Dem Tübinger Regierungspräsidenten Klaus Tappeser wurden die Aufgaben und die Organisation der Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter (CVUA) Sigmaringen vorgestellt. Im Gespräch mit der Amtsleiterin Mirjam Zeiher und dem stellvertretenden Amtsleiter Paul-Hermann Reiser wurden aktuelle Themen und Probleme erörtert, teilt das Regierungspräsidium (RP) Tübingen mit.

Paradigmenwechsel im öffentlichen Dienst gefordert

So wurde auch der Fachkräftemangel thematisiert, mit dem auch das CVUA Sigmaringen zu kämpfen hat. Qualifiziertes Personal nach Sigmaringen zu bekommen und dort zu halten stellt eine Herausforderung dar. Die Ausbildung von Chemielaboranten und staatlich geprüften Lebensmittelchemikern im eigene Haus ist zentraler Bestandteil bei der Lösung dieses Problems. Hinsichtlich der Bezahlung guter Fachkräfte gab Regierungspräsident Tappeser ein klares Statement ab: „Dazu muss der öffentliche Dienst einen Paradigmenwechsel mitmachen, indem von Arbeitgeberseite aus eine attraktive Bezahlung angeboten werden muss“. Dies betrifft auch die Verwaltungsmitarbeiter, deren Aufgaben über die Jahre sehr an Komplexität zugenommen haben, die Bezahlung aber nicht mitgewachsen ist. Im Anschluss an eine besichtigte der Regierungspräsident das baden-württembergische Zentrallabor für Aromen sowie das Zentrallabor für Schimmelpilzgifte.

Bildung von Zentrallaboratorien bringt mehr Effizienz

Neben dem CVUA Sigmaringen werden Lebensmittel an drei weiteren CVUAs in Baden-Württemberg untersucht, wobei einzelne Lebensmittelgruppen zentral für ganz Baden-Württemberg nur noch an einem CVUA untersucht werden. „Die Bündelung von Aufgaben durch Bildung von Zentrallaboratorien war ein sehr guter Schritt, um einen effizienten Verbraucherschutz leisten zu können“, sagte Mirjam Zeiher. Durch gebündelten Sachverstand wird den Anforderungen begegnet, die infolge vielschichtiger werdende Rechtsgrundlagen und komplexer werdenden analytischen Herausforderungen gestiegen sind. Am CVUA Sigmaringen werden zentral für Baden-Württemberg Aromen, Fruchtsäfte, Konfitüren, Getreide und Getreideprodukte, Hülsenfrüchte, Ölsamen, Schalenobst sowie Tabakerzeugnisse untersucht.

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Aktuell 119 Beschäftigte

Zudem ist das CVUA Sigmaringen zuständig für die Untersuchung auf Schimmelpilzgifte in Lebensmitteln und Rückstände in Trinkwasser. Des Weiterer werden für den Zuständigkeitsbereich des Regierungsbezirks Backwaren, Teigwaren, Milch- und Fleischerzeugnisse, vegane Ersatzprodukte sowie Speiseeis untersucht. Grundlage für die Untersuchungen und Beurteilungen der Proben sind zahlreiche gesetzliche Vorschriften auf europäischer und nationaler Ebene, die den Verbraucher vor gesundheitlichem Schaden und vor Täuschung schützen. Im CVUA Sigmaringen sind aktuell 119 Beschäftigte, davon 30 Lebensmittelchemiker, Tierärzte und Biologen tätig. Pro Jahr werden rund 8000 Proben untersucht und beurteilt.