Der ehemalige Bundestagsabgeordnete Hermann Schwörer ist tot. Ende vergangener Woche ist der 95-Jährige gestorben. "Eine sehr traurige Nachricht hat mich am Freitag erreicht", sagt CDU-Bundestagsabgeordneter Thomas Bareiß über den Tod Schwörers. 36 Jahre lang – von 1958 bis 1994 – war der Unternehmer und Jurist Mitglied des Deutschen Bundestags. Von 1970 bis 1979 saß er zudem im Europäischen Parlament. "Dr. Hermann Schwörer war für mich immer ein wichtiger Ratgeber, mit dem ich stets in engem Kontakt stand", so Bareiß. Schwörer sei mit Leib und Seele Politiker gewesen, "der sehr viel für unsere Heimat erreicht hat".

Schwörers Präsenz und Einsatz im Wahlkreis Zollernalb/Sigmaringen beschreibt Thomas Bareiß als legendär. "Kein Verein, den er nicht kannte und kein Fest, das er in seiner Zeit als Wahlkreisabgeordneter nicht mindestens einmal besuchte", erinnert sich der Bundestagsabgeordnete. Bis ins hohe Alter nahm Hermann Schwörer an wichtigen Veranstaltungen teil, setzte sich für die Region ein. Irgendwann wurden es aber weniger Termine. Zu seinem 90. Geburtstag besuchte er Papst Benedikt, für Schwörer ein Höhepunkt, wie er bei der Verleihung der Bürgermedaille des Landkreises Sigmaringen erklärte. Im Mai dieses Jahres wurde zuletzt im Hause Schwörer gefeiert. Ein kleiner Kreis konnte ihm zum 95. Ehrentag gratulieren.

Hermann Schwörer bleibe für ihn immer ein Stück weit Vorbild, sagt Thomas Bareiß. Bei einer Wahlkampf-Veranstaltung verriet er einmal, die ersten politischen Erfahrungen beim Plakatkleben für Schwörer gesammelt zu haben. "Meine Gedanken und mein Mitgefühl sind in diesen schweren Tagen bei seiner Ehefrau Sophie und seiner gesamten Familie", sagt der CDU-Politiker. Klaus Burger, Landtagsabgeordneter für den Kreis Sigmaringen, zeigt sich ebenso betroffen: „Die Nachricht vom Tode unseres langjährigen Bundestagsabgeordneten Dr. Hermann Schwörer macht mich sehr traurig, denn er war mir von Beginn meiner politischen Arbeit an bis zu seinem Tod ein väterlicher Freund und kluger Ratgeber." Erst vor wenigen Tagen habe er ihm bei einem Besuch am Krankenbett dafür danken können. "Bis zuletzt hat er, solange es ihm gesundheitlich noch möglich war, an den Veranstaltungen unseres CDU-Kreisverbandes teilgenommen", so Burger. Schwörer sei ein Wertkonservativer im besten Sinne gewesen, "der mit seiner großen Erfahrung und seinem unternehmerischen Verständnis über Jahrzehnte hinweg in den unterschiedlichsten Funktionen gewirkt hat". An vielen Stellen im Landkreis seien bis heute die Früchte seiner Politik sichtbar, "mit der er sich auch großes Ansehen in seiner Fraktion und im politischen Bonn und später in Berlin erworben hat". Auch als Stifter werde sein Name im Kreis verwurzelt bleiben. Seine Anteilnahme und die des Kreisverbandes gelte Schwörers Familie und dessen Frau Sophie, die sich liebevoll um ihn gekümmert habe, sagt Burger.

 

Person und Trauerfeier

Hermann Schwörer wurde am 1. Mai 1922 in Hohenstein-Oberstetten geboren und kam erst in den 50er-Jahren in den Kreis Sigmaringen. Schwörer war promovierter Jurist und Unternehmer im Familienbetrieb Hans Schwörer KG Baustoffwaren in Sigmaringen. Später war er einer der Geschäftsführer der Schwörer Haus GmbH & Co. KG. Seit dem Jahr 2007 gibt es die Dr.-Hermann-Schwörer-Stiftung. Anfang der 50er-Jahre trat er der CDU bei. Von 1958 bis 1994 gehörte Schwörer dem Deutschen Bundestag an. Einige Jahre saß er im Europäischen Parlament. In seiner politischen Karriere vertrat er die Wahlkreise Balingen und Zollernalb/Sigmaringen. Schwörer war unter anderem Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes. Die Trauerfeier findet in Beuron statt.