Wenn alles weiter nach Plan läuft, sollen im März die ersten Ersthelfer im Auftrag des Meßkircher Ortsvereins des Roten Kreuzes zu Notfällen eilen. Dann wäre die letzte Lücke im Landkreis Sigmaringen geschlossen, wie Armin Seifried, Chef des Ortsvereins des Roten Kreuzes, am Dienstag in einem Gespräch mit dem SÜDKURIER erklärte. Zum Einzugsbereich des Meßkircher DRK gehören neben der Stadt Meßkirch die Nachbargemeinden Sauldorf und Leibertingen – es ist der größte im ganzen Kreis. Das Ersthelfer-Projekt hat Seifried den drei Bürgermeistern der genannten Kommunen in den vergangenen Tagen bereits vorgestellt und um eine finanzielle Unterstützung gebeten. Eine Rückmeldung sei ihm zugesagt worden.

Meßkirchs Bürgermeister Arne Zwick bestätigt gegenüber dieser Zeitung, dass es das Gespräch gegeben habe. Das Projekt sei begrüßenswert, sagte er gegenüber dieser Zeitung. So hatte er sich auch schon in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats geäußert. CDU-Stadträtin Insa Bix hatte sich im Rahmen dieser Sitzung sehr wohlwollend zu den Planungen des Ortsvereins geäußert. Diese seien unterstützenswert, sagte sie. Bürgermeister Zwick verwies auf die noch nötige Absprache mit seinen Amtskollegen. Die Gemeinde Inzigkofen habe die Ersthelfer-Gruppe des dortigen DRK-Vereins mit 10 000 Euro unterstützt und stelle die Garage für das Fahrzeug, so Seifried.

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  • Um was geht es bei dem Projekt? Die Ehrenamtlichen sollen den normalen Rettungsdienst ergänzen. Sie werden parallel zu den Rettungssanitären alarmiert, wenn über die Notfallnummer 112 ein medizinischer Notfall gemeldet wird. Die Ersthelfer werden von der Sigmaringer Rettungsleitstelle über Funk zu den Einsätzen gerufen. Technisch sei die Alarmierung bereits installiert, schildert Stefanie Seifried. Die ehrenamtlichen Helfer seien aufgrund ihrer räumlichen Nähe oftmals schneller vor Ort als der Rettungswagen oder der Notarzt. Wenn die Rettungssanitäter mit ihrem Fahrzeug beispielsweise gerade zu einem Notfall nach Sauldorf geeilt seien, wären die Ersthelfer schneller bei einem Patienten in Meßkirch, schildert Stefanie Seifried. Und die Ersthelfer könnten bereits nach wenigen Minuten qualifizierte Erste Hilfe leisten. „Gerade bei einem Kreislaufstillstand, einem Herzinfarkt, einem schweren Unfall oder einem Schlaganfall zählt jede Minute“, begründet das DRK den Aufbau dieser Gruppe von Ersthelfern. Bis jetzt hätten sich sieben Personen gemeldet, ehrenamtlich als Ersthelfer tätig sein zu wollen. Deren Einsatzpläne werden über eine Whatsapp-Gruppe gesteuert.
  • Wie soll das Ganze finanziert werden? Im Gegensatz zum normalen Rettungsdienst zahlen die Krankenkassen nichts für Ersthelfer-Gruppen. Deshalb müssen diese von den jeweiligen Ortsvereinen finanziert werden. Und deshalb wirbt Armin Seifried um Spenden oder eben eine finanzielle Beteiligung der Kommunen, in denen der Meßkircher Ortsverein aktiv ist. Insgesamt 2500 Euro haben regionale Banken beziehungsweise ein mittelständisches Unternehmen bereits für die Ersthelfer-Gruppe gespendet. Auch Spenden aus der Bürgerschaft seien willkommen, sagt Armin Seifried.
  • Was soll finanziert werden? Um für die Ersthelfer den Einsatz etwas attraktiver zu gestalten, kauft der Meßkircher Ortsverein einen VW-Golf, der entsprechend farblich beklebt und mit Blaulicht ausgestattet wird. Das Fahrzeug kostet nach Angaben des Ortsvereins rund 28 000 Euro. Das Rote Kreuz in Stetten am kalten Markt hat zwei Kleinwagen im Einsatz, eines der Fahrzeuge ist in der Donautal-Gemeinde Beuron im Einsatz. Neben dem Golf sollen auch zwei Notfall-Rucksäcke gekauft werden. Sodass in Engpässen, wenn der Golf auch schon unterwegs ist, weitere Ersthelfer zu Notfällen eilen können. Zusammengenommen listen die Verantwortlichen des Meßkircher Ortsvereins des Roten Kreuzes einmalige Kosten in Höhe von rund 33 500 Euro auf, damit die Grundausstattung dieser Gruppe finanziert ist. Neben der technischen Ausstattung ist hierin auch die entsprechende Kleidung für die Ersthelfer beinhaltet.