Meßkirch – Andrea Bogner-Unden wird den Kreisverband der Bündnis-Grünen im kommenden Jahr in den Landtagswahlkampf führen. Am Freitag entschieden sich 87,2 Prozent der 39 wahlberechtigten Mitglieder in der Meßkircher Stadthalle für die Politikerin. Bogner-Unden ist seit der Landtagswahl 2016 direkt gewählte Wahlkreisabgeordnete für den Kreis Sigmaringen. Sie setzte sich damals überraschend gegen den CDU-Kandidaten Klaus Burger durch, der nur über die Landesliste in den Stuttgarter Landtag einziehen konnte.

Bogner-Unden setzt sich selbstbewusst durch

In einer kämpferisch-selbstbewussten Vorstellungsrede kündigte die Parlamentarierin an, alles zu tun, um das grüne Direktmandat zu verteidigen. Als Zweitkandidat nominierten die Kreis-Grünen Christoph Höh, der sich im zweiten Wahlgang gegen zwei Mitbewerber mit deutlichem Stimmenvorsprung durchsetzte.

Andrea Bogner-Unden

Politikerin erteilt Rassismus und Antisemitismus eine klare Absage

Die 64 Jahre alte Politikerin aus Wald setzte in ihrer zehnminütigen Vorstellungsrede zwei deutliche Eckpunkte – Heimatverbundenheit mit dem Kreis Sigmaringen und seinen Bewohnern einerseits. Gleichzeitig weitete Bogner-Unden den Blick auf den gesamten Südweststaat, bis nach Europa und in die EU. Sie arbeitet im Landtag im Ausschuss für Bildung und im Europaausschuss mit. Die Bündnisgrüne erklärte: „Ich bleibe standhaft bei meinen Grundwerten.“ Dazu gehört für die beurlaubte Lehrerin eine deutliche Absage an Antisemitismus, Rassismus und Nationalismus. An dieser Stelle der Rede wurde sie von starkem Applaus der Zuhörer unterbrochen.

Das könnte Sie auch interessieren

Verkehr soll größtenteils auf die Schiene zurück

In der praktischen Alltagsarbeit zwischen Plenum und Wahlkreis arbeitet sich Bogner-Unden, wie sie in ihrer Rede betonte, an einer Vielzahl von Problemen ab, die im Landkreis Sigmaringen von Bedeutung sind. Dazu gehören bekannte Themen wie Klima-, Boden- und Artenschutz ebenso wie die Digitalisierung, die Ärzteversorgung, die bäuerlichen Familienbetriebe oder der öffentliche Personennahverkehr. Nach ihrer Vorstellung muss die Elektrifizierung der Strecke von Albstadt über Sigmaringen in Richtung Ulm und Aulendorf genauso hohe Priorität bekommen, wie die Wiederaufnahme des Schienenverkehrs auf der Ablachtalbahn zwischen Mengen und Stockach. Der Schwerpunkt der Investitionen im Verkehrsbereich sollte aus Sicht der Parlamentarierin eindeutig auf die Schiene und nicht auf die Straße gelegt werden. Beim Themenblock „Migration und Einwanderung“ plädierte die Politikerin für ein Bleiberecht für Asylbewerber, die einen festen Arbeitsplatz nachweisen können.

Christoph Höh und Andrea Bogner-Unden gehen für die Grünen im Kreis Sigmaringen in den Wahlkampf.
Christoph Höh und Andrea Bogner-Unden gehen für die Grünen im Kreis Sigmaringen in den Wahlkampf. | Bild: Ina Schultz

Abgeordnete stellt sich kritischen Fragen

In der Fragerunde blieben Andrea Bogner-Unden kritische Fragen nicht erspart. Ein Parteimitglied wollte wissen, wieso sie persönlich im Landtag für die in der Öffentlichkeit kritisierte Anhebung der Abgeordnetenpensionen gestimmt habe. Inzwischen, so antwortete die Abgeordnete, habe sie die Zustimmung als Fehler erkannt, der revidiert worden sei. Eine Mutter wollte wissen, warum es in Baden-Württemberg mit der kostenlosen Schülerbeförderung nur langsam vorangeht. Bogner-Unden: „Wir arbeiten an einer Lösung, allerdings müssen wir dazu zahlreiche Unternehmer und Verkehrsverbände unter einen Hut bringen.“ Das nehme Zeit in Anspruch.

Christoph Höh wird Zweitkandidat

Als Zweitkandidaten bewarben sich mit Pamela Schumacher, Mathis Hoheisel und Christoph Höh drei Mitglieder. Im ersten Wahlgang konnte keiner der Bewerber die absolute Mehrheit von 20 Stimmen erreichen. Im zweiten Wahlgang votierten die Grünen im Kreis Sigmaringen mit einfacher Mehrheit für Christoph Höh.

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €