Was kann es im Winter schöneres geben, als mit dem Pferdeschlitten durch die glitzernd weiße Schneelandschaft zu gleiten, den Blick auf die tief verschneite Heuberglandschaft zu richten und in aller Ruhe den Geräuschen des Waldes oder dem Schnauben des Pferdes zu lauschen. Manuela Singer aus Stetten am kalten Markt möchte „diese wunderbare Erfahrung in diesen zauberhaften Wintertagen nicht mehr missen.“

Schlitten ist über 100 Jahre alt

Ein unzertrennliches Paar: Manuela Singer und ihr Rheinisch Deutsches Kaltblut „Quintana“.
Ein unzertrennliches Paar: Manuela Singer und ihr Rheinisch Deutsches Kaltblut „Quintana“. | Bild: Gerd Feuerstein

Auch am Dreikönigstag hat Manuela Singer die Kufen unter ihren historischen Schlitten montiert und gemeinsam mit ihrer Mutter eine Ausfahrt durch die zauberhafte Winterlandschaft gemacht: „Der Schlitten ist über 100 Jahre alt und wurde einst bei der Firma Riffel Wagenbau in Chur in der Schweiz hergestellt“, klärt Manuela Singer staunende Spaziergänger und Wanderer auf, die sie unterwegs treffen und die – je nach Alter – einem solchen Gefährt noch nie begegnet sind: „Mit ein paar kleinen Handgriffen sind an dem Arbeitsleiterwagen im Nu die Kufen montiert“, erzählt sie, dass der Wagen dann problemlos als Zugschlitten genutzt werden kann. „In meiner Kindheit waren unsere Väter und Großväter noch öfter mit solchen Gefährten unterwegs“, erklärt ein älterer Herr seinen zwei Enkeln, die sich neben dem Schlitten natürlich insbesondere auch für das Zugpferd interessieren.

Kaltblut wird zum Holzrücken eingesetzt

Beim Holzrücken ist das Rheinische Kaltblut in seinem Element.
Beim Holzrücken ist das Rheinische Kaltblut in seinem Element. | Bild: Gerd Feuerstein

Das hört auf den Namen „Quintana„ und ist ein Rheinisch Deutsches Kaltblut, mit dem Manuela Singer seit vielen Jahren mit historischen Wagen fährt und hauptsächlich – wie vor über 100 Jahren – traditionell im Holz arbeitet. Wer dabei schon mal zugeschaut hat, ist fasziniert von der Präzision, mit der „Quintana„ Baumstämme hinter sich her zieht, und diese zentimetergenau unter oder über Hindernisse bugsiert: „Im Wald bilden Quintana und ich eine Symbiose“, sagt Manuela Singer und klärt auf, dass das Holzrücken mit dem Pferd „keinesfalls reine Nostalgie“ sei, sondern auch in Zeiten hochmoderner Technik und Holzbearbeitung noch immer seiner Berechtigung habe.

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Eine Schlittenfahrt buchen kann man bei Manuela Singer „leider nicht“, wie sie schulterzuckend sagt, weil sie das Ganze „nicht gewerblich, sondern lediglich als ausfüllendes Hobby“ betreibe. Doch wem es Spaß mache, der dürfe bei Gelegenheit gerne mal mitkommen: „Im Moment bin ich allerdings schon voll ausgelastet“, lächelt die begeisterte Pferdesportlerin. Und wen wundert das in diesen Tagen, in den sich der Winter auf den Höhen des Heubergs mal wieder von seiner aller schönsten Seite präsentiert.

Ein tolles Pferd: Auch den Weihnachtsbaum im Stettener Schlosshof hat „Quintana“ schon in Augenschein genommen.
Ein tolles Pferd: Auch den Weihnachtsbaum im Stettener Schlosshof hat „Quintana“ schon in Augenschein genommen. | Bild: Gerd Feuerstein