Brandenstein-Zeppelin eine Klage beim Verwaltungsgericht Sigmaringen eingereicht.

Achim Brotzer, Fraktionssprecher der CDU, erinnerte in seiner Rede an Verzichtserklärungen, die Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin in Sachen Zeppelin-Stiftung in der Vergangenheit abgegeben hatte. Brotzer stellte in diesem Zusammenhang die Frage, welchen Wert eine Unterschrift habe. Die Formulierung "Adel verpflichtet" habe sich im Laufe der Zeit verändert, fügte er hinzu. "Gerichte sind keine Casinos", sagte Brotzer. Ein Kampf um die Stiftung müsse nach festen Regeln und transparent ausgetragen werden. "Der Gemeinderat wird sich geschlossen, Schulter an Schulter" für den Erhalt der Zeppelin-Stiftung einsetzen, machte Eberhard Ortlieb, Sprecher der Fraktion der Freien Wähler, unmissverständlich klar. "Wir ziehen alle an einem Strang", sagte Sylvia Hiß-Petrowitz (ÖDP) später. Die Stiftung werde von der Stadt rechtmäßig und im Sinne des Stifters geführt, so Ortlieb. Dieter Stauber wies namens der SPD-Fraktion auf die Verdienste von Betriebsräten, Gewerkschaftern und Mitgliedern der SPD hin, die sich in den ersten Nachkriegsjahren für den Erhalt der Stiftungsbetriebe eingesetzt hatten. Mathilde Gombert (Grüne) sagte, ihre Fraktion sei nicht Willens mit Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin Gespräche über die Stiftung zu führen. Die Zeppelin-Stiftung müsse in ihrer heutigen Form zum Wohle der Bürger der Stadt erhalten bleiben, befand auch Gaby Lamparsky für die FDP. Wichtig sei, dass der Streit um die Stiftung endgültig rechtlich geklärt werde, sagte Lamparsky. Dies sieht auch Rechtsanwalt Andreas Dietzel so – bisher gibt es in Sachen Zeppelin-Stiftung kein letztinstanzliches Urteil.