Seit Eröffnung des Insolvenzverfahrens im vergangenen Dezember seien in dem Unternehmen noch zahlreiche Aufträge abgearbeitet worden aber auf Dauer gebe es keine Perspektive für das Unternehmen. In der vergangenen Woche gab es eine Gläubigerversammlung, zu der der Anwalt indes keine Angaben machen möchte, da diese nichtöffentlich war.

Auslöser der Insolvenz sei ein Großprojekt in Frankfurt gewesen, für das die Firma tätig war. Dort seien seitens des Auftraggebers Mängel vorgetragen worden und eine Abschlagzahlung über 200 000 Euro sei nicht gezahlt worden. "Da war die Liquidität nicht mehr da und die Firma musste den Antrag auf Insolvenz stellen". Firmeninhaber Anton Oschwald beschreibt das so: Bei der Zusammenarbeit mit großen Baukonzernen sei es vor Jahren schon einmal zu einem Vergleich gekommen, nachdem er anstelle einer seiner Firma zustehenden Zahlung einen weitaus geringeren Betrag akzeptiert habe, um drohende Prozesskosten zu umgehen. Danach habe er beschlossen, nie wieder mit Großkonzernen zusammenzuarbeiten. Doch dann sei ein alter Geschäftsfreund zum Projektleiter bei einem solchen Konzern aufgestiegen und habe ihm einen Vertrag angeboten. "Wir hatten ein sehr gutes und vertrauensvolles Verhältnis aber dann ist er nach vier Monaten wieder gegangen, weil er sehr unzufrieden mit der Struktur dort war", stellt Oschwald fest. Doch da sei der Vertrag leider schon unterschrieben gewesen und nach dem Weggang der Vertrauensperson habe sich die Stimmung in der Zusammenarbeit schlagartig geändert. "Es war wie ein Kleinkrieg." Im vergangenen Oktober seien die Zahlungen eingestellt worden und er habe sich noch sechs Wochen hinhalten lassen und es sei weiter gearbeitet worden. Die Außenstände hätten sich bis dahin auf rund 300 000 Euro summiert. "Am 17. Dezember musste ich dann zum Insolvenzgericht fahren, um die Zahlungsunfähigkeit zu erklären." Denn die Aussicht auf ein Prozesskostenrisiko von bis zu 400 000 Euro und der damit verbundene Ärger und Verdruss über Jahre hinweg, den habe er sich auch angesichts seines Alters von 59 Jahren einfach nicht mehr antun wollen, begründet er seinen Schritt.

Die Firma Oschwald Metallbau schließt. Anton Oschwald möchte sich in Zukunft unter anderem mehr um den Aufbau des Campus Galli kümmern. <em>Bilder: Gregor Moser</em>
Die Firma Oschwald Metallbau schließt. Anton Oschwald möchte sich in Zukunft unter anderem mehr um den Aufbau des Campus Galli kümmern. Bilder: Gregor Moser

In den Wochen danach habe ihn diese Entscheidung sehr mitgenommen, berichtet er. Sehr wichtig sei es für ihn persönlich gewesen, dass seine Angestellten nicht in die Arbeitslosigkeit kommen. Rund 20 von ihnen hätten zwischenzeitlich selbst eine andere Anstellung gefunden und für 25 bis 30 Angestellte sei es ihm gelungen, bei befreundeten Betrieben einen Arbeitsplatz zu finden. "Ich habe 25 Firmen angerufen und 15 waren bereit, Leute zu übernehmen." Dabei sei er sehr dankbar, dass jeder der Angerufenen positiv reagierte und bereit gewesen sei, ihn und sein Anliegen anzuhören. Unterm Strich sei es ihm gelungen, dass alle – bis auf zwei oder drei Mitarbeiter – eine neue Stelle haben.

Insolvenzverwalter Rösch bestätigt die Angaben von Oschwald. Auch mit dessen Hilfe sei es gelungen, dass nahezu alle Angestellten vor der Arbeitslosigkeit hätten bewahrt werden können. Dazu, dass sich die Hoffnung auf eine Übernahme des Unternehmens nicht erfüllt hat, sagt Rösch: "Die Interessenten wollten den Betrieb nicht ohne Herr Oschwald übernehmen." Sowohl was den technischen Sachverstand als auch die Aquise betrifft, sei das Unternehmen zu stark auf Oschwald zugeschnitten gewesen. Ein Problem, das es noch in vielen anderen Firmen mit einer vergleichbaren Größe gibt. Oschwald attestiert er, dass der allen Verpflichtungen stets nachgekommen sei und zur Ursache der Insolvenz stellt der Anwalt fest: Um Projekte mit international agierenden Unternehmen zu stemmen, hätte Oschwald Metallbau eine eigene Rechtsabteilung haben müssen, um mit dem Auftraggeber auf Augenhöhe zu verhandeln. Beispiele, mit welchen Bandagen solche Auftraggeber nicht nur nach unten sondern auch nach oben verhandeln, ließen sich bei der Elbphilharmonie Hamburg und beim Flughafen Berlin Brandenburg finden, fügt Oschwald hinzu.

Wie geht es weiter?

  • Die Firma Oschwald Metallbau GmbH wurde 1982 von Anton Oschwald als vier bis fünf Mann-Betrieb übernommen und über Jahrzehnte zu einem Unternehmen mit rund 60 Mitarbeitern aufgebaut. Eine Schmiede mit dem Namen Oschwald lasse sich anhand kirchlicher Aufzeichnungen bis 1648 zurückverfolgen, berichtet Oschwald. Die Unternehmen Oschwald Wohnen, mit dem aktuell das Mehrparteienhaus am Stachus-Kreisverkehr gebaut wird, sowie das Unternehmen Oschwald Energie, bei dem es um Solarengerie geht, wird Anton Oschwald weiter betreiben. Zudem möchte sich der 59-Jährige, der Vorstandsvorsitzender des Vereins Karolingische Klosterstadt ist, künftig mehr für die Entwicklung des Klosterstadtbaustelle Campus Galli einsetzen.
  • Die Hallen der Oschwald Metallbau GmbH befinden sich im Privatbesitz von Verena Oschwald und zählen somit nicht zur Insolvenzmasse. Wie der Firmeninhaber berichtet, sei eine Absichtserklärung mit der Firma Schaal über den Ankauf der 24 000 Quadratmeter Industriefläche sowie von 8000 Quadratmetern Hallenfläche an der Bundesstraße unterzeichnet worden. Da das aus Sigmaringendorf stammende Unternehmen dort nicht erweitern könne, sei der Entschluss gefallen, sich am Standort Meßkirch zu vergrößern, berichtet er. (mos)