Zum 50-jährigen Bestehen der Garnison war vor zehn Jahren im Stadtgarten ein Gedenkstein aufgestellt worden. Mittlerweile sind wieder zehn Jahre vergangen: Grund, den Stein mit einer zusätzlichen Tafel zu versehen. Oberst Albrecht Katz-Kupke übergab die Plakette am Donnerstag in einer schlichten Zeremonie an Bürgermeister Thomas Kugler. Katz-Kupke ist Standortältester und Kommandeur des Ausbildungszentrum Spezielle Operationen. Für ihn ist klar: „Der Mensch und die Gesellschaft leben von Symbolen.“

Gedenkstein wurde zum 50. Jubiläum aufgestellt

Ein solches Symbol solle auch der Gedenkstein sein, den Oberst Peter Seidenspinner vor zehn Jahren aufstellen ließ. Er symbolisiere das Miteinander, die Zusammenarbeit und die Kameradschaft, die in Pfullendorf zwischen Bundeswehr und Einwohnern herrsche. Da der alte Stein nicht mehr sehr ansehnlich war, wollte man ihn im Rahmen der Feierlichkeiten zu 60 Jahre Bundeswehr in Pfullendorf wieder instand setzen.

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Das ist jetzt geschehen. Und eine zusätzliche Tafel, auf der das Wappen des Ausbildungszentrums mit dem Turm der Jakobuskirche und dem Stadtwappen verschmilzt, erinnert jetzt daran, dass die Bundeswehr mittlerweile 60 Jahre in der Linzgaustadt vertreten ist.

So sieht die neue Tafel auf dem Gedenkstein im Stadtgarten aus.
So sieht die neue Tafel auf dem Gedenkstein im Stadtgarten aus. | Bild: Karlheinz Fahlbusch

Pfullendorf durch Ausbildungszentrum auch eine Größe in der Nato

Mengen und Sigmaringen haben ihre Garnisonen im Rahmen der Bundeswehrreform verloren. Pfullendorf ist durch das Ausbildungszentrum Spezielle Operationen nicht nur eine Größe in der Bundeswehr, sondern auch in der Nato. Dass man in Pfullendorf auch in schweren Zeiten zur Kaserne gestanden sei, das sei keine Selbstverständlichkeit, betonte Oberst Albrecht Katz-Kupke. Während die Staufer-Kaserne in ganz Deutschland als skandalumwittert galt, sei man in der Linzgaustadt ruhig geblieben.

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Bürgermeister: Kaserne wichtiger Bestandteil der Stadt

Bürgermeister Thomas Kugler sagte, er habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass er zur Kaserne stehe und diese als einen wichtigen Bestandteil seiner Stadt betrachte. Und das nun schon seit 60 Jahren. Der Stein werde sicher noch 100 Jahre an der „Renn- und Laufstrecke“ zur Kaserne stehen, gab er sich überzeugt. Oberst Katz-Kupke erinnerte an den Tag der Bundeswehr mit 12 000 Besuchern im Sommer und an den bevorstehenden Festakt zum runden Geburtstag.

Hauptmann Dominik Koch (Mitte) ist der neue Leiter des Heeresmusikkorps 10 aus Ulm, das im Stadtgarten eine ausgezeichnete Vorstellung bot.
Hauptmann Dominik Koch (Mitte) ist der neue Leiter des Heeresmusikkorps 10 aus Ulm, das im Stadtgarten eine ausgezeichnete Vorstellung bot. | Bild: Karlheinz Fahlbusch

Serenade des Heeresmusikkorps 10 im Stadtgarten

200 Zuhörer verfolgten im nächtlichen Stadtgarten die Serenade des Orchesters aus Ulm unter der neuen Leitung von Musikpädagoge und Hauptmann Dominik Koch. Los ging es mit dem Militärmarsch „Wir präsentieren“. Er gilt auch als Hymne des Blutritts in Weingarten und wird dort liebevoll „Rossbollen-Marsch“ genannt.

Mit Stücken wie dem „Coburger Marsch“ und „Viribus Unitus“, von Johann Strauss Sohn zu Ehren des österreichischen Kaisers Franz Joseph I. komponiert, spielte sich das Heeresmusikkorps schnell in die Herzen der Zuhörer, die immer mal wieder auch einen Schirm aufspannen mussten.

Doch auch bei leichtem Regen verfehlten der „St. Louis Blues March“ und der bei Serenaden gern gespielte langsame, festliche „Marsch der Soldaten des Robert Bruce“ ihre Wirkung nicht. Robert Bruce war ein schottischer König und an Schottland erinnerte auch das unvergleichliche „Highland Cathedral“, das sogar schon als Nationalhymne gehandelt wurde. Und das, obwohl die beliebte Dudelsackmelodie von den Deutschen Ulrich Roever und Michael Korb 1982 anlässlich von Highland Games in Deutschland komponiert worden war. Über einen Dudelsack verfügt das Heeresmusikkorps nicht, aber die Flöten bemühten sich sehr erfolgreich, diesen zu ersetzen.

Wer zum Schluss auf das Badner-Lied gehofft hatte, der wurde enttäuscht. Aber immerhin präsentierten die Musiker den „Marsch des schwäbischen Kreisregiments Durlach-Baden“. Das beeindruckende Konzert endete mit der Nationalhymne.