"Ich sehe gute Chancen für das Heimatmuseum", sagte Fischer am Ende seiner Rede, die er mit einem Augenzwinkern und dem Satz "Wenn am 1. Januar 2018 das Schlössle leer steht, denken Sie an das Shakespeare-Wort 'Nütze die Welle, sie kehret nicht wieder'", schloss.

Über 40 Jahre habe Fischer das Musum als "Alleinshow" vorangebracht, attestierte ihm Zwick und erinnerte auch daran, dass es vor allem zu Beginn keine leichte Aufgabe gewesen sei, zumal es auch im Gemeinderat unterschiedliche Ansichten über die Notwendigkeit eines solchen Museums gab. Er habe die Sammlung erhalten und ausgebaut, Struktur hineingebracht und viele Führungen durch die Räume neben dem Stadtbauamt geleitet. Dies griff auch Fischer auf und bezeichnete es im Rückblick auf sein Jahrzehnte währendes Engagement als wichtigste Aufgabe, Schüler durch das Museum geführt zu haben. Denn ein junger Mensch, der nie ein Museum von innen gesehen hat, werde auch als Erwachsener kein Museum besuchen, hielt er fest und sagte: "Es ist mein größter Wunsch, dass diese pädagogische Arbeit weitergeht."

Im Rückblick auf die 41 Jahre, die er das Museum leitete, sagte Fischer: "Heute sehe ich meine Aufgabe als erfüllt." Aus dem welken Blümlein von 1976, als er von Bürgermeister Siegfried Schühle gefragt wurde, ob er sich übergangsweise um das Heimatmuseum kümmern könne, sei ein vielversprechendes Bäumchen geworden.

"Wir brauchen kein Provisorium mehr", sagte Fischer und zählte die Faktoren auf, die es seiner Ansicht nach ermöglichen werden, dass aus dem Provisorium ein echtes Heimatmuseum wird: "Meßkirch hat einen Bürgermeister und einen Gemeinderat, die das Projekt Heimatmuseum unterstützen; wir haben einen Museumsprofi vor Ort und wir haben Glück: Das Notariatsgesetz beschert uns ein Gebäude. Was will man mehr?"

Nach einer Zeit der stromlinienförmigen Hochglanzmuseen komme auch wieder die Zeit der nostalgischen, heimeligen Sammlungen aus Opas Zeiten, die dann wieder Heimatmuseum heißen dürften, sagte er. Fischer dankte auch Armin Heim für dessen professionelle Arbeit hinter den Kulissen für das Heimatmuseum und erinnerte daran, dass Heim seit seinem 18. Lebensjahr und der Schaffung des Familienstamm-Baums von Conrad Kreutzer mit dabei ist und Vorarbeiten für ein neues Heimat- oder Stadtmuseum geleistet habe.

Vielfältiges Wirken im öffentlichen Leben der Heideggerstadt

Ein Ausschnitt des umfangreichen Wirkens von Werner Fischer in der Stadt Meßkirch und darüber hinaus:

Im Jahr 1961 wurde er als Lehrer an das Progymnasium Meßkirch versetzt und war dort von 1970 bis 1995 Studiendirektor und stellvertretender Schulleiter des Martin-Heidegger-Gymnasiums. Seit 1962 gibt er an der Volkshochschule Vorträge zu Namenkunde und heimatgeschichtlichen Themen in Meßkirch und dem Umland, veröffentlichte Aufsätze in Zeitschriften, ist Mitautor von Büchern, freier Mitarbeiter des SÜDKURIER und Autor Hunderter von Artikeln, Aufsätzen, Beiträgen und Berichten.

Fischer ist Initiator der Stiftung Stadtmuseum sowie Stadt-, Kirchen-, Schloss- und Heideggerführer. Seit 1978 ist er ehrenamtlicher Mitarbeiter des Denkmalamts Tübingen und er gewann 1993 den zweiten Preis beim alemannischen Mundartwettbewerb der Muettersproch-Gsellschaft in Freiburg. Im Weiteren war und ist er Kreutzerchor-Mitglied, im Schachsport sowie in der evangelischen Kirche, als Organist und Musiker aktiv. (mos)