Weil es mit der Ausstellung der 1977 entführten ehemaligen Lufthansa-Maschine „Landshut“ nicht recht vorangeht, haben ehemalige Geiseln und Befreier die Bundesregierung zum Handeln aufgefordert. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ schrieben sie einen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) und Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). 

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Demnach fordern unter anderem frühere Angehörige der GSG9 und Besatzungsmitglieder, das Vorhaben Erinnerungsort „Landshut“ im Dornier-Museum in Friedrichshafen endlich auf den Weg zu bringen.

In Grütters Haus sei der Brief bisher nicht eingegangen, teilte eine Sprecherin am Freitag mit. Die Bundesregierung verfolge nach wie vor das Ziel, die „Landshut“ auszustellen. Weil aber der Fortbestand des Dornier-Museums über das Jahr 2025 hinaus nicht gesichert sei, würden alternative Optionen geprüft.

Die Bundesregierung hat nach Angaben der Sprecherin zehn Millionen Euro zur Verfügung gestellt – für Rückführung und Restaurierung des Flugzeugs, Ausstellungsgebäude, Ausstellungskonzept und Zeitzeugeninterviews. Aus dem Dornier-Museum gab es auf Anfrage keinen Kommentar zu dem Brief.

Betroffene kritisieren Umgang mit Trauma

Der damalige Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte die Boeing 737 im Jahr 2017 aus Brasilien nach Friedrichshafen am Bodensee bringen lassen. Die Unterzeichner des Briefs kritisieren dem Bericht zufolge, dass sie mit dem Trauma der Ereignisse allein gelassen worden seien.

Palästinensische Terroristen hatten im Oktober 1977 das Flugzeug mit 91 Menschen an Bord in ihre Gewalt gebracht, um die RAF zu unterstützen. Stationen der Entführung waren unter anderem Aden, wo Flugkapitän Jürgen Schumann erschossen wurde und Mogadischu. Auf dem Flughafen der somalischen Stadt stürmte die GSG9 die Maschine und befreite die Geiseln unversehrt.

(dpa)

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