Mit gemischten Gefühlen haben die Verantwortlichen des Stettener Skiclubs auf das vergangene Jahr zurück geblickt. Einerseits ließ Rennläufer Moritz Unger mit tollen sportlichen Erfolgen in den Bergen aufhorchen, andererseits fiel die Saison am heimischen Skihang wegen Schneemangels restlos aus. Schließlich sorgte die Corona-Pandemie ab Anfang März „für ein jähes Ende der Skisaison„, wie Sportwart Johannes Unger sagte.

Vergebliches Bemühen Skihang, Hütte und Lift in Schuss zu bekommen

Der große Saal des Clubhauses Heuberg bot genügend Platz, um die Versammlung auch unter Einhaltung der Bedingungen der Corona-Pandemie abzuhalten.
Der große Saal des Clubhauses Heuberg bot genügend Platz, um die Versammlung auch unter Einhaltung der Bedingungen der Corona-Pandemie abzuhalten. | Bild: Gerd Feuerstein

Covid-19 war es auch geschuldet, dass die Versammlung bis in den Herbst hinein verschoben wurde, und unter strikter Beachtung der „AHA-Regeln“ stattfand, wofür der große Saal im Haus Heuberg optimale Bedingungen bot. Weil der Verein nicht nur im Winter aktiv ist und Skirennen oder Clubmeisterschaften meist kurzerhand in schneesichere Gebiete verlegt, konnte der Skiclub dennoch auf zahlreiche Aktivitäten zurückblicken: „Unsere Mühen, den heimischen Skihang, die Hütte und den Lift in Schuss zu bekommen, waren dieses Jahr aber leider vergebens“, fasste der Vorsitzende Martin Löffler das Geschehen schulterzuckend zusammen. Dem konnten auch Skischulleiter Thomas Neusch nur zustimmen: „Von einer guten Saison kann keine Rede sein“, sagte er, betonte aber dennoch, dass seine Lehrkräfte nach diversen Lehrgängen bestens gerüstet waren, und man stolz darauf sein könne, dass „die Stettener Skischule durch den DSV erneut zertifiziert“ wurde.

Rennläufer feierten Erfolge

Sportwart Johannes Unger machte deutlich, dass die Saison für die Rennläufer bereits an Pfingsten im Gletscher begann, man sich im Herbstlager mit 25 Rennläufern intensiv vorbereitete, und in der Folge tolle Erfolge feiern konnte: „Bei den alpinen Kreismeisterschaften in Damüls haben wir alleine zehn Kreismeistertitel eingefahren“, so Unger. Herausragend sei allerdings der Sieg von Moritz Unger beim Sölden-Rennen gewesen, bei dem er „vielen Kader-Fahrern geradezu um die Ohren gefahren“ sei, wie Martin Löffler es formulierte.

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Und auch Jugendwart Toni zeigte auf, dass er mit dem Nachwuchs vom Wasserskifahren bis hin zum Go-Kart-Rennen einiges unternommen hatte, bevor Sonja Dreher einen Blick in die Bilanzen des Clubs gewährte. Vor dem Hintergrund des finanziellen Polsters des Vereins konnte es die Versammlung verschmerzen, dass ihre Zahlen diesmal „nicht ganz so toll“ ausfielen.

Dank und Kritik für die Gemeinde

Am Ende der Berichte nutzte der Vorsitzende die Gelegenheit, allen Mitstreitern und ehrenamtlichen Helfern des Vereins sowie insbesondere auch der Gemeinde „für die zuverlässige Unterstützung in allen Belangen herzlich zu danken“. Dabei setzte sich Löffler kritisch mit der Corona-Politik der Gemeinde auseinander, mit der er „nicht ganz einverstanden“ sei. Sämtliche Veranstaltungen abzusagen und „der Bevölkerung das öffentliche Leben zu rauben“, sei übertrieben. Das historische Dorffest im nächsten Jahr einfach abzusagen, ohne die Vereine an der Diskussion zu beteiligen, sei „ein großer Fehler“ gewesen, komme bei den Vereinen auch nicht gut an. Weil man mit dem Virus wahrscheinlich noch lange leben müsse, gelte es Konzepte und Hygienemaßnahmen zu entwickeln, unter denen Fest und Veranstaltungen stattfinden könnten: „Wir müssen uns das trauen und entsprechende Chancen dann auch nutzen“, die im ländlichen Raum größer als in Ballungszentren seien. Wenn man sich nichts traue und alles absage, gehe man natürlich kein Risiko ein: „Aber wollen wir das“, fragte Löffler, bevor Bürgermeister Maik Lehn in seinem Grußwort seine Sicht der Dinge, und die seiner Kollegen im Landkreises darlegte und um Verständnis warb: „Wir haben uns darauf verständigt, Veranstaltungen abzusagen“, sagte Lehn. Bei Bund, Land und Kommunen gelte derzeit einfach die Prämisse, „was nicht sein muss, muss nicht sein“.

Vorstandsmitglieder fast alle bestätigt

Bei den Wahlen wurden neben dem Vorsitzenden auch Schriftführer Hans Rohner, Sportwart Johannes Unger, Jugendwart Toni Hahn sowie die Beisitzer Franz Rupp, Monika Neusch, Karin Klaß und Andreas Nolle bestätigt. Anstelle des bisherigen Pressewarts Benjamin Bücheler zog Amelie Braun neu in das Gremium ein.

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