Für Klaus Tappeser ist damit eine Erfolgsgeschichte geschrieben worden. Der Tübinger Regierungspräsident bescheinigte allen Personen und Institutionen, die direkt oder indirekt mit der LEA verbunden waren, die Aufgaben hervorragend gemeistert zu haben. Ganz besonders betonte der Tübinger die Arbeit der rund 280 ehrenamtlichen Helfer. Tappeser erinnerte daran, dass im Sommer 2014 die LEA in nur knapp zehn Wochen in der kurz zuvor von der Bundeswehr geräumten Kaserne eingerichtet werden konnte. An die Meßstettener gewandt erklärte der Regierungspräsident: "Dies, meine Damen und Herren, bleibt eine unglaubliche Gemeinschaftsleistung, auf die Sie mit Stolz zurückblicken können und die heute noch höchste Anerkennung verdient."

Der Redner ging auch auf das Krisenjahr 2015 ein. Damals waren zeitweilig über 3600 Personen in der LEA untergebracht. Ohne auf die damaligen Probleme einzugehen sprach der Regierungspräsident davon, dass diese ungeplante Höchstbelegung für alle Beteiligte eine extreme Herausforderung dargestellt habe. In einem Seitenhieb ging er auf den gegenwärtig gesamtgesellschaftlich diskutierten Wertebegriff ein. Solche Werte sind unter anderem der demokratische Rechtsstaat, freie Meinungsäußerung oder freie Medien. Als eines der Glanzlichter der ehrenamtlichen Tätigkeit erwähnte der Tübinger das im ehemaligen Soldatenheim eingerichtete "Asyl-Café" mit Begegnungsmöglichkeiten für Flüchtlinge und Einheimische.

Zahlreiche ehrenamtliche und professionelle Helfer, Behördenvertreter und Repräsentanten des öffentlichen Lebens wohnen dem Festakt zur ...
Zahlreiche ehrenamtliche und professionelle Helfer, Behördenvertreter und Repräsentanten des öffentlichen Lebens wohnen dem Festakt zur Schließung der LEA in Meßstetten bei.

Diesen Aspekt hatte zuvor schon Landrat Günther-Martin Pauli hervorgehoben. Der Kreischef wertete dies als "Zeichen für Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit der Politik". Er unterstrich, dass er sowohl als Landrat, als auch als damaliger Landtagsabgeordneter die LEA-Arbeit in Meßstetten unterstützt habe. Pauli: "Zur Zeit des Aufbaus war die Hälfte der Abteilungen im Landratsamt in der einen oder anderen Weise mit dem Thema LEA beschäftigt." Als letzter Redner kam mit Karl-Otto Gerstenecker ein Mann, der sich nach seiner Pensionierung als Kriminalbeamter eben keinen ruhigen Lebensabschnitt gönnte, sondern seine Zeit als Ehrenamtskoordinator für das LEA-Projekt zur Verfügung stellte. Im Laufe seiner Rede wurde immer deutlicher, dass er sich nur als einer von vielen sieht, die n in den verschiedenen Bereichen ehrenamtlich die Ärmel hochgekrempelt haben. Seine Bilanz: "Die 280 Helfer kamen nicht nur aus Meßstetten, sondern aus dem gesamten Zollernalb-Kreis."

 

Die städtische Sicht

Meßstettens Bürgermeister Frank Schroft zeigte in seinem Grußwort beim Festakt anlässich der Auflösung der Landeserstaufnahmestelle in Meßstetten viel Verständnis für Menschen, die auf Grund von Krieg, Verfolgung, Folter, Terror und Tod ihre Heimat verlassen müssen, um in Deutschland, um in Meßstetten Zuflucht zu finden. Er verschwieg nicht, dass es anfänglich unter den Bürgern auch Skepsis und Vorbehalte gegeben habe. Schroft sagte: "Doch nach vielen Gesprächen, Informationsveranstaltungen und Diskussionen setzten sich letztlich Menschlichkeit, Verständnis, Hilfsbereitschaft, Toleranz und Offenheit durch." Besonders zufrieden zeigte such das Stadtoberhaupt darüber, dass sich das Land mit der Schließung der LEA Meßstetten an die vertraglichen Vereinbarungen gehalten hatte.