Eine moderate Erhöhung der Kindergartengebühren lag den Gemeinderäten als Vorschlag der Verwaltung am Dienstagabend auf dem Tisch. Doch in Zeiten, in denen Familien durch die Coronakrise sowieso schon stark belastet werden, fand sich dafür keine Mehrheit im Gremium. Bei Stimmengleichstand wurde eine Erhöhung abgelehnt.

Peter Atzenhofer plädiert engagiert gegen Erhöhung

Peter Atzenhofer (Freie Wähler) wandte sich in einem engagierten Plädoyer gegen den Vorschlag der Verwaltung.“In diesem Jahr, in dem Familien durch die Coronakrise gebeutelt sind, wäre eine Erhöhung der Kindergartengebühren ein falsches politisches Signal“, betonte er. Man wisse nicht, wie sich die Krise im neuen Kindergartenjahr entwickle und ob deshalb überhaupt alle Kinder in den Einrichtungen betreut werden könnten. In der Gemeinde gibt es derzeit zwei Kindergärten, in Herdwangen und in Aftholderberg.

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Dieser Meinung schloss sich Robert Streicher (CDU) an. Er rechnete vor, dass die Erhöhung, die mit teilweise nur zwei Euro pro Familie im Monat angesetzt war, in diesem Jahr keine riesige Summe in die Gemeindekasse schwemmen würde. „Die Corona-Zeit ist für die Familien hart, ich bin dagegen, in diesem Jahr die Kindergartengebühren zu erhöhen“, meinte er.

Anhebung um 1,9 Prozent vorgeschlagen

Der Beschlussvorschlag der Verwaltung basierte auf der Empfehlung des Gemeinde- und Städtetags Baden-Württemberg. Dieser hatte eine Anhebung der Gebühren um 1,9 Prozent vorgeschlagen. Dies hätte bedeutet, dass für ein Kind in einer Familie mit nur einem Kind ab dem Kindergartenjahr 2020/2021 künftig 119 Euro pro Monat statt wie bisher 117 Euro zu zahlen gewesen wären. Im gleichen Fall hätte für ein Kind in der Krippe dann monatlich 352 Euro gezahlt werden müssen. Bisher waren es 345 Euro.

Sebastian Blender für gleichmäßige Erhöhung

Gemeinderat Sebastian Blender (Freie Wähler) erinnerte daran, dass das Gremium sich vor Jahren entschlossen habe, den Weg einer jährlichen, moderaten Erhöhung auf Grundlage der Empfehlung des Gemeinde- und Städtetags zu gehen, anstatt nur alle paar Jahre die Gebühren um satte Summen anzuheben. Letzteres tue den Familien viel mehr weh. „Ich bin für eine gleichmäßige Erhöhung“, schilderte Blender den Grund für seine Zustimmung zum Vorschlag der Verwaltung.

Kostendeckung liegt unter 20 Prozent

Auch Fraktionskollegin Sandra Reddemann fand eine moderate Anhebung vertretbar. Sie betonte, dass auch sie Familien am liebsten nicht zusätzlich belasten wolle, fand aber die zwei bis maximal sieben Euro pro Monat zumutbar. „Damit liegen wir noch unterhalb der Inflationsrate“, meinte sie. Bürgermeister Ralph Gerster erinnerte daran, dass die Empfehlungen der Kirchen und kommunalen Landesverbände sei, dass in den Kindergärten ein Kostendeckungsgrad von 20 Prozent angestrebt werden soll. Kämmerin Andrea Rothmund hatte für das „Kinderland“ in Herdwangen 15 Prozent; für das „Märchenland“ in Aftholderberg 14 Prozent Kostendeckung durch Elternbeiträge errechnet. Derzeit liegt die Gemeinde also deutlich unter dieser Empfehlung.

Haushalt soll wieder ausgeglichen werden

Gerster merkte angesichts der vorausgegangenen Verabschiedung des Haushalts an, dass sich der Gemeinderat in allen Bereichen, damit auseinandersetzen müsse, das anvisierte Ziel des Haushaltsausgleichs zu erreichen, sprich: Kosten zu sparen und die Einnahmen möglichst zu erhöhen.

Eltern zahlen die gleichen Gebühren wie bisher

Am Ende gab es einen Stimmen-Gleichstand im Gremium: Sechs Räte stimmten für die Erhöhung und sechs dagegen. Damit war der Vorschlag der Verwaltung abgelehnt. Die Eltern in Herdwangen-Schönach zahlen auch im neuen Kindergartenjahr die gleichen Gebühren wie bisher.

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