Das Fürstenhäusle, Kleinod in den Weinbergen hoch über Meersburg und mit Blick über den Bodensee, wird derzeit saniert, umstrukturiert und wieder neu eingerichtet. Die berühmteste Eigentümerin, Annette von Droste-Hülshoff, starb vor genau 170 Jahren, am 24. Mai 1848, wie die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg mitteilen. Die große Dichterin hatte vor, in dem idyllischen Weingartenhäuschen noch lange wohnen und arbeiten zu können. Ihr wird nun das ganze Haus gewidmet sein. Es öffnet im September mit einer neuen Ausstellung seine Tore.

Das Fürstenhäusle geht zurück auf die Fürstbischöfe von Konstanz. 200 Jahre lang blieb das Garten- und Lusthäuschen in ihrem Besitz, bis es über einen kurzen Umweg seine wohl berühmteste Eigentümerin fand: Annette von Droste-Hülshoff ersteigerte es 1843 für 400 Reichstaler in einer Auktion. Bezahlen konnte sie es vom Honorar ihres zweiten Gedichtbandes, der kurz darauf beim Cottaverlag in Stuttgart und Tübingen erschien. Sie hatte sich, so lässt sich in ihren Briefen lesen, in den Ort verliebt. Und sie betrachtete geschäftstüchtig die Reben, die sie zur „Verbesserung und Vergrößerung des Grundstücks“ – so schrieb die Droste selbst – setzen lassen wollte. Für den einzigartigen Blick über die Dächer der alten Stadt Meersburg und das Schwäbische Meer auf die Alpenkette fand sie immer wieder anrührende Worte und Bilder, heißt es in der Mitteilung weiter.

Seit vielen Jahren präsentieren die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg das Fürstenhäusle, in dem sich vieles aus der Zeit der Droste und ihrer Familie erhalten hat. Im Herbst 2016 wurde das Kleinod geschlossen, um lange fällige Sanierungsarbeiten vorzunehmen. Im Frühjahr 2017 begann Vermögen und Bau, Amt Ravensburg, die Arbeiten in enger Abstimmung mit der Denkmalbehörde und den Staatlichen Schlössern und Gärten. Derzeit werden noch die Außenanlagen umgestaltet; für Juli und August steht die Sanierung der Zufahrtstraße an. Das Projekt wird aus Mitteln der Glücksspirale gefördert.

Künftig wird mehr Platz im Erdgeschoss für den Empfang der Besucher zur Verfügung stehen. Was nach wie vor die Aura der Dichterin behalten wird, sind die Räume, die mit Stücken aus ihrer Zeit und ihrer Umgebung wieder eingerichtet werden, das „Schwalbennest“ im Ober- und das Paradezimmer im Erdgeschoss. Ein eigener Raum wird ihrer Lebensgeschichte und ihrem Umfeld gewidmet. „Das Fürstenhäusle war ein zentraler literarischer Sehnsuchtsort der erfolgreichen Schriftstellerin – und so wird es auch zu erleben sein“, erläutert Michael Hörrmann, Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg.

Im Droste-Gedenkjahr 2018 wird zudem ab 2. September im Neuen Schloss Meersburg die Ausstellung „Sehnsucht in die Ferne. Reisen und Landschaften der Annette von Droste-Hülshoff“ zu sehen sein, ein Projekt, das mit Unterstützung der Droste-Forschungsstelle der Literaturkommission für Westfalen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) zustande kam.