Die Gemeinde Herdwangen-Schönach schafft neue Möglichkeiten für Häuslebauer, sich den Traum vom Eigenheim zu erfüllen. Gleich zwei neue Baugebiete hat der Gemeinderat am Dienstagabend aus der Taufe gehoben. Zum einen wurde der Bebauungsplan „Öschle – 1. Erweiterung“ in Herdwangen auf den Weg gebracht, zum anderen soll im Gebiet „Nachtweide – 1. Erweiterung“ in Großschönach neuer Wohnraum geschaffen werden. „Die Gemeinde wird laufend mit Anfragen jüngerer Familien konfrontiert, sie gerne ihren Lebensmittelpunkt im Ort haben wollen. Es stehen jedoch sowohl in Herdwangen, als auch in Großschönach praktisch keine Bauplätze mehr zur Verfügung“, wird der Schritt von Seiten der Verwaltung begründet.

Der Überlinger Landschaftsarchitekt Helmut Hornstein stellte die beiden Planentwürfe vor zahlreichen Zuhörern bei der Gemeinderatssitzung in Herdwangen vor. „Wohnbauflächen sind auch in Herdwangen-Schönach knapp. Deshalb nutzen wir die Möglichkeit, im beschleunigten Verfahren Wohnraum zu entwickeln“, sagte er. Beide Bebauungspläne werden nach dem vereinfachten, schnelleren Verfahren des Paragrafen 13 b des Baugesetzbuches abgewickelt. Beim „Öschle“ handelt es laut Helmut Hornstein um ein „sehr schönes, kleines Baugebiet„. Es umfasst eine Fläche von rund 2,21 Hektar. Im Norden wird das Gebiet von der Lindenstraße, beziehungsweise der Kreisstraße 8268 begrenzt. Im Westen liegen zum einen landwirtschaftliche Nutzflächen, zum anderen wird das Plangebiet durch Wohnbebauung am Lindenblütenweg begrenzt. Im Süden und Osten befinden sich weitere landwirtschaftliche Nutzflächen.

Da Bauland knapp und teuer sei, hat der Planer eine zweigeschossige Bauweise festgelegt. Drei Wohneinheiten sollen pro Einzelhaus, zwei Wohneinheiten pro Doppelhaushälfte zugelassen werden. Die ingesamt 24 Grundstücke sind für heutige Verhältnisse relativ groß, sie erstrecken sich im Durchschnitt auf 700 Quadratmetern. Das kleinste Grundstück hat 510 Quadratmeter, das größte ist stolze 1018 Quadratmeter groß. Helmut Hornstein hat eine Ringerschließung des Baugebiets vorgesehen, dafür werden der von der Lindenstraße abzweigende Weg und der Lindenblütenweg weitergeführt. „Wir bekommen ein Wohngebiet, das sich einfügt in die gewachsene Struktur“, sagte Hornstein. Dieser Meinung schlossen sich die Gemeinderäte an und stimmten einhellig dem Planungskonzept zu.

Ohne Gegenstimme wurde auch der Bebauungsplan „Nachtweide – 1. Erweiterung“ auf den Weg gebracht. Das Gebiet liegt am westlichen Ortsrand von Großschönach. Es umfasst eine Fläche von 2,22 Hektar, auf der Planer Hornstein 26 Grundstücke eingeplant hat. Auch in diesem Bereich sind die Einzelflächen relativ groß, viele Grundstücke umfassen zwischen 600 und 800 Quadratmeter. Die „Nachtweide“ zweigt von der Waldhofstraße ab und mündet an ihrem nördlichen Ende derzeit in einen Wirtschaftsweg. Der Entwurf sieht die Erweiterung der Straße vor, die in zwei kleinen Straßenringen durch das Gebiet führen soll.

Die Häuser können, genau wie beim Gebiet „Öschle“, in zweigeschossiger Bauweise verwirklicht werden. Vor Herausforderungen hat Helmut Hornstein nach eigenen Angaben die besonderen Anforderungen an die Oberflächenwasserentsorgung gestellt. „Die Planung hat einiges an Hirnschmalz gekostet“, lobte Ralph Gerster. Hornstein habe ein überschaubares und sehr qualitätvolles Baugebiet entwickelt.

Der Bürgermeister verhehlte bei aller Freude nicht, dass nicht alle Bürger von den Plänen im Bereich „Nachtweide“ begeistert sind. Die Verwaltung habe bereits Einsprüche von Anwohnern über deren Anwälte erhalten, berichtete Gerster. „Es ist außergewöhnlich, dass schon vor dem Aufstellungsbeschluss Einwände eingereicht werden“, sagte er. Einzelheiten zu den Gründen der Einsprüche nannte der Bürgermeister nicht. Diese werden sicherlich im Rahmen der nun folgenden Auslegung des Bebauungsplans und der öffentlichen Beteiligung bekannt werden.

Die Mitglieder des Gemeinderats fanden viel Lob für Helmut Hornstein. „Es ist eine gelungene Planung. Nun müssen wir schnell ins Rennen gehen, weil wir Baugebietsknappheit haben und junge Familien Wohnungen suchen“, regte Gemeinderat Sebastian Blender abschließend an.

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