Überlingen Adventskalender der Überlinger Persönlichkeiten: Franz Sales Wocheler

Sie hinterließen Spuren: Im Adventskalender der Überlinger Persönlichkeiten geht es heute um Franz Sales Wocheler.

"Wocheler gehörte in seinen fortgeschrittenen Jahren zu den profiliertesten katholischen Geistlichen des badischen Oberlandes und zu den Wohltätern der Stadt Überlingen schlechthin", schreibt Hermann Schmid in den Miszellen des 97. Bandes der Zeitschrift "Freiburger Diözesan-Archiv" über den bedeutsamen Überlinger Pfarrer Franz Sales Wocheler. Diese Bezeichnung verleiht er dem gebürtigen Ballrechtener aus dem Breisgau nicht zu Unrecht: Schließlich hat Wocheler sich, wie den "Miszellen" zu entnehmen ist, "1833 durch die Stiftung seiner 10 000 Bände umfassenden Privatbibliothek, vorrangig aus dem Strandgut aufgelöster Klöster bestehend" ein Denkmal gesetzt. Die Bibliothek habe "damals wie heute als städtische Leopold-Sophien-Bibliothek ihren wissenschaftlichen Rang und Namen". Und nicht zuletzt hat er "durch sein Wirken als Seelsorger und seine in Stadt und Land nahezu schon sprichwörtlich gewordene Wohltätigkeit einen weit über sein Lebensende reichenden Ruhm erworben".

Dieses hochtrabende Lob wollte erarbeitet werden, die Grundlagen dazu wurden schon in der Jugend gelegt. Nach dem Besuch der Klosterschule in Villingen und dem Eintritt in den Benediktinerorden legt Wocheler am 12. Juni 1802 seine Profeß, also seine Weihe zum Priester, ab. Am 8. November 1806, als sein Kloster, das Kloster Villingen säkularisiert werden soll, wird ihm angeboten, Weltpriester zu werden und weiterhin an der Klosterschule zu unterrichten. Weltpriester, auch Diözesanpriester genannt, unterstehen keinem Orden, sondern direkt dem Bischof und müssen auch keinen Habit, sondern, lediglich "geziemende kirchliche Kleidung" tragen.

Wocheler stimmt zu, macht aber zur Bedingung, "daß mit dem Gymnasium keine klösterliche Einrichtung verbunden bleibt". Zunächst arbeitet er in Thiengen, "von wo er nach zweijähriger segensvoller Wirksamkeit (1820) auf die Pfarrstelle in Ueberlingen berufen wurde". Wocheler "bekleidete dabei das Amt eines landesherrlichen Decans für Ueberlingen und seit 1832 auch das eines erzbischöflichen Decans (für das Capitel Linzgau)", wie im zweiten Teil der "Badischen Biographieen", herausgegeben von Friedrich von Beech aus dem Jahr 1875, nachzulesen ist. Während seiner Tätigkeit in Überlingen "ließ sich Wocheler die Beförderung der Volksbildung angelegen sein", steht heir. Er sorgt für die Verbesserung der Schulen, "namentlich durch höhere Volks- und Fortbildungsschulen wollte er auf die Bildung des Geistes und des Herzens der Jugend, des heranwachenden Geschlechtes, hinarbeiten und auf diesem Wege eine bessere Zukunft vorbereiten und einer edlen Aufklärung des Volkes Bahn brechen". Zu diesem Zweck spendet er große Beträge in einen neuen Schulfonds, der am 28. September 1830 eingerichtet wird. So ist es nicht verwunderlich, dass eine Schule in Überlingen seinen Namen trägt.

Die Schule, die nach dem Wohltäter benannt ist.
Die Schule, die nach dem Wohltäter benannt ist. | Bild: Melanie Kunze

Eine enge Freundschaft verbindet Franz Sales Wocheler mit Ignaz Heinrich von Wessenberg (1774-1860), einem bekannten Konstanzer Aufklärer. Wocheler starb am 8. Mai 1848. Ihm zu Ehren wird 1879 ein Denkmal am Landungsplatz errichtet, es steht jetzt auf dem Münsterplatz und erinnert an den Wohltäter, der "durch Güte, Menschenfreundlichkeit und Wohlthätigkeit sich vor allem auszeichnete".

 

Adventskalender

In unserem diesjährigen Adventskalender widmen wir uns Menschen, die Überlingen zu dem gemacht haben, was es heute ist. Menschen, die auf die eine oder andere Weise Spuren hinterlassen, die die Stadt geprägt haben. Bisher erschienen: Hermann Hoch, Jörg Zürn, Andreas Reichlin von Meldegg, Wilhelm Levi, Herzog Gunzo, Ursula Bubo, Theodor Lachmann, Lili Walther, Maurus Betz, Adolf Seubert.

 

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