Das Aus für den Pfullendorfer Küchenhersteller Alno wurde Ende November verkündet, doch nun keimt nach dem Interesse des britischen Finanzinvestors Riverrock Hoffnung auf eine Fortsetzung des Geschäftsbetriebs. Ansprechpartner vor Ort schwanken zwischen Zuversicht und Vorsicht:

  • Pfullendorfs Bürgermeister Thomas Kugler ist erleichtert, dass es nun wieder eine Perspektive für Alno gebe. Er stehe im Dialog mit der Geschäftsführung und es sei ihm ein Herzensanliegen, dass es weiter geht. Er sei sehr zuversichtlich, doch man könne erst mit Vertragsunterzeichnung sicher sein, dass es weitergeht. Pfullendorfs Bürgermeister geht allerdings davon aus, dass der Betrieb in kleinerem Umfang wieder aufgenommen würde. Zuletzt waren 750 Menschen am Standort Pfullendorf beschäftigt. Ein wieder laufender Betrieb sei aber eine Basis, um darauf aufzubauen.
  • Rolf Gehring, Pressesprecher der Agentur für Arbeit Balingen, berichtet, dass etwa 70 der 350 betroffenen Menschen, die sich nach dem Alno-Aus arbeitslos gemeldet haben, sich in der Zwischenzeit wieder abgemeldet haben. Bei einem Großteil geht die Arbeitsagentur von einer neuen Anstellung aus. Die Vermittlung funktioniere bisher gut: Unternehmen aus der Region würden teils speziell nach Alno-Arbeitskräften fragen, zudem gebe es eine Alno-interne Stellenbörse. Der Arbeitsmarkt biete derzeit gute Chancen, auch wenn es für Einzelne schwierig werden könne. Einen neuen Arbeitgeber müsse man sich erst einmal anschauen, rät er.
  • Michael Föst von der IG Metall würde es begrüßen, wenn wieder produziert wird, bezeichnet Riverrock aber als Heuschrecke und warnt vor schlechteren Arbeitsbedingungen: "Lohnverzicht rettet die Firma nicht", sagt er. Das hätten die vergangenen Jahre hinreichend gezeigt. Er rechnet damit, dass für die Aufarbeitung der strukturellen Probleme bei Alno hohe Investitionen nötig sind. Und eine Investmentgesellschaft sei naturgemäß eher an kurzfristiger Gewinnmaximierung interessiert. "Es liegt an Riverrock, ein Konzept zu erstellen und zu erklären, wie sie den Betrieb wieder zum Laufen bringen wollen." Beschäftigte könnten auf dieser Basis einschätzen, ob es für sie eine Zukunft bei Alno gibt. Die Herausforderung für den Investor sei, entsprechendes Personal zu finden und einen stillgesetzen Betrieb auf der Talsohle umzuschalten.
  • Betriebsratsvorsitzende Waltraud Klaiber möchte die Geschehnisse während der laufenden Gespräche nicht kommentieren und ein Ergebnis abwarten.