Überhaupt noch nicht absehbar ist, wann die Stuttgarter Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen wegen des Verdachts der Insolvenz­verschleppung gegen Verantwortliche der Alno AG abgeschlossen haben wird. „Das Ermittlungsverfahren richtet sich gegen insgesamt 17 Beschuldigte. Bei diesen handelt es sich um (ehemalige) Mitglieder des Vorstands der Alno AG und um (ehemalige) Geschäftsführer der Tochtergesellschaften pino Küchen GmbH, Casawell Service GmbH und Alno Logistik & Service GmbH“, teilt Heiner Römhild, Sprecher der auf Wirtschaftsstraftaten spezialisierten Ermittlungsbehörde mit. Nach seinen Angaben wurden bereits Mitarbeiter der Alno AG zu den Vorwürfen vernommen. „Auch liegen schon erste Stellungnahmen von Verteidigern vor“, teilte Römhild weiter mit. Weiter ins Detail wollte er nicht gehen.

Auf unsere Frage, ob auch der bishe­rige Chef der Neuen Alno GmbH, Andreas Sandmann, zum Kreis der Verdächtigen gehört, teilte der Sprecher mit, dass aufgrund des Persönlichkeitsrechts der Betroffenen grundsätzlich keine Angaben zur Identität der Beschuldigten gemacht würden. Sandmann hatte die Neue Alno GmbH im Juni verlassen. Das teilte der Pfullendorfer Küchenbauer Ende Juni mit und bestätigte damals einen Bericht des SÜDKURIER. Sandmann sei aus persönlichen Gründen gegangen, hieß es weiter. Thomas Kresser, der bisher bereits für Finanzen zuständig war, ist nun alleiniger Geschäftsführer und für alle Unternehmensbereiche zuständig. Sandmann war seit August 2015 bei der Alno AG, die 2017 Insolvenz anmeldete. Nach der Insolvenz der AG wurde er vom neuen Eigentümer des Alno-Stammsitzes, der britischen Investmentfirma Riverrock, als Geschäftsführer eingesetzt.

Eine Durchsuchung am 16. Juni in der Schweiz fand im Rahmen eines Rechtshilfeersuchens statt, wie Römhild auf Anfrage dieser Zeitung mitteilte. „Durchsucht wurden die Wohnräume von zwei in der Schweiz wohnhaften Beschuldigten.“ In der Schweiz wohnen der einstige Chef der Alno Aktiengesellschaft, Max Müller, so wie die Ex-Alno-Finanzchefin Ipek Demirtas. Bei einer Durchsuchung im März in Pfullendorf waren schriftliche Unterlagen im Umfang von etwa 1200 Stehordnern und elektronische Daten im Umfang von etwa 50 Terabyte sichergestellt worden.

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