Finanzierung für Kreisel gesichert

Rund zwei Millionen Euro kostet die Erschließung des Gewerbegebietes „Härtleäcker“, das sich an das bestehende Gewerbegebiet am Ortsausgang in Richtung Walbertsweiler anschließt. Hinzu kommen rund 700 000 Euro für einen neuen Kreisverkehr auf der Landesstraße, mit dem das Areal verkehrstechnisch erschlossen werden soll. Für den Kreiselbau, der einen Durchmesser von 35 Metern hat, erhält die Gemeinde einen Zuschuss von 250 000 Euro aus dem Ausgleichsstock, allerdings nur, wenn die Auftragsvergabe für das Bauvorhaben bis Ende Juni erfolgt ist, wie Bürgermeister Werner Müller in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates erklärte.

Neue Bodengutachten gefordert

Planer Gerhard Lutz stellte die Detailplanungen für Kreisel und Gewerbegebiet vor. Das Landratsamt habe überraschenderweise noch Bodengutachten angefordert, die man im Frühjahr liefern werde, informierte Lutz. Die Erschließung des Gewerbegebietes erfolgt durch acht Meter breite Straßen, mit 1,5 Meter breiten, einseitigen Gehwegen. In den Boden werden Leitungen für Wasser, Glasfaser und Gas verlegt.

Vier bis fünf Interessenten

Nach Angaben von Bürgermeister Müller gibt es schon vier bis fünf Interessenten für Gewerbegrundstücke, wobei ein Interessent sich erst am Dienstagmorgen bei ihm gemeldet habe. „Was kostet dann ein Quadratmeter?“, fragte Martin Riegger und Müller taxierte die reinen Erschließungskosten, also ohne Grunderwerb, auf rund 43 Euro je Quadratmeter. Er schlug dem Gemeinderat entgegen der ursprünglichen Planung eine etappenweise Umsetzung des Millionenprojekts vor. Der Kreisel sei schon finanziert, während die Erschließung des Gewerbegebietes schwieriger sei. Der Rathauschef plädierte dafür, zuerst den Kreisel zu bauen, in den Folgejahren die Finanzierung des Gewerbegebietes zu sichern und dann mit den Bauarbeiten zu beginnen. Die bisherigen Interessenten würden davon ausgehen, dass die Erschließung 2019 startet, bestätigte Müller auf Nachfrage von Matthias Blum. Planer Lutz nannte als realistischen Beginn März 2020, wobei Investoren auf ihrem Grundstück durchaus auch dieses Jahr schon mit provisorischen Arbeiten beginnen könnten.

„Sind wir konkurrenzfähig?“

„Wir müssen Investoren etwas Sinnvolles anbieten“, will Gerhard Lohr angesichts der aktuellen Konjunktur die Etappenlösung vermeiden. Er schlug vor, dass man, neben dem Kreiselbau, auch auf der Fläche des Gewerbegebietes provisorische Arbeiten erledigt: „Auch wenn das 200 000 bis 300 000 Euro zusätzlich kostet.“ Das Ratsmitglied befürchtet, dass Unternehmer das Interesse an einer Ansiedlung im „Härtleäcker“ verlieren, wenn man sie vertrösten muss. Bürgermeister Müller konnte dem Vorschlag durchaus etwas abgewinnen, zumal die Gemeinde noch keinen Haushalt für 2019 verabschiedet hat, sodass man hierfür Finanzmittel einstellen könnte. „Das Gewerbegebiet kostet uns einen Batzen Geld. Sind wir mit unseren Quadratmeterpreisen in der Region konkurrenzfähig?“, fragte Jutta Krall und wies auf Vergleichspreise in der Region hin, wo Gewerbeflächen für 35 Euro offeriert würden. Rathauschef Müller machte deutlich, dass die Erschließungskosten solcher Flächen für alle Gemeinden gleich hoch seien, aber dass beim Verkauf letztlich politische Preise festgesetzt würden.