Motto "Willkommen Neugier"

Erstmalig präsentiert sich die Staufer-Kaserne beim "Tag der Bundeswehr", der am 15. Juni bundesweit an 14 Standorten stattfindet. Der Pfullendorfer Garnisonsstandort hat für die Besucher das Motto „Willkommen Neugier“ gewählt. Die Vorbereitungen laufen seit etlichen Wochen bereits auf Hochtouren, denn beim "Tag der offenen Tür" erwartet die Besucher ein sehr vielfältiges und aufwendiges Programm, in dem auch der Soldatenalltag des Ausbildungszentrums Spezielle Operationen vorgestellt und realitätsnah präsentiert wird.

Widrigkeiten der Natur

In Pfullendorf findet an zwei Inspektionen die Ausbildung SERE statt. Die vier Buchstaben stehen für Survival, Evasion, Resistance und Extraction – Überleben, Ausweichen, Widerstand und Rückführung. Die größte Herausforderung stellt für die Teilnehmer das Ausbildungsniveau "Charlie" dar. Während die Stufe "Alpha" lediglich acht theoretische Ausbildungsstunden umfasst und "Bravo" in fünf Tagen einige wenige praktische Inhalte abbildet, dauert die Level Charlie-Ausbildung in der Staufer-Kaserne und den umliegenden Wäldern bis zu fünf Wochen. Während die Bodenkräfte, in der Regel Angehörige oder Anwärter der Spezialkräfte und spezialisierten Kräfte, auf ihrer vorigen infanteristischen Ausbildung aufbauen können, werden viele Fliegerbesatzungen erstmals mit den Widrigkeiten der Natur konfrontiert.

"Überleben beginnt im Kopf"

Kaum Schlaf, wenig Essen, kein schützendes Dach über dem Kopf und oft stundenlange Fußmärsche bei ständiger Aufmerksamkeit und Konzentration – diese Herausforderungen bringen alle Soldaten bis an ihr Limit. „Das Überleben beginnt im Kopf“, bringt es Ausbildungsleiter Major Rudolf Langhans auf den Punkt. Während der Überlebensausbildung lernen die Soldaten wie sie Wasser aus der Natur gewinnen und filtern können, wobei natürliche Öle im Birkenholz dabei helfen, auch bei Feuchtigkeit ein Feuer anzuzünden. Jetpiloten lernen, wie sie aus ihrem Fallschirm einen Schlafsack bauen können. Um dem Feind auszuweichen, heißt es, sich unentdeckt über viele Kilometer bis zu einem möglichen Abholpunkt im Gelände durchzuschlagen. Sollte der Versuch scheitern und der Soldat gerät in Kriegsgefangenschaft, wird er in der Ausbildung darauf vorbereitet, dem psychischen Druck in den Vernehmungen standzuhalten, um Informationen möglichst lange zu schützen und vor allem das eigene Überleben zu sichern.

Überlebenswichtige Grundlagen

Das höchste Stresslevel, sowohl für den isolierten Soldaten als auch für die Rettungskräfte, ist der Zeitpunkt der möglichen Rückführung. Für die Spezialkräfte des Heeres ist diese Bodenrettung ein Stück weit Routine und eingebettet in ihre ständige Ausbildung. Die Aufnahme in Hubschrauber oder sonstige Fluggeräte ist für die Lehrgangsteilnehmer oft ein Ausflug in andere Gefilde. Doch gerade für die Jetpiloten der Bundeswehr vermittelt der Lehrgang überlebenswichtige Grundlagen. Im Gegensatz zu den Kräften am Boden, die meistens geplant hinter feindlichen Linien operieren, ist die isolierte Lage eines Piloten stets einem Abschuss oder Absturz geschuldet. Hinzu kommt, dass er auf sich allein gestellt ist, während Spezialkräfte im Team agieren.

System der Rettungskette

„Die Soldaten dürfen sich auf das System der Rettungskette im Einsatz verlassen. Aber sie dürfen nie vergessen, dass sie selbst zu ihrer Rettung entscheidend beitragen müssen. Dabei hilft ihnen das, was wir ihnen hier beibringen“, unterstreicht Ausbilder Hauptfeldwebel H. den besonderen Stellenwert der Lehrgänge, die in Pfullendorf durchgeführt werden. „Das höchste Gut ist der Mensch, der zurückgebracht werden soll“, fügt Major Langhans entschieden hinzu.

Jetzt wieder verfügbar: die Digitale Zeitung mit dem neuen iPad und 0 €* Zuzahlung

*SÜDKURIER Digital inkl. Digitaler Zeitung und unbegrenztem Zugang zu allen Inhalten und Services auf SÜDKURIER Online für 34,99 €/Monat und ein iPad 10,2“ (32 GB, WiFi) für 0 €. Mindestlaufzeit 24 Monate. Das Angebot ist gültig bis zum 12.07.2020 und gilt nur, solange der Vorrat reicht. Ein Angebot der SÜDKURIER GmbH, Medienhaus, Max-Stromeyer-Straße 178, 78467 Konstanz.