Mit einem ganztägigen Jubiläumsprogramm und Gästen aus nah und fern feierten die Überlinger Soroptimistinnen das 30-Jährige Bestehen ihres Club. Als amtierende Präsidentin konnte Françoise Wilhelmi de Toledo am Samstagvormittag beim festlichen Empfang im Museumssaal unter anderem internationale und nationale Patinnen willkommen heißen, aber auch Oberbürgermeister Jan Zeitler und Vertreter der anderen Serviceclubs. Eine besondere Würdigung erfuhr die Initiatorin und Gründerin des Überlinger Clubs, Magdalena Bühler. Deren Verdienste ließ Eva-Maria Leirer noch einmal kurz Revue passieren. Bis heute lasse Bühler auch mit "80 plus" in ihrem Engagement in keinem Deut nach. Noch immer lade sie jedes neue Mitglieder persönlich zu Beginn zu einem mehrgängigen Menü zu sich nach Hause ein. Leirer: "Sie weist uns nachhaltig in die Regeln von Soroptimist International ein." Nach wie vor appelliere sie an ihre "Schwestern", hinaus zu gehen zu anderen Clubs und die Begegnung mit anderen Frauen zu suchen.

Mit poetischen Liedern wie der eigenen Komposition "Duft vom See" begleitet Claudia Pohel den festlichen Empfang.
Mit poetischen Liedern wie der eigenen Komposition "Duft vom See" begleitet Claudia Pohel den festlichen Empfang.

Stimmungsvoll begleitet wurde der Empfang von Claudia Pohel mit poetischen Liedern zu Gitarre und Harfe. Ihre eigene Komposition "Duft vom See" hätte passender zu dem sonnigen Tag nicht sein können und ging zu Ende mit der Zeile: "Frühling magst hereinspazieren." Hinaus spazieren in den Museumsgarten konnten die Soroptimistinnen anschließend zu einem Aperitif mit kleinem Imbiss.

In der Stadt habe sich der Club längst "eine Position erarbeitet, die sehr wahrgenommen wird", hatte Oberbürgermeister Jan Zeitler in seinem Grußwort zuvor attestiert. Sämtliche Projekte, die Soroptimistinnen anpackten, seien "stets sehr gut durchdacht". Gerne erinnere er sich noch an den Lichterbaum auf der Hofstatt in der Weihnachtszeit. Auch künftig wolle die Stadt die wichtige Arbeit unterstützen, sagte Zeitler und appellierte an den Club: "Bleiben sie so aktiv." Anerkennende Grußworte fanden auch die Vertreterinnen und Vertreter anderer Service Clubs – Elfriede Martin für Inner Wheel, Lothar Fritz für den Lions Club, Raimund Wilhelmi für Rotary und Stefan Hofmeister für Round Table 139.

 

Blumen für die amtierende Präsidentin Françoise Wilhelmi de Toledo (rechts) sowie die Initiatorin und Gründerin des Clubs, Magdalena Bühler (Mitte), überreichte Heike Huther (links). Am Empfang im Museumssaal nahmen auch Oberbürgermeister Jan Zeitler und Vertreter der anderen Serviceclubs teil. Bilder: Hanspeter Walter
Blumen für die amtierende Präsidentin Françoise Wilhelmi de Toledo (rechts) sowie die Initiatorin und Gründerin des Clubs, Magdalena Bühler (Mitte), überreichte Heike Huther (links). Am Empfang im Museumssaal nahmen auch Oberbürgermeister Jan Zeitler und Vertreter der anderen Serviceclubs teil. Bilder: Hanspeter Walter

Die Aktivitäten der Soroptimistinnen ließen Birgit Nothhelfer, Christiane Barth und Françoise Wilhelmi de Toledo in drei Dekaden kurz Revue passieren. "Wer sollte uns etwas spenden und wofür?", beschrieb Christiane Barth die Bemühungen um öffentliche Aufmerksamkeit: "Niemand kannte uns." Ob der Name etwas mit "Optimismus" zu tun habe, sei man oft gefragt worden. "Ich hätte oft gerne ja gesagt", sagte Barth: "Wir sind optimistisch, die Gleichstellung der Frau weiter voranzutreiben." Die Wende habe die Weihnachtsbaumaktion 2009 markiert, bei der erstmals Kinder aus sozial schwachen Familien beschenkt werden sollten. "Bildung ist unser wichtigstes Ziel", erklärte Barth: "Wir sind uns aber auch im Klaren, dass Armut die Ursache für viele unserer Projekt ist."

Die vielen Facetten des Bodensees und aktuelle Konflikte beleuchtete Katy Cuko in ihrem Vortrag.
Die vielen Facetten des Bodensees und aktuelle Konflikte beleuchtete Katy Cuko in ihrem Vortrag.

Mit großer Aufmerksamkeit verfolgten die Gäste den Festvortrag der Friedrichshafener Journalistin Katy Cuko zum Thema "Wasser – Der Bodensee". Cuko, Mitarbeiterin beim SÜDKURIER, schlug einen Bogen vom beliebten Freizeitgewässer über die Veränderung und Gefährdung der Wasserqualität bis hin zum Ertragsrückgang der Fischer. Am Ende skizzierte sie die Gratwanderung bei der Entscheidung für oder gegen Experimente mit einer Aquakultur am Bodensee und zeigte die offenen Fragen auf.

 

Club Soroptimist

  • Der Club Soroptimist International wurde 1921 in Oakland/Kalifornien gegründet und versteht sich als "weltweite Stimme für Frauen". Der Name leitet sich aus dem Lateinischen "Sorores optimae" – beste Schwestern – ab. Das Netzwerk berufstätiger Frauen legt großen Wert auf Gemeinschaftssinn und setzt sich in sozialen Projekten für die Gesellschaft ein.
  • Der Überlinger Zusammenschluss wurde am 23. April 1988 als 62. Club von Soroptimist International Deutschland gegründet. Derzeit zählen 39 Mitglieder aus den verschiedensten Berufsfeldern zu den Mitgliedern. Dem Vorstand gehören derzeit an: Dr. Françoise Wilhelmi de Toledo (Präsidentin), Frauke Möller, Bettina König, Ursula Wenk-Mihaljevic, Sandra Welsch-Fischer, Gaby Bork, Susanne Held, Doris Behm, Heike Huther, Martina Niehl, Gudrun Kühnl und Magdalena Bühler.
  • Soroptimist International ist nach eigenen Angaben die weltweit größte Service-Organisation berufstätiger Frauen und sieht sich als "lebendige, dynamische Organisation von Frauen, die Fragen der Zeit aufgreifen". Weltweit gibt es 3000 Clubs mit rund 80 000 Mitgliedern in 132 Ländern. Beim Galaabend auf der Mainau beleuchtete Kathy Kaaf (Bonn) in ihrem Vortrag die Rolle von Soroptimist International beim globalen Einsatz für Frauen. "Bei den Vereinten Nationen gehören wir zu den anerkanntesten Nichtregierungsorganisationen, deren Stimme auch Gehör findet", sagt Kaaf, die die Soroptimistinnen in New York vertritt. (hpw)