Das Prostatakarzinomzentrum am Krankenhaus in der Kreisstadt feiert zehnjähriges Bestehen. Melanie Zeitler-Dauner, Geschäftsführerin der SRH-Kliniken im Landkreis Sigmaringen, sprach Zoltan Varga, dem Leiter des Zentrums sowie Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie bei diesem Anlass ihre Anerkennung aus. „Unter Ihrer Leitung hat das zertifizierte Prostatakarzinomzentrum kontinuierlich sein Leistungsspektrum ausgebaut und sich erfolgreich etabliert. Hier arbeiten neben den Kerndisziplinen Urologie, Onkologie und Strahlentherapie zahlreiche Fachabteilungen und Kooperationspartner im Sinne einer optimalen Versorgung von Prostatakarzinom-Erkrankten eng zusammen“, sagte die Geschäftsführerin.

Verfeinerte operative Therapie

Die Betreuungsqualität im zertifizierten Prostatakarzinomzentrum würde durch interdisziplinäre Arbeitsabläufe seit zehn Jahren auf hohem Niveau gelebt. Dies sei durch die jährlichen Überwachungen eines unabhängigen Instituts „OnkoZert®“ im Auftrag der Deutschen Krebsgesellschaft bestätigt worden, so Barbara Koch, Sprecherin der SRH-Kliniken. In den vergangenen zehn Jahren sei mit der Anschaffung eines speziellen Gerätes zur Durchführung einer optimalen Prostata-Bildgebung sowie der Etablierung der Prostata-Fusionsbiopsie in eine moderne Diagnostik investiert worden. „Die operative Therapie habe wir durch schonende OP-Techniken verfeinert und mit der Anschaffung einer modernen Bestrahlungseinheit haben wir die Behandlungsqualität des Prostatakarzinoms für die Patienten weiter gesteigert“, erklärte Varga. „Wir freuen uns über die hohen Zufriedenheitswerte der Patienten in den Befragungen der vergangenen zehn Jahre, sie sind unsere Motivation für die Zukunft.“

Drittes Zentrum in Baden-Württemberg

Das Prostatakarzinomzentrum Sigmaringen ist am 27. Juni 2008 als drittes Zentrum in Baden-Württemberg und als 19. in Deutschland von „OnkoZert®“ zertifiziert worden. Es ist als Organzentrum seit 2011 Bestandteil des erfolgreich arbeitenden zertifizierten Onkologischen Zentrums Sigmaringen, das unter der Leitung von Gabriele Käfer steht. Es ist vorgesehen, im nächsten Jahr die Zertifizierung des Prostatakarzinomzentrums auf die gesamte Uroonkologie auszuweiten.

Zur Erläuterung: Die Deutsche Krebsgesellschaft möchte durch ihr Zertifizierungssystem die Betreuung onkologischer Patienten verbessern und ihnen in jeder Phase ihrer Erkrankung eine Behandlung ermöglichen, die sich an hohen Qualitätsmaßstäben orientiert. Basis dieses Systems sind die zertifizierten Zentren. Diese müssen jährlich nachweisen, dass sie die fachlichen Anforderungen für die Behandlung einer Tumorerkrankung erfüllen und zudem über ein etabliertes Qualitätsmanagementsystem verfügen.

Hochmoderne Operationssäle

Im Krankenhausstandort Sigmaringen werden 98 Millionen Euro in einen 70 Meter langen, 30 Meter breiten sechgeschossigen Neubau investiert, der im vorderen Bereich entstehen soll. Dieser wird an den bestehenden Gebäudekomplex eingefügt. Dadurch würde der bisherige Eingangsbereich weiter nach vorne verlagert, das heißt, dass der Klinikumbesucher dann über einen zweigeschossigen Hallenbereich mit Caféteria dieses Krankenhaus betritt. Erweitert wird die Notaufnahme. Und im zweiten Obergeschoss werden sechs hochmoderne Operationssäle entstehen. Für den Teilneubau kommen mehr als 60 Millionen Euro vom Land, Stuttgart hat somit dieses Projekt mit einer der höchsten Förderquoten versehen.

Trotz der 160 Betten, die in den vier Stationen des Neubaus entstehen werden, soll sich die Gesamtbettenzahl des Plankrankenhauses mit seinendrei Standorten in Sigmaringen, Bad Saulgau und Pfullendorf mit 520 Betten nicht verändern. Frei werdende Kapazitäten können zur Wiedereingliederung von ausgelagerten Dienstleistungen genutzt werden.