Bei zahlreichen Empfängen und Neujahrsansprachen im Landkreis wurde die Höherstufung der B311 in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes als großer politischer Erfolg gefeiert. Auch der Kreisverband "Bündnis90/Die Grünen" begrüßt die Höherstufung ausdrücklich, hat aber dennoch dem Baudirektor des Regierungspräsidiums einen Brief geschrieben, in dem man sich gegen die "Nordtrasse" ausspricht, und die sogenannte "Südtrasse" favorisiert. Im dem Schreiben, das Kreisvorsitzender Klaus-Ernst Harter nach Tübingen geschickt hat, erläutern die Grünen, dass man sich frühzeitig in den Planungsprozess für die Trassenführung einbringen möchte, da in der aktuellen Debatte die "Nordtrasse" von mehreren Seiten favorisiert werde. "Diese Haltung und Sichtweise können wir Grüne im Kreis in dieser Form keinesfalls mittragen und möchten Sie mit diesem Schreiben auffordern auch andere Möglichkeiten der Trassenführungen noch einmal eingehend zu prüfen", erläutern Harter und seine Parteifreunde, warum sie sich für eine Streckenführung durch das Ablachtal, die sogenannte "Südtrasse" aussprechen, die schon in den 80er und 90er Jahren Bestandteil der Planung war. In den vergangenen Jahren wurden hiervon einige Projekte umgesetzt, nennt Harter die Umfahrungen von Meßkirch und Rulfingen oder die Teilumfahrung von Mengen. Eine weitere Umfahrung von Meßkirch-Menningen ist aus Sicht der Grünen nicht mehr angebracht, da nur noch ein Anwohner direkt an der B311 wohne. Umso dringender wären die Nordumfahrung von Göggingen sowie die Südumfahrung von Krauchenwies. "Im Gegensatz zur Nordtrasse würde der Südkorridor weit weniger ökologische Auswirkungen mit sich bringen", heißt es im dem Schreiben, dass unter anderem im Naturpark Obere Donau eine Fläche von rund 150 Hektar Fläche betroffen wäre.

Und durch die weit geringeren Höhenunterschiede des Südkorridors würden die Luftschadstoffemissionen zumindest nicht ansteigen, mutmaßen die Grünen. Auch finanziell wäre der Südkorridor, aufgrund der weniger Neubaustreckenkilometer und Bauwerke günstiger als die nördliche Variante. "Seit dem Planungstop im Jahre 2004 sind aus planerischer Sicht so viele neue Gesichtspunkte und Vorgaben hinzukommen, die eine gesamte Neubewertung des Vorhabens inklusive einer Neubetrachtung aller Trassenführungen unausweichlich machen", erklärt der Kreisverband, der auch anregt, die neue Trasse mit Radwegen zu säumen. "Aus all den genannten Gründen, bitten wir das Regierungspräsidium um eine Stellungnahme zu dem weiteren Vorgehen zu den Planungen zur B311", lautet der Schlusssatz des Briefes, auf dessen Antwort der Kreisverband jetzt wartet.