Die beiden Bahnübergänge im Donautal beim Talhof und beim Haus Unger bei Langenbrunn sollen deutlich früher als ursprünglich geplant den modernen Sicherheitsbestimmungen gemäß ausgebaut werden. Diese Ankündigung machte am Montag Konstantin Brümmer. Der Leiter der Regionalnetze Baden-Württemberg war auf Einladung der bündnisgrünen Landtagsabgeordneten Andrea Bogner-Unden ins Donautal gekommen. Zu der Besichtigungsgruppe gehörten neben den Bürgermeistern von Inzigkofen und Beuron, Bernd Gombold und Raphael Osmakowski-Miller, Rolf Vögtle vom Landratsamt, Bernd Schneck als Vertreter des Naturparks, Frank Bühler als sachkundiger Kreisrat und der CDU-Landtagsabgeordnete Klaus Burger.

Auch der Güterverkehr auf der Donautalbahn zwischen Tuttlingen und Sigmaringen soll in Zukunft eine Chance bekommen.
Auch der Güterverkehr auf der Donautalbahn zwischen Tuttlingen und Sigmaringen soll in Zukunft eine Chance bekommen. | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Nach der Besichtigungsrunde stehen zwei Erkenntnisse fest. Alle politischen und gesellschaftlichen Kräfte sind für die Optimierung der Eisenbahnstrecke zwischen Tuttlingen und Sigmaringen. Allerdings sind sich die Teilnehmer auch darin einig, dass es noch Jahre dauern wird, bis der einzelne Fahrgast selbst die Auswirkungen des Investitionsmarathons in Form von Taktverkehr, bequemen und für den Fahrradtransport geeigneten Zügen und einer verlässlichen Pünktlichkeit spüren wird.

Bahnübergänge müssen modernisiert werden

Der Bahnhübergang von der Landesstraße zum Talhof soll deutlich früher als geplant, bereits 2025, fertig gestellt sein.
Der Bahnhübergang von der Landesstraße zum Talhof soll deutlich früher als geplant, bereits 2025, fertig gestellt sein. | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Ein Beispiel macht deutlich, mit welchen Zeitvorgaben Planungen und Baumaßnahmen der Bahn verbunden sind. Zwischen St. Maurus und Langenbrunn gibt es zwei Bahnübergänge, die auf Feldwegbreite beim Bau der Bahn 1890 angelegt wurden. Sie entsprechen, wie ein tragischer Todesfall beim Talhof 2019 unterstrich, nicht mehr heutigen Sicherheitsbestimmungen. Die alten Übergänge bedingen eine für den reibungslosen Zugverkehr ärgerliche Langsamfahrstelle. Die Bahn hatte ursprünglich geplant, die neuen Straßenquerungen mit einem geschätzten Gesamtaufwand von 2 Millionen Euro 2027 in Betrieb nehmen zu können. Konstantin Brümmer machte nun die Zusage, dass die Bauarbeiten bereits 2025 abgeschlossen sein sollen.

Gemeinde Beuron müsste weniger bezahlen

Aufgrund der aktuellen Zuschussmöglichkeiten beinhaltet die Zusage auch eine positive Aussicht auf die Beuroner Kommunalfinanzen. Raphael Osmakowski-Miller: „Laut Gesetz muss sich die Gemeinde mit einem Drittel an den Kosten beteiligen.“ Das wären nach der bisherigen Rechtslage rund 600 000 Euro. Aufgrund der neuen Fördermöglichkeiten rechnen Brümmer wie Osmakowski-Miller mit einem möglicherweise deutlich geringeren Gemeindeanteil. Genaue Summen könnten jedoch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genannt werden.

Besonders bei Urlaubern und Tagesbesuchern ist die Donautalbahn beliebt.
Besonders bei Urlaubern und Tagesbesuchern ist die Donautalbahn beliebt. | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Ein Wunsch der Beuroner ist die Schaffung eines neuen Zughaltepunktes in der Hausener Dorfmitte. Eine Grundvoraussetzung ist aus Sicht des Bürgermeisters bereits erfüllt. Das notwendige Gelände befindet sich im Besitz der Gemeinde und der Bahn. Ob der Haltepunkt überhaupt gebaut wird, hängt von einer Machbarkeitsstudie ab, die bahnintern bereits ausgearbeitet wird. Allerdings steht, wie der DB-Vertreter erläuterte, noch kein Zeitplan fest. Sollte aber gebaut werden, müsste die Gemeinde nichts bezahlen.

Teile des Bahngeländes in der Vergangenheit verkauft

Der Rundgang hatte beim ehemaligen Bahnhof in Inzigkofen begonnen. Hier zeichnen sich besonders die Probleme beim Ausbau eines Haltepunktes ab, die sich die Bahn selbst eingehandelt hat. Denn der Bahnhof und ein Großteil des früheren Bahngeländes sind bereits verkauft und stehen für Bahnzwecke somit nicht mehr zur Verfügung. Dennoch zeigte sich der als Bahnmitarbeiter sachkundige Kreisrat Frank Bühler zuversichtlich, den Haltepunkt trotzdem unterbringen zu können. Auch zu diesem Punkt laufen Untersuchungen der Bahn. Ergebnisse seien in den nächsten drei bis vier Jahren aber nicht zu erwarten, betonte der Vertreter der Deutschen Bahn.

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Die beiden Landtagsabgeordneten Bogner-Unden und Klaus Burger kündigten an, sich in Stuttgart deutlich für eine Beschleunigung der Planungsarbeiten einsetzen zu wollen.

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