Vor dem Landgericht Hechingen wird am 10. Juni gegen einen Mann verhandelt, der beschuldigt wird, in der Nacht auf den 24. Januar 2020 in Krauchenwies eine Lagerhalle des Globusherstellers Columbus in Brand gesteckt zu haben. Bei dem Feuer entstand ein Schaden von rund 4,5 Millionen Euro. Dem Beschuldigten werden insgesamt zwei Brandstiftungen, zwei Sachbeschädigungen und eine Beamtenbeleidigung zur Last gelegt.

Feuerwehr wird zu einem Containerbrand gerufen

Eine Feuersbrunst erwartete die Feuerwehren.
Eine Feuersbrunst erwartete die Feuerwehren. | Bild: Herbert Klawitter

In der Brandnacht Ende Januar 2020 war die Feuerwehr Krauchenwies gegen 23 Uhr zu einem Containerbrand auf das Firmengelände gerufen worden, wobei das Feuer sich mittlerweile auf die Lagerhalle ausgebreitet hatte, die komplett zerstört wurde. Durch die schnelle Alarmierung weiterer Einsatzkräfte konnte damals ein Übergreifen auf auf weitere Gebäude verhindert werden. Insgesamt waren während des Einsatzes rund 200 Feuerwehrleute aus Krauchenwies, Sigmaringen, Pfullendorf, Bad Saulgau und Sigmaringendorf zu dem Großbrand nach Krauchenwies geeilt.

Ermittlungsgruppe „Globus“ eingesetzt

Dieser kleine Globus hatte die Feuerbrunst überstanden.
Dieser kleine Globus hatte die Feuerbrunst überstanden. | Bild: Volk, Siegfried

Kurze Zeit später setzte die Polizei die Ermittlungsgruppe „Globus“ ein, denn schnell stand der Verdacht im Raum, dass es sich um Brandstiftung handeln könnte, zumal es wenige Tage zuvor in Krauchenwies gleich zwei Mal gebrannt hatte. Auch hierbei ermittelte die Staatsanwaltschaft wegen Brandstiftung. Der Beschuldigte geriet rasch in den Fokus der Ermittler. Er soll in der Brandnacht auf dem Firmengelände gelagerte Paletten angezündet haben, wobei das Feuer dann auf die Halle übergriff. Schon zuvor soll er auf dem Columbus-Areal 50 Paletten angezündet haben, was einen Schaden von mehreren zehntausend Euro verursachte.

Feuerwehrmann: „Es war der sechste Alarm in vier Wochen.“

Lichterloh brannte das Lagergebäude am 23. Januar 2020 in Krauchenwies.
Lichterloh brannte das Lagergebäude am 23. Januar 2020 in Krauchenwies. | Bild: Herbert Klawitter

Den damaligen Einsatz hat Feuerwehrmann Herbert Klawitter noch gut in Erinnerung. Am 23. Januar wurde die Wehr 23.08 Uhr zu einem Containerbrand mit dem Stichwort „B1“ zur Firma Columbus gerufen, wieder mal. Denn das war der sechste Alarm innerhalb von vier Wochen in einem Bereich von 50 Metern. Die Besatzung des ersten Löschgruppenfahrzeugs und der Zugführer stellten dann schnell fest, dass dort kein freistehender Container brennt, sondern mehrere Paletten, die direkt an einer Lagerhalle standen. Sofort wurde die Alarmstufe erhöht. Der Brand hatte sich bereits in das Innere der überwiegend in Stahlbauweise errichteten Halle ausgebreitet. Darin waren große Mengen Kunststoffteile und Verpackungsmaterial gelagert.

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„Wirksamer Innenangriff war unmöglich“

In der Halle befanden sich noch mehrere Kraftfahrzeuge sowie das Lager eines Malerbetriebes und binnen kurzer Zeit breitete sich der Brand auf den gesamten ca. 55 mal 30 Meter großen Komplex aus. Die ersten Maßnahmen waren erfolglos, ein wirksamer sicherer Innenangriff unmöglich. Insbesondere die Blechhaut der Sandwichplatten erschwerten die Löscharbeiten und die Halle stürzte kurze Zeit später ein.

Feuerwehren bilden fünf Einsatzabschnitte

Von der Drehleiter aus bekämpften die Feuerwehrleute den Brand.
Von der Drehleiter aus bekämpften die Feuerwehrleute den Brand. | Bild: Herbert Klawitter

Zur Lagebewältigung wurde mit der Führungsgruppe Sigmaringen (bestehend aus den Feuerwehren Sigmaringen, Sigmaringendorf, Bingen, Inzigkofen und Krauchenwies) die Einsatzleitung unter Leitung des Feuerwehrkommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Krauchenwies aufgebaut und fünf Einsatzabschnitte gebildet. Durch einen massiven Löschangriff mit einer Vielzahl von Rohren und den Wenderohren dreier Drehleitern konnten die Flammen in dann eingedämmt und gegen 1.50 Uhr unter Kontrolle gebracht werden. Durch einen Bagger wurden die Blechteile der Sandwischplattenbedachung entfernt und die Brandstelle mit einem Schaumteppich überzogen, um aufflammende Brandnester zu ersticken. Die Nachlöscharbeiten zogen sich bis 15 Uhr hin.

Firmenchef bedankt sich bei Feuerwehrleuten

„Mit einem Dankesschreiben, einer Weltkarte und einer Rabattkarte in Form einer Scheckkarte bedankte sich Firmenchef Torsten Oestergaard bei allen Feuerwehrangehörigen die bei diesem Einsatz dabei waren“, ergänzt Feuerwehrmann Klawitter. Eigentlich sollte diese Übergabe bei einem Fest stattfinden, was coronabedingt abgesagt wurde, aber es wird nachgeholt.