Da zeigen sich alle einig – aktuell ist genau der richtige Zeitpunkt, um die Ablachtal-Bahn zwischen Stockach und Mengen und die bereits demontierte Strecke zwischen Krauchenwies und Sigmaringen wieder zum Leben zu erwecken. Am Samstag gründeten auf Initiative der Wahlkreisabgeordneten der Bündnisgrünen, Andrea Bogner-Unden, 34 Freunde der Ablachtal-Bahn einen Förderverein. Sauldorfs Bürgermeister Wolfgang Sigrist und Meßkirchs Stadtoberhaupt Arne Zwick (beide CDU) hoben die Bedeutung der revitalisierten Strecke für die wirtschaftliche und strukturelle Entwicklung der Anliegerkommunen hervor. Wolfgang Sigrist unterstrich deshalb, die Gründung des Fördervereins habe nichts mit Parteipolitik zu tun, sondern diene rein der Sache.

Positive Stimmung im Ministerium gegenüber Reaktivierungsplänen

Nach den Reden von Bogner-Unden und den Bürgermeistern zeichnete sich eine klare Aufgabenverteilung im Kampf um die Ablachtal-Bahn ab. Der CDU-Abgeordnete Klaus Burger hatte, so Bogner-Unden, die Einladung zur Versammlung mit Hinweis auf Terminprobleme abgesagt. So blieb es seiner Abgeordneten-Kollegin überlassen, die Schwierigkeiten und Chancen bei den Gesprächen in Stuttgart zu schildern. Im Verkehrsministerium von Winfried Hermann herrsche gegenüber den Reaktivierungsplänen eine grundsätzlich positive Stimmung.

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Das betonte auch der Verkehrsminister in einer Videobotschaft an die Gründungsversammlung. Gegenwärtig wird im Rahmen einer Potenzialanalyse untersucht, wie stark die Nutzung der wieder eröffneten Bahn sein könnte. Hier sieht die Bündnisgrüne deutlichen Verhandlungsbedarf. Sie plädiert für einen Bonus für ländliche Räume und begründet dieses Verhandlungsziel mit dem Hinweis auf die geringere Bevölkerungszahl in der Region abseits der Ballungszentren.

Straße würde von Schwerlastverkehr entlastet

Die Abgeordnete sieht in der Wiedereröffnung mehrere Chancen für die Anliegergemeinden. Zum einen würde durch den Transport von Baumstämmen, Kies oder Schrott das Straßennetz vom Schwerlastverkehr entlastet. Zum anderen ergäben sich aus der Wiedereinführung des Personenverkehrs Entwicklungschancen für den Tourismus und damit für die Gastronomie.

Durchgängige Trasse sei besonders wertvoll

Im Blick auf die zukünftigen Entwicklungspotenziale stimmte Arne Zwick seiner Vorrednerin ausdrücklich zu. Allerdings gelte es jetzt zunächst, die Bahnstruktur zwischen Mengen und Stockach zu erhalten. Zwick: „Das Wertvollste an der Strecke ist die durchgängige Trasse. Heute wäre es sehr schwer, für ein vergleichbares Projekt die notwendigen Grundstücke zu bekommen.“ Den Zustand der Gleisanlage bewertete der Meßkircher als größtenteils gut bis befriedigend. Lediglich einige Problemstellen im Raum Sauldorf erforderten umfangreichere Arbeiten. Als Hauptaufgabe bezeichnete der Rathauschef die Modernisierung der längst veralteten und unbrauchbar gewordenen Schrankenanlagen.

Finanzieller Aufwand sei dank Förderung leistbar

Es gelte, die Fehlentscheidung für die Stilllegung der Strecke jetzt zu korrigieren. Sollten sich alle Kommunen und die beiden Landkreise am Projekt beteiligen, hält Zwick den finanziellen Aufwand für jede der Körperschaften mit 50 000 Euro jährlich für „leistbar“. Das sei der Förderung von bis zu 90 Prozent zu verdanken.

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