Zusammen an der Sandbaustelle buddeln, graben und spielen und das mit ordentlich Abstand der kleinen Baumeister zueinander – das so etwas funktionieren kann, bewiesen gestern im Kindergarten „Am Oberen Tor“ Tanyel, Aras und Mert. Die drei Jungs hatten sichtlich Spaß im großen Sandkasten im Garten des Kindergartens und passten dabei trotzdem gut auf, sich nicht zu nahe zu kommen. Darüber hinaus hatten natürlich noch die Erzieherinnen rund um Kindergartenleiterin Ulrike Götz ein wachsames Auge darauf, dass die Hygiene- und Sicherheitsvorschriften wegen des Corona-Virus eingehalten werden.

Gruppen werden nach Altersstufen aufgeteilt

Überall in der Stadt Pfullendorf und ihren Teilorten erfüllt in diesen Tagen wieder Kinderlachen die Kitas, nachdem die Vorschriften gelockert wurden. Jetzt dürfen wieder Kinder bis zur Hälfte der normalen Gruppengrößen betreut werden. Vorrang haben dabei diejenigen Mädchen und Jungen, die bereits in der erweiterten Notbetreuung sind, sowie Kinder mit besonderem Förderbedarf. „Bei uns im Kindergarten ‚Am Oberen Tor‘ ist es möglich, die Kinder nach Alter zu betreuen“, schildert Ulrike Götz. So kommen die Großen und die Kinder mittleren Alters für eine Woche in die Einrichtung, danach kommen die Kleinen für eine Woche. „Dadurch war es uns möglich, dass alle Kinder zeitweise in den Kindergarten gehen können“, erläutert die Leiterin.

Flurbereich ist zum Spielen gesperrt

Gleich am neuen Eingang am seitlichen Gartenbereich werden die Eltern darauf hingewiesen, dass Maskenpflicht herrscht und sie den Kindergarten möglichst nicht betreten sollen. „Erzieherinnen tragen Masken bei Kontakt mit Erwachsenen“, informiert Ulrike Götz. Alle Kinder müssen die Hände waschen, bevor sie in die Gruppe gehen. Die Gruppenräume sind so bestuhlt, dass die Abstandsregeln eingehalten werden können. Der Flurbereich ist zum Spielen gesperrt.

Auch zu zweit und nicht in großer Gruppe lassen sich tolle Spiele finden. Amelie (rechts) hat im Garten des Kindergartens „Am Oberen Tor“ eine Schatzkarte gefunden und macht sich mit Christina auf die Suche.
Auch zu zweit und nicht in großer Gruppe lassen sich tolle Spiele finden. Amelie (rechts) hat im Garten des Kindergartens „Am Oberen Tor“ eine Schatzkarte gefunden und macht sich mit Christina auf die Suche. | Bild: Stefanie Lorenz

Das gemeinsame Essen, wie es früher gehandhabt wurde, ist stark eingeschänkt. Maximal drei Kinder können an einen Esstisch, um das von Zuhaus mitgebrachte Vesper zu verspeisen. „Unsere Tische und Stühle werden täglich desinfiziert“, sagt Ulrike Götz.

Kinder freuen sich über den Neustart

„Die Kinder, die da waren, haben sich sehr gefreut. Auch wir Erzieherinnen sind froh, die Kinder wiederzusehen. Für die Eltern ist es eine kleine Erleichterung“, schildert die Kindergartenleiterin die Stimmungslage. Leider gebe es auch Familien, die aus verschiedenen Gründen keine Betreuung wahrnehmen können. „Das tut uns sehr leid“, bedauert Götz. „Wir hoffen, das Virus macht einen großen Bogen um uns“, blickt sie in die Zukunft.

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Auch im evangelischen Kindertagheim wird kräftig geschaukelt, „gesandelt“, gerutscht und gespielt. Auf den ersten Blick ein ganz normales Bild, wären da nicht die Erzieherinnen mit ihren futuristisch anmutenden Gesichtsschutzschilden, die neben Schaukel, Sandkasten und Rutsche über die Kinder wachen. „Wir gehen viel ins Freie, zum Glück haben wir unseren Garten“, schildert Leiterin Heike Heilig. Im rollierenden System dürfen die Kinder die Spielgeräte benutzen. Vier der fünf Gruppen der Einrichtung seien inzwischen geöffnet. Geplant ist, auch die fünfte Gruppe baldmöglichst zu öffnen, doch zunächst muss die Kindergartenleitung noch drei offene Stellen neu besetzen, um ausreichend Personal zu haben, wie Heilig berichtet.

Hauswirtschaftsleiterin kocht für die Kinder

Achteinhalb Stunden von 7 bis 15.30 Uhr werden die Kinder betreut. Da das Kindertagheim sich mit Ruth Hartkorn über eine Hauswirtschaftsleiterin im Team freuen kann, kocht diese auch täglich für die Kinder. Beim gemeinsamen Essen werden ebenfalls strikt die Abstandsregeln eingehalten. Nicht ganz einfach ist die Einhaltung der Regeln für Toiletten- und Waschbereich. Dieser darf etwa nicht gleichzeitig von Kindern aus zwei Gruppen benutzt werden. Umsicht, Wachsamkeit und Voraussicht – Tugenden, die bei Erzieherinnen schon immer wichtig waren, gewinnen jetzt nochmals an Bedeutung angesichts der neuen Vorschriften. Das ist natürlich anstrengend für alle.

Wald- und Wiesenkindergarten hat noch geschlossen

Derzeit noch geschlossen hat der Wald- und Wiesenkindergarten in Großstadelhofen. „Wir hatten keine Notbetreuung. Leider können wir erst nach den Pfingstferien am 8. Juni mit dem Betrieb starten, da wir zwei kranke Erzieherinnen haben und eine Erzieherin, die zur Risikogruppe gehört“, sagt Katharina Wetzel vom Vorstand des Kindergartens. Wenn es wieder losgeht, würden die Kinder in zwei Gruppen aufgeteilt, wobei die Zwergengruppe ebenfalls geteilt werde, schildert Wetzel. „Die Erzieherinnen haben die Gruppen nach Geschwistern, Fahrgemeinschaften und Freundschaften zusammengestellt“, erläutert sie.

Eltern reagieren verständnisvoll

Für den Wald- und Wiesenkindergarten seien ein Hygieneplan und eine Gefährdungsbeurteilung entwickelt worden. „Zum Beispiel ist der Zutritt zur Jurte nur in Ausnahmefällen gestattet, etwa wenn anhaltend schlechtes Wetter herrscht“, sagt sie. Voraussichtlich könnten alle Kinder berücksichtigt werden, die wieder in den Kindergarten kommen wollten. Allerdings sei man mit der rollierenden Lösung unzufrieden, da man gerne allen Kindern dauerhaft die Möglichkeit geben würde, in ihren Kindergarten zu kommen. Wetzel berichtet erfreut davon, dass die Eltern sehr verständnisvoll seien in der derzeitigen Situation.

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