Der Geopark wurde im Sommer 2017 von Experten im Auftrag der UNESCO rezertifiziert. In einem Schreiben der deutschen UNESCO-Kommission wurde nun mitgeteilt, dass der Geopark eine sogenannte „gelbe Karte“ erhält. Dies bedeutet, dass der Geopark sich zwar positiv weiter entwickelt hat, aber auch Mängel aufweist, teilt der Geopark Schwäbische Alb mit.

Die UNESCO-Anerkennung wird damit statt um vier nur um zwei Jahre verlängert und der Geopark wird hernach erneut evaluiert. „Wir wollen das UNESCO Global Geopark Label auf jeden Fall erhalten. Denn wir leisten in der Geschäftsstelle des Geoparks Schwäbische Alb und in den 10 Landkreisverwaltungen gute Arbeit für unsere einzigartige Landschaft. Wir sehen daher die Gelbe Karte der UNESCO als Herausforderung, unsere Anstrengungen zu intensivieren. Alleine schaffen wir es aber nicht diese Erfolgsgeschichte des ländlichen Raumes fortzusetzen. Wir benötigen die finanzielle Unterstützung des Landes“, sagten der Vorsitzende Markus Möller und der Geschäftsführer Roth.

Die gelbe Karte würde die gute Arbeit des Geoparks in den vergangenen Jahren etwas in den Hintergrund rücken. Die Geschäftsstelle habe mit dem Einstieg in die Besucherlenkung, dem Projekt Geopark-Schule und dem Aufbau einer Partnerschaft mit dem Industrieverband Steine und Erden Baden-Württemberg neue und innovative Projekte in Angriff genommen. Es sei aber schon länger absehbar gewesen, dass es bei der derzeitigen Personal- und Finanzausstattung nicht einfach werde, das UNESCO Label zu erhalten.

Derzeit werde der Geopark alleine durch die Mitglieder (die zehn Landkreise der Schwäbischen Alb, der Schwäbische Alb Tourismus-Verband, der Industrieverband Steine und Erden Baden-Württemberg, die Stiftung für Bildung und Kultur Ostalb sowie die drei Kommunen Steinheim am Albuch, Schelklingen, Beuren) sowie einige Partnerschafts- und Projektförderungen finanziert. „Vor diesem Hintergrund haben wir uns zuletzt im September 2017 an die Landesregierung gewandt und um finanzielle Unterstützung gebeten“, erklärt Möller. Im Schreiben an das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz sei eine Förderung von 150 000 Euro pro Jahr erbeten worden. Gleichzeitig habe der Geopark davor gewarnt, dass ohne dauerhafte Förderung die Auszeichnung als UNESCO-Geopark verlieren gehen könnte. Für eine angemessene Personalausstattung sowie Raum für die Umsetzung von wichtigen Projekten und damit zur Sicherstellung des Prädikats „UNESCO Global Geopark“, sei ein Gesamtbudget in der Größenordnung von rund 300 000 Euro erforderlich.

Die Schwäbische Alb verfügt als herausragende Landschaft über ein besonderes geologisches, archäologisches, kulturhistorisches sowie ökologisches Erbe von internationaler Bedeutung. Vor diesem Hintergrund wurde Ende 2001 der Geopark Schwäbische Alb gegründet. Grundidee und Aufgabe des Geoparks ist es, die Themen Geologie, Erd- und Kulturgeschichte der Schwäbischen Alb den Menschen bewusst zu machen und deren Bedeutung für die Bildung, den Tourismus und die Regionalentwicklung aufzuzeigen. Der Geopark Schwäbische Alb ist kein Schutzgebiet des Landes sondern als ein gemeinnütziger, eingetragener Verein organisiert.

Seit 2015 ist die Schwäbische Alb aufgrund ihres herausragenden geologischen Erbes ein von der UNESCO anerkannter Geopark. Alle vier Jahre muss sich der Geopark einer erneuten Evaluierung durch die UNESCO unterziehen. Vom Ergebnis hängt ab, ob sich der Geopark Schwäbische Alb weiterhin mit dem UNESCO-Titel schmücken darf. Die UNESCO-Anerkennung wird nach der „Gelben Karte“ damit statt um vier nur um zwei Jahre verlängert und der Geopark wird hernach erneut evaluiert. Der Geopark Schwäbische Alb wurde in der Vergangenheit bereits evaluiert. Nach einer gelben Karte 2007 endeten die weiteren Evaluationen 2009 und 2013 jeweils mit der Karte grün.