Eine Bürgerwerkstatt zur Dorfplatzgestaltung in Aftholderberg wurde im Gasthaus „Frieden“ abgehalten. 17 interessierte Einwohner waren der Einladung der Gemeinde gefolgt. Die Landschaftarchitekten Tim Kaysers und Pascal Volk von Planstatt Senner aus Überlingen sammelten die Ideen. Sie werden ein Konzept erarbeiten und dem Gemeinderat vorlegen. Eine Umsetzung ist für 2020 vorgesehen. Der Platz soll in einen multifunktionalen Aufenthaltsbereich für alle Generationen umgewandelt werden. Auch die Dorflinde, der Brunnen mit Sitzbank und der kleine Garten neben dem Kindergartengebäude werden in die Planung integriert.

Der Brunnen unterhalb der Kirche und die Bank werden in die Neuplanung einbezogen.
Der Brunnen unterhalb der Kirche und die Bank werden in die Neuplanung einbezogen. | Bild: Johanson, Kirsten

"Ein Wunder, dass bisher noch nie ein Unfall passiert ist"

Momentan wird der Platz – eine große Asphaltfläche mit kreisförmiger Pflasterung – fast ausschließlich zum Parken benutzt. „Da fällt uns etwas Besseres ein. Es darf alles vorgeschlagen werden, es gibt kein Denkverbot“, ermutigte Kaysers die Anwesenden, ihre Ideen einzubringen. Die Parkplatzsituation kristallisierte sich als Kernthema heraus. Die Gestaltung mit mehr Grün, Outdoor-Fitnessgeräten und Sitzmöglichkeiten hänge nicht unwesentlich davon ab, wie die Parkplatzregelung vor dem Kindergarten „Märchenland“ in Zukunft aussehen werde. Wenn Eltern ihre Kinder bringen oder abholen und die Buskinder zum Bus laufen, herrsche dort Hochbetrieb, stellte Christoph König fest: „Ein Wunder, dass bisher noch nie ein Unfall passiert ist."

Luitgard Hänle, Anneliese Zimmermann, Engelbert Sittler und Manfred Möhrle (von links) beteiligten sich bei der Bürgerwerkstatt im "Frieden" in Aftholderberg.
Luitgard Hänle, Anneliese Zimmermann, Engelbert Sittler und Manfred Möhrle (von links) beteiligten sich bei der Bürgerwerkstatt im "Frieden" in Aftholderberg. | Bild: Johanson, Kirsten

Kindergartenleiterin plädiert für deutliche Abgrenzung zwischen beiden Bereichen

Mehr als die aktuell neun Parkplätze braucht es aus Sicht der Kindergartenleiterin nicht. Hannelore Berkler plädierte dafür, den Vorplatz des Kindergartens wahrnehmbar vom Dorfplatz zu trennen. „Der öffentliche Bereich sollte nicht zu nah an unseren Eingang rücken.“

Dorflinde soll besser geschützt werden

Für gut wurde die Idee befunden, Parkplätze an anderer Stelle zu schaffen. Bürgermeister Ralph Gerster hat bereits eine Anfrage an die Kirche gestellt, der das angrenzende Grundstück gehört. Volker Steyer schlug vor, Parkplätze auf einem Streifen der Eulogius-Festwiese anzulegen. Manfred Demmer sagte: „Für die Sicherheit der Kinder wäre es gut, wenn auf dem Platz überhaupt keine Autos parken." Peter Reich gab zu bedenken, dass man auch außerhalb der Kindergartenzeiten Parkplätze im Dorf benötige, sei es für Gottesdienstbesucher oder bei Veranstaltungen wie dem Bergfest. Außerdem wies er darauf hin, dass die Dorflinde besser geschützt werden müsse. Häufig würden Autofahrer beim Abbiegen über die Einfassung rollen.

Dorfplatzsanierung könnte von erhöhtem Fördersatz profitieren

Wie Bürgermeister Gerster den Anwesenden mitteilte, kann Herdwangen-Schönach bei kommunalen Investitionen als Schwerpunktgemeinde im Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) noch bis 2020 eine Förderung von bis zu 50 Prozent bekommen. Wenn alles wie geplant verlaufe, werde also auch die Dorfplatzgestaltung in Aftholderberg noch vom erhöhten Fördersatz profitieren. „Der Gemeinderat hat entschieden, in einem intensiven Dialog mit der Bevölkerung die Weichen für die Zukunft der Gesamtgemeinde zu stellen. Die aktive Mitgestaltung der Bürger ist uns wichtig“, sagte Gerster.

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Blick auf erfolgreiche Projekte mit Bürgerbeteiligung

Um den Einwohnern aller Ortsteile und Weiler die Möglichkeit zu geben, ihre Meinung einzubringen und die Entwicklung der Gemeinde mitzubestimmen, hatten bereits 2015 zwei Workshops mit je 70 Teilnehmern stattgefunden. „Daraus sind wichtige Projekte entstanden, die im Integrierten Entwicklungskonzept festgehalten wurden“, erklärte Gerster. Als Beispiele nannte er die Neugestaltung der Dorfmitte in Großschönach und die im Mai 2017 eingeweihte „Grüne Mitte“ in Herdwangen. Im selben Jahr wurde der Kapellenvorplatz in Oberndorf saniert.